Alternative Anlagen
25. Oktober 2019

Kenfo steigt ein in Private Equity

Fonds-Zeichnung zum Jahresende geplant. Alternatives-Quote von 30 Prozent angestrebt.

Der einzige Staatsfonds in Deutschland, der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Versorgung plant in Kürze erstmals in Private Equity zu investieren. Das kündigte Vorstandschefin Anja Mikus in einem Interview mit Bloomberg an. Bisher hatte der Staatsfonds fast ausschließlich in Aktien und Anleihen investiert. Der Fonds ist eine Stiftung des Bundes und wurde im Sommer 2017 mit Sitz in Berlin gegründet. Das Startkapital betrug 24,1 Milliarden Euro, das die Betreiber der 25 deutschen Kernkraftwerke einzahlten. Mit dem Fonds sollen Zwischen- und Endlagerung von Atomabfällen deutscher Kernkraftwerke finanziert werden.

„Wir werden wahrscheinlich Ende des Jahres die ersten Anteile an Private-Equity-Fonds zeichnen. Die Investitionen erfolgen weltweit, um Rendite-Chancen besser nutzen zu können”, sagte Mikus. Die Auswahl erfolge über zwei Asset Manager. Nach Privat Equity sollen auch Investitionen in Immobilien, Infrastruktur und Private Debt erfolgen. Insgesamt sollen rund 30 Prozent der Vermögens in diese Asset-Klassen allokiert werden.

Keine Waffenhersteller und Atomkraftwerksbetreiber

Mit seinen bisherigen Anlagen, die sich auf elf Milliarden Euro belaufen, konnte der Fonds zwischen Juli 2017, als er seine Arbeit aufnahm, und Ende September 2019 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,5 Prozent erzielen. “Besonders gut gelaufen sind für uns bislang unter anderem langlaufende Unternehmensanleihen und aktiv gemanagte Aktienfonds”, sagte Mikus. Doch auch Negativzinsen machten dem Fonds zu schaffen.

Nachhaltigkeit ist Teil der Anlagestrategie: “Wir investieren zum Beispiel nicht in Waffenhersteller und Firmen, die gegen die Menschenrechte verstoßen“, sagte Mikus. Auch in die Betreiber von Atomkraftwerken will der Fonds nicht investieren. Auch die liquiden Anlagen werden durch externe Manager verwaltet. Es wurden hier insgesamt 17 Mandate vergeben mit einem Volumen von jeweils zwischen 250 Millionen Euro und 1,8 Milliarden Euro, erklärt Mikus. Der Fonds selbst beschäftige neben den drei Vorständen 20 Mitarbeiter, davon neun Investment- und Risikoprofis.

Zum Vergleich: Die Stiftung der berühmten Yale-Universität mit Sitz in New Haven (Connecticut) verfügte zum Juni 2019 über ein Vermögen rund 30,3 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Investment Return betrug im ersten Halbjahr 2019 rund 5,7 Prozent nach Kosten. Die Stiftung investiert stark in Private Equity und hat für 2020 einen Anteil von Venture-Kapital von 21,5 Prozent des Vermögens zum Ziel, 16,5 Prozent bei Leveraged Buyouts und zehn Prozent bei Immobilien.

Über die vergangenen zehn Jahre hat die Yale-Stiftung bei Leveraged Buyouts Renditen von 16,1 Prozent und bei Venture-Kapital von 20 Prozent eingefahren. Auch ausländische (nicht US-) Aktien liefen gut, mit 16 Prozent Rendite.

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