Recht, Steuer & IT
27. August 2013

Kostspielige Regulierung

Die regulatorischen Änderungen treiben die Kosten und das Arbeitspensum in der Finanzbranche in die Höhe. Dies ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie von Robert Half, an der 1.100 Unternehmenslenker von Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern aus den sieben größten Finanzmärkten der Welt – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Hongkong, Singapur und den USA – teilnahmen.

Für 88 Prozent der Befragten weltweit und sogar 94 Prozent in Deutschland sind Themen wie Basel III, Fatca, Solvency II und Mifid die zentralen Herausforderungen. Beinahe jedes dritte Unternehmen rechnet damit, dass die Kosten aufgrund der regulatorischen Veränderungen in den kommenden zwölf Monaten durchschnittlich um 14 Prozent steigen. Die größten Kostensprünge erwarten dabei Führungskräfte aus Großbritannien, Singapur und Deutschland. Des Weiteren gehen zwei Drittel der Studienteilnehmer weltweit und 80 Prozent in Deutschland von einem wachsenden Arbeitsaufwand aus. Um die verschärften Regulierungsvorschriften für Unternehmen zu bewältigen, hat immerhin ein Drittel der befragten Führungskräfte seine Budgets aufgestockt. 

Gutes Personal ist nur schwer zu finden

Neben den höheren Kosten wirken sich die regulatorischen Veränderungen – wie bereits erwähnt – auf das Arbeitspensum aus. In Deutschland sind beispielsweise acht von zehn Führungskräften der Meinung, dass die Reformen zu einer höheren Arbeitsbelastung führen werden. Weltweit rechnen 66 Prozent damit. Um dies zu bewältigen, ist zusätzliches Personal nötig. Und so plant fast jedes fünfte Unternehmen, auch in Deutschland, zusätzlich feste Mitarbeiter einzustellen. Allerdings gestaltet sich die Suche laut 89 Prozent der befragten Unternehmenslenker schwierig. In den deutschen Häusern beklagen dies sogar 91 Prozent. Fast genauso viele der deutschen Führungskräfte befürchten darüber hinaus, wichtige Leistungsträger zu verlieren. Diese Sorge teilt auch die Mehrheit der Unternehmenslenker aus den anderen Finanzplätzen.

Einsatz von Interimsmanagern nimmt zu

„Neue regulatorische Anforderungen in der Finanzdienstleistungsbranche führen zu einer erhöhten Nachfrage nach Fachkräften mit entsprechender praktischer Erfahrung“, so Neil Owen, Global Practice Director bei Robert Half Financial Services. „Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage wird der Wettbewerb um die benötigten Fähig­keiten allerdings immer größer. Die mit den Finanzreformen einhergehenden neuen Prozesse und Berichtspflichten werden daher­ in vielen Unternehmen durch den Einsatz von Interimsmanagern abge­fangen, die über einen begrenzten Zeitraum zum Beispiel Compliance-Initiativen managen“, erklärte Owen weiter. Und tatsächlich bestätigt ein Drittel der befragten Führungskräfte aus der Finanzbranche weltweit und in Deutschland, mehr Interims- und Projektmitarbeiter einstellen zu wollen.   
 
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, sehen die befragten Führungskräfte die nationale (46 Prozent) und die globale (39 Prozent) Wirtschaftslage als wichtigste externe Herausforderung. Es folgen die allgemeine Verschärfung des Wettbewerbs sowie die wirtschaft­liche Instabilität der Eurozone. Trotz der andauernden regionalen Herausforderungen – beispielsweise in der Eurozone – blicken die Führungskräfte weltweit in allen betrachteten Finanzzentren mit großer Zuversicht in die Zukunft. Besonders deutlich zeigt sich dies in Deutschland, wo annähernd neun von zehn Befragten Vertrauen in die nationale Wirtschaft bekunden. Sie sehen auch die Wachstums­perspektiven des eigenen Unternehmens positiv.

portfolio institutionell, Ausgabe 7/2013

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3. Juli 2013

Kostspielige Regulierung

In den kommenden zwölf Monaten werden die Kosten für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister durchschnittlich um 14 Prozent steigen, so eine neue Studie von Robert Half. Die Branche ist zudem auf Personalsuche.

Die regulatorischen Änderungen treiben die Kosten und das Arbeitspensum in der Finanzbranche in die Höhe. Dies ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie von Robert Half, an der 1.100 Unternehmenslenker von Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern aus den sieben größten Finanzmärkten der Welt – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Hongkong, Singapur und den USA – teilnahmen.
Für 88 Prozent der Befragten weltweit und 94 Prozent in Deutschland sind Themen wie Basel III, Fatca, Solvency II und Mifid die zentralen Herausforderungen. Beinahe jedes dritte Unternehmen rechnet damit, dass die Kosten aufgrund der regulatorischen Veränderungen in den kommenden zwölf Monaten durchschnittlich um 14 Prozent steigen. Die größten Kostensprünge erwarten Führungskräfte aus Großbritannien, Singapur und Deutschland. Des Weiteren gehen zwei Drittel der Studienteilnehmer weltweit und 80 Prozent in Deutschland von einem wachsenden Arbeitsaufwand aus. Um die verschärften Regulierungsvorschriften für Unternehmen zu bewältigen, hat immerhin ein Drittel der befragten Führungskräfte seine Budgets aufgestockt.
Dringend gesucht: gutes Personal
Neben den höheren Kosten wirken sich die regulatorischen Veränderungen auch auf das Arbeitspensum aus. In Deutschland sind beispielsweise acht von zehn Führungskräften der Meinung, dass die Reformen zu einer höheren Arbeitsbelastung führen werden. Weltweit rechnen 66 Prozent damit. Um dies zu bewältigen, ist zusätzliches Personal nötig. Und so plant fast jedes fünfte Unternehmen, auch in Deutschland, zusätzlich feste Mitarbeiter einzustellen. Allerdings gestaltet sich die Suche laut 89 Prozent der befragten Unternehmenslenker schwierig. In den deutschen Häusern beklagen dies sogar 91 Prozent. Fast genauso viele der deutschen Führungskräfte sorgen sich darüber hinaus davor, wichtige Leistungsträger zu verlieren.
„Neue regulatorische Anforderungen in der Finanzdienstleistungsbranche führen zu einer erhöhten Nachfrage nach Fachkräften mit entsprechender praktischer Erfahrung“, so Neil Owen, Global Practice Director bei Robert Half Financial Services. „Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage wird der Wettbewerb um die benötigten Fähigkeiten allerdings immer größer. Die mit den Finanzreformen einhergehenden neuen Prozesse und Berichtspflichten werden daher in vielen Unternehmen durch den Einsatz von Interim Managern abgefangen, die über einen begrenzten Zeitraum zum Beispiel Compliance-Initiativen managen“, erklärte Owen weiter. Und tatsächlich bestätigt ein Drittel der befragten Führungskräfte aus der Finanzbranche weltweit und in Deutschland, mehr Interims- und Projektmitarbeiter einstellen zu wollen. 
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, sehen die befragten Führungskräfte die nationale (46 Prozent) und die globale (39 Prozent) Wirtschaftslage als wichtigste externe Herausforderung. Es folgen die allgemeine Verschärfung des Wettbewerbs sowie die wirtschaftliche Instabilität der Eurozone. Trotz der andauernden regionalen Herausforderungen – beispielsweise in der Eurozone – blicken die Führungskräfte weltweit in allen betrachteten Finanzzentren mit großer Zuversicht in die Zukunft. Besonders deutlich zeigt sich dies in Deutschland, wo annähernd neun von zehn Befragten Vertrauen in die nationale Wirtschaft bekunden. Sie sehen auch die Wachstumsperspektiven des eigenen Unternehmens positiv. 
portfolio institutionell newsflash 03.07.2013/kbe

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