Strategien
15. November 2021

Klimaaktivisten besetzen PGGM-Headquarter

Demonstranten drängen auf Verkauf von Öl- und Gastiteln. Fonds will Einflussmöglichkeit behalten.

Ungebetener Besuch beim niederländischen Pensionsfonds-Dienstleister PGGM. Etwa 30 Aktivisten von Extinction Rebellion und Christian Climate Action haben vergangene Woche die Lobby des Headquarters von PGGM besetzt. Ziel der Demonstranten war, dass PGGM sich aus Investments in fossilen Energien verabschiedet. PGGM ließ die Lobby von der Polizei räumen, 14 Aktivisten seien verhaftet worden. Dies berichtet IPE. In dem Artikel weist IPE zudem darauf hin, dass PGGM vergleichsweise wenig in fossile Energien und viel in Renewables investiert.

Am Mittwoch teilten der Pensioenfonds Zorg en Welzijn (PFZW) und sein Asset Manager PGGM mit, dass man die Sorgen vieler über den Klimawandel teile und man eine Investitionspolitik verfolge, die dieses Anliegen in die Tat umsetzen. Die Investitionen des PFZW in Unternehmen, die Lösungen zur Bekämpfung der Erderwärmung anbieten, seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen und hätten 5,4 Prozent des Gesamtportfolios erreicht. Der CO2-Fußabdruck der Aktien habe sich mehr als halbiert. Der Fußabdruck der übrigen Investitionen werde ebenfalls reduziert. Anteile an vielen Öl- und Gasunternehmen wurden verkauft. „Mit den Unternehmen, in die wir noch investiert sind, diskutieren wir kritisch über ihren Beitrag zur Energiewende“, so die beiden Pensionseinrichtungen. Anteile an Dutzenden fossilen Energieunternehmen seien bereits verkauft, 1,6 Prozent des Kapitals noch in diesem Sektor investiert.

An die Adresse der Demonstranten teilten PFZW und PGGM mit, dass man nicht nur desinvestieren will, sondern den Einfluss als Aktionär erhalten möchte, um Energieunternehmen aktiv zu ermutigen, ihren Beitrag zur Energiewende zu gestalten. „Ihr Know-how und ihr Risikokapital werden für diesen sehr komplexen und kostspieligen Übergang benötigt. Durch den Verkauf von Interessen laufen wir auch Gefahr, dass sich Käufer für das Klimathema nicht verantwortlich fühlen.“

Die Aktivisten sind von dieser Argumentation nicht überzeugt. IPE zitiert einen Demonstranten damit, dass PFZW nur die Propaganda der Öl- und Gasunternehmen übernehme.

ABP bereits dreimal „besucht“

Wie die Zeitschrift weiter berichtet, hätten die Rebellen von Extinction in diesem Jahr die Büros von ABP, dem zweiten großen Dienstleister in den Niederlanden, bereits dreimal heimgesucht. Offenbar mit Erfolg: Vor kurzem gab ABP den Komplettausstieg aus Investitionen in Produzenten von fossilen Brennstoffen bekannt. Betroffen sind Assets im Volumen von über 15 Milliarden Euro beziehungsweise fast drei Prozent des Gesamtvermögens.

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