Stiftungen
22. Mai 2026

Joachim Herz Stiftung hat sich für Venture Capital geöffnet

Stiftung sieht Finanzierungslücke im Deep-Tech-Bereich. Investmentpartner ist Marvelous.

Die Joachim Herz Stiftung beschreitet seit diesem Jahr in der Kapitalanlage mit Venture Capital neue Wege. Wie die Stiftung vor kurzem mitteilte, fließt ein Teil des Stiftungskapitals „im Rahmen eines eigenen Venture-Capital-Fonds auch unter missions- und wirkungsorientierten Aspekten in frühphasige Deeptech-Startups“.

„Die Vermögensanlage der Joachim Herz Stiftung ist von Beginn an unternehmerisch ausgerichtet und wird konsequent weiterentwickelt. Mit der Erweiterung um Venture Capital ergänzen wir unsere bestehende Anlagestrategie um ein weiteres Investitionsfeld, mit dem Anspruch, auch hier langfristig marktgerechte Renditen zu erzielen. Gleichzeitig investieren wir damit verstärkt einen Teil des Stiftungskapitals unter Berücksichtigung wirkungsorientierter Aspekte“, erläutert Ulrich Müller, Finanzvorstand der Joachim Herz Stiftung.

Diese wirkungsorientierten Aspekte sollen laut Mitteilung eng mit Innovation und Transfer aus der Spitzenforschung verknüpft sind. Die Renditeerwartung dürfte nicht zuletzt auf der von der Stiftung angeführten Finanzierungslücke im Deep-Tech-Bereich basieren, die sich in den vergangenen Jahren noch vergrößert habe. Zudem würden klassische VC-Fonds oft frühe Wachstumsphasen meiden, da Technologie-, Markt- und Betriebsunsicherheiten nicht zu ihrem Risiko-Rendite-Profil passen. „An dieser Stelle können große Stiftungen wichtige Impulse im Innovationsökosystem setzen“, heißt es in der Mitteilung. „Als Stiftung setzen wir dabei unter anderem auch bewusst auf Venture-Capital-Fonds, um einen diversifizierten Zugang zu dieser Anlageklasse zu erhalten und Risiken auf mehrere Beteiligungen zu streuen.“

Dachfonds von Marvelous

Die Umsetzung erfolgt durch die VC-Experten von Marvelous. Der Investmentansatz im Marvelous Scito Fund, ein Dachfonds, kombiniert Direktinvestitionen in Unternehmen mit Investitionen in Venture-Capital-Fonds und ermöglicht so einen diversifizierten Zugang zu dieser Anlageklasse. Zum Investment Partner teilt die Stiftung noch mit, dass dessen Einheit Marvelous Catalyst den Investmentansatz strukturell ergänze. Marvelous Catalyst vernetze Startups gezielt mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Partnern aus der Industrie – für Marktvalidierung, den Aufbau erster Kundenbeziehungen und frühe Skalierungsschritte. „Diese operative Begleitung ist ein zentrales Differenzierungsmerkmal gegenüber klassischen Venture-Capital-Ansätzen“, so die Stiftung. Marvelous informiert zu dem Scito Fund, dass dieser aktuell 20 Millionen Euro groß sei und man mit der Joachim Herz Stiftung einen Ankerinvestor hat.

Joachim Herz vermachte der Stiftung 1,3 Milliarden Euro als Grundstockvermögen. Gemäß dem Stifterwillen ist das Stiftungskapital überwiegend unternehmerisch investiert und gebunden. Zu einem großen Teil ist das Kapital in Aktien der Beiersdorf AG angelegt.

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