Alternative Anlagen
15. Juni 2020

Investoren zufriedener mit Transparenz von PE-Managern

Politische Risiken steigen. Oftmals kein interner Konsens bezüglich Klimawandel.

Investoren sind mit der Transparenz von Private-Equity-GPs mittlerweile deutlich zufriedener als noch vor zehn Jahren, wie Coller Capital in einer Befragung herausfand. So seien mittlerweile vier von fünf Limited Partner mit der Transparenz zufrieden, nach der globalen Finanzkrise waren es nur zwei von fünf. Michael Schad, Head of Investment Management bei Coller Capital, kommentierte die Ergebnisse wie folgt: „Wie sehr sich die Private-Equity-Branche in den Jahren seit der globalen Finanzkrise verändert hat, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass die Mehrheit der Investoren jetzt zufrieden ist mit der Transparenz auf Seiten ihrer GPs.“ Coller Capital hat für ihr jüngstes Private-Equity-Barometer 107 institutionelle Investoren befragt. Die Befragung spiegelt nur zum Teil das aktuelle Marktumfeld wieder, da die Befragung vom 10. Februar bis zum 27. März erfolgte.

Die Mehrheit der Befragten geht demnach von größeren Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds aus. So erwarten Investoren, dass diese auch ihre Allokation beeinflussen werden. Während Indien und Südostasien als recht stabil angesehen werden, steige das politische Risiko in Russland, China, im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Lateinamerika.

Einigkeit nur in der Bewertung von GPs

Zu interessanten Ergebnissen kam die Studie in Puncto Klimawandel. Demnach gibt es bei der Hälfte der nordamerikanischen Investoren und rund 40 Prozent der asiatisch-pazifischen Investoren nicht einmal organisationsintern einen Konsens, wie mit dem Thema Klimawandel umzugehen ist. Einmal mehr offenbart sich eine regionale Spreizung: Während mehr als die Hälfte der europäischen Investoren CO2-Neutralität bis 2030 anstrebt, wird für zwei Drittel aller nordamerikanischen Investoren dieses Ziel in absehbarer Zukunft nicht angestrebt. Einig sind sich die Investoren immerhin, dass GPs den Klimawandel bei ihrer Investitionspolitik und -praxis nicht ernst genug nehmen.

„Der Klimawandel bleibt ein brisantes Thema unter Investoren“, sagt Jeremy Coller, Chief Investment Officer von Coller Capital. „In weiten Teilen der Welt gibt es selbst innerhalb der LP-Organisationen nur begrenzte Übereinstimmung darüber, was getan werden muss. Aber auch im Bereich Private Equity gilt: die jeweils beste Praxis wird zum Vorbild für andere. Wer einen Schritt zurücktritt, erkennt die Richtung, in die er gehen muss.“

Investoren erwarten zudem eine größere Konzentration des Marktes. Die Marktführer dürften demnach noch mehr Assets auf sich vereinen. Dies geht jedoch nicht mit weniger Schnittstellen einher, da LPs insgesamt stärker über verschiedene Manager diversifizieren wollen. Speziell Versicherer und Staatsfonds wollen die Anzahl der Manager erhöhen. Positiv schätzen Investoren die Möglichkeit ein, über Limited Partner Advisory Committee (LPAC) Einfluss zu nehmen. Drei Viertel glauben, dass diese Ausschüsse gute Arbeit leisten. Fast alle Investoren sind zumindest bei einem Teil der Fonds in den Ausschüssen vertreten. Befürchtungen hegen sie bezüglich der Verwendung von zukunftsorientierten EBITDA-Zuschlägen, welche zwei Drittel als riskant einstufen. Die Rolle einer unabhängigen Portfoliobewertung wird passend dazu zunehmen, fast die Hälfte der befragten Investoren will dies zukünftig verlangen. Auch aggregierte Private-Equity-Daten sollen stärker zum Einsatz kommen.

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