Strategien
17. Januar 2012

Klimawandel für Kapitalanlage kritisch

Mercer-Report untersucht Auswirkungen auf die Allokation. Investoren beurteilen Real Assets.

Der Klimawandel wandelt auch die Portfolios institutioneller Anleger. Dies ergaben zwölf Interviews mit internationalen Pensionsfonds, die bereits an dem vor einem Jahr veröffentlichten Mercer-Report „Climate change Scenarios – Implications for Strategic Asset Allocation“ teilgenommen haben. Teilnehmer waren zum Beispiel APG, AP1, British Telecom Pension Scheme, Calpers und der norwegische Ölfonds. Demnach will ein Drittel mehr in „climate sensitive assets“ investieren. Etwa 80 Prozent planen, mehr Klimawandel-Engagement bei Unternehmen und Politik zu betreiben. 
Zwar ist die Teilnehmerzahl für eine repräsentative Studie zu klein und dürfte zudem den Bias aufweisen, dass an einer Klimawandel-Studie diejenigen teilnehmen, die sich bereits mit diesem Makrothema auseinandergesetzt haben. Allerdings ist der Klimawandel für Kapitalanleger von steigender Relevanz, weil Real Assets betroffen sind und Umweltkatastrophen auch zu Fragen an in der Öffentlichkeit stehende Kapitalanleger führen. 
Um die Auswirkungen des Klimawandels auf Investments zu kalkulieren, erstellte Mercer Prognosen für Technologie, Impacts und Politik. Demnach können bis 2030 die zusätzlichen low-carbon-investments auf jährlich 180 bis 260 Milliarden Dollar wachsen, die jährlichen Kosten für Zerstörungen bei 70 bis 180 Milliarden Dollar liegen und die Emissionskosten um 130 bis 400 Milliarden Dollar pro Jahr steigen.
Mercer führt an, dass die Allokation zu klimasensitiven Assets die Belastbarkeit des Portfolios verbessern kann. Laut dem Report performen Aktien und Beteiligungen mit Nachhaltigkeits-Touch, Timber und Agrikulturanlagen in fast allen Klimawandel-Szenarien vergleichsweise gut. Die Umsetzung für die beiden letzteren Investments ist allerdings nicht trivial. Wie der Pensionsfonds AP1 mitteilt, fühlt man sich zwar durch den Report in seinen Forst- und Agrarinvestments bestätigt. Die Schweden verweisen jedoch auf wichtige andere Umweltthemen, soziale Fragen und die Governance, die vor solchen Investments geklärt werden müssen. Der britische Environment Agency Active Pension Fund fügt warnend hinzu, dass solche Real Investments sowie Aktien, Private Equity, Infrastruktur und Real Estate in einem Climate-Breakdown-Szenario den größten Risiken ausgesetzt sind.     
portfolio institutionell newsflash 18.01.2012/pe
  
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