Investoren
17. November 2021

Investoren treiben ESG in der Immobilienanlage

Empira-Umfrage: 70 Prozent der institutionellen Investoren schreiben Nachhaltigkeit sehr hohe Bedeutung zu. Zwei Drittel setzen auf Projektentwicklungen.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit und ESG wird von institutionellen Investoren auch bei ihren Immobilieninvestments als hoch bis sehr hoch eingeschätzt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Asset Managers Empira unter institutionellen Investoren. Demnach sind ESG-Kriterien für fast 70 Prozent der Befragten von hoher oder sehr hoher Bedeutung bei ihren Investitionen. Attraktiv sind auch Artikel-8- und Artikel-9-Fonds: 55 bis 60 Prozent der Investoren wollen darin bis Ende 2022 investieren. In Artikel-6-Fonds, also Fonds ohne ESG-Bezug, die noch die große Mehrheit der Anlageprodukte stellen, wollen künftig nur noch 26 Prozent der Befragten investieren. Für die Umfrage „Empira Institutional Trends“ wurden 27 institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Pensionskassen, Versorgungswerke, Versicherungen sowie Stiftungen und Family Offices befragt. Die Befragung erfolgte durch das Analysehaus bulwiengesa im Juni und Juli 2021.

„ESG ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil bei Immobilieninvestments geworden – sowohl bei Transaktionen als auch im laufenden Management. Die Bedeutung wird weiter zunehmen. Die Auswirkungen auf Immobilienakteure sind dabei erheblich und reichen von regulatorischen Themen bis hin zur strategischen Planung und Unternehmenssteuerung“, erklärt Lahcen Knapp, Verwaltungsratsvorsitzender der Empira Gruppe.

56 Prozent wollen Investitionen steigern

Im Kontext von Equity Investments planen 56 Prozent der befragten Investoren in den kommenden 18 Monaten die Volumina ihrer Immobilieninvestments teils deutlich zu steigern. Nur 11 Prozent wollen ihre Investitionen eher reduzieren. Bis Ende 2022 planen 37 Prozent der Befragten Immobilieninvestments in Europa (außerhalb Deutschlands) und immerhin 22 Prozent in den USA.

In A-Städten eher Projektentwicklungen

Ein besonderes Interesse zeigen Investoren an Investments in Projektentwicklungen für den eigenen Bestand. Zwei Drittel der Befragungsteilnehmer haben an dieser Investmentstrategie Interesse und stehen einem frühen Einstieg in die Projektentwicklung aufgeschlossen gegenüber. Kaum einer der Befragten schließt dies gänzlich aus. „In den Metropolen gibt es weiterhin einen hohen Nachfrageüberhang. Projektentwicklungen in A-Städten sind ein stabiles und langfristiges Investment für sicherheitsorientierte Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen. Investoren profitieren dabei von attraktiveren Renditen“, sagt Knapp.

57 Prozent lehnen Mezzanine-Fonds eher ab

Den Bereich Immobilienfinanzierung wollen die Investoren weiter ausbauen. So wollen 22 Prozent der institutionellen Investoren ihre Investments in Immobilienfinanzierungen erhöhen, nur elf Prozent wollen sie zurückfahren. 33 Prozent sind dabei aufgeschlossen für Investments in Mezzanine-Kreditfonds, während Whole-Loan-Kreditfonds für knapp jeden fünften Investor (18 Prozent) von Interesse sind. Allerdings: 22 Prozent wollen hier eher nicht investieren und 37 Prozent der Befragten schließen die Anlage in Mezzanine-Kreditfonds vollkommen aus.

Investoren bevorzugen Direktanlage

Auf die Frage, welche Strukturierung Investoren unter den geltenden regulatorischen Vorgaben bevorzugen, antworteten 41 Prozent der Befragten, sie bevorzugten Direktinvestments in Immobilien. Geringe Kosten und die alleinige Entscheidungshoheit seien hier die wesentlichen Vorteile. Offene Spezialfonds und Club-Deals werden von 33 Prozent als präferierte Struktur angesehen. Fungibilität und der geringe eigene Managementaufwand stehen hier im Vordergrund. Geschlossene Spezial-AIF wünscht nur jeder neunte Investor.

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