Investoren
5. September 2022

Milliardenfonds für gesetzliche Rente soll global anlegen

Die geplante, kapitalgedeckte Komponente innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung rückt näher. Der Staat könnte ein breit gestreutes Anlageprodukt anbieten.

Die Pläne der Bundesregierung für die Einführung einer kapitalgedeckten Komponente im gesetzlichen Rentensystem nehmen Gestalt an. Laut einem Medienbericht des Fachmagazins „Investment & Pensions Europe“ (IPE) haben die Arbeiten an einem entsprechenden Fondsvehikel begonnen. Das avisierte Fondsvermögen soll von einer unabhängigen öffentlichen Körperschaft verwaltet und weltweit angelegt werden, berichtet IPE und beruft sich dabei auf Aussagen eines Sprechers des Finanzministeriums. Die Bundesregierung arbeite intensiv daran, die gesetzliche Rentenversicherung um einen kapitalgedeckten Teil zu erweitern, um das Rentenniveau und den Beitragssatz zur Rente langfristig zu stabilisieren.

Zehn Milliarden Euro zum Einstieg

In einem ersten Schritt soll ein Kapitalstock in Höhe von zehn Milliarden Euro eingerichtet werden. Das Geld will die Regierung aus dem Bundeshaushalt 2022 an die Deutsche Rentenversicherung überweisen. Laut IPE ist aber steht aber noch nicht fest, ob das Kabinett den Fonds noch in diesem Jahr starten werde.

Der von IPE zitierte Sprecher machte keine Angaben, wann der Fonds seine Arbeit aufnimmt. Die amtierende Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag einen Reformvorschlag zum Einstieg in die teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung verankert. Daneben plant sie weitere Maßnahmen, um die Renten in Deutschland auf ein stabiles Fundament zu stellen.

Alterssicherung durch Kapitaldeckung

Bereits am 17. August hatte der unabhängige Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen eine Stellungnahme zum langfristigen kapitalgedeckten Vermögensaufbau in der Altersvorsorge vorgelegt. Dazu hat sich das Gremium nach eigenen Angaben mit dem Reformvorschlag zum Einstieg in die teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung befasst. Außerdem haben die Experten Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der privaten Altersvorsorge geprüft. Herausgekommen sind Ideen, wie eine auskömmliche Alterssicherung durch Kapitaldeckung zukunftssicher gestaltet werden könne.

Der Beirat kommt in seiner Stellungnahme unter anderem zu folgenden Empfehlungen:

  • Der Aufbau einer kapitalgedeckten Altersversorgung kann dazu beitragen, die sozialen Alterssicherungssystem zukunftssicherer zu gestalten.
  • Die freiwillige Riester-Rente sollte in Richtung eines kapitalgedeckten Systems mit verpflichtendem Beitrag reformiert werden.
  • Der Staat könnte ein breit gestreutes Anlageprodukt anbieten, das in seinen Anlagen den Grundsätzen der modernen Portfoliotheorie folgt.
  • Es sollte dabei die Möglichkeit des Opt-out in eine begrenzte Zahl von zertifizierten, ähnlich breit gestreuten Anlageprodukten geben, die transparent ihre Gebühren ausweisen.
  • Es sei zu prüfen, ob das kapitalgedeckte System durch eine mit den Fiskalregeln kompatible öffentliche Schuldenfinanzierung ausgebaut werden sollte.
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