Alternative Anlagen
28. Januar 2026

Lights on Offshore: Staaten wollen Strom aus der Nordsee

Regierungen sehen in Nordsee „Drehkreuz“ für Erneuerbare Energie. Jüngst erlahmte der Ausbau von Offshore-Windparks.

Die „Erklärung von Hamburg“ dürfte Anleger wie die Allianz, die bereits in Offshore-Windparks investiert haben, bestätigen. In der Erklärung bekräftigen die Anrainerstaaten der Nordsee, diese zum weltgrößten Drehkreuz für saubere Energie zu machen. Dabei wolle man sich insbesondere auf die Erzeugung Erneuerbarer Offshore-Energie und starke Verbundnetze stützen.

2023 meldete Allianz Capital Partners, dass man in einem ­Konsortium mit Norges Bank Investment Management und AIP Management 49,9 Prozent am Offshore-Windpark He Dreiht vom deutschen Energieversorger EnBW erwirbt. Die Allianz werde eine Beteiligung in Höhe von 16,6 Prozent am 960-Megawatt-Projekt erwerben. He Dreiht befindet sich in der deutschen Nordsee. Im Jahr zuvor erwarb die Allianz einen Anteil am Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid in den Niederlanden. Ebenfalls 2022 wurde ein Investment in eine Stromtrasse bekannt, die erstmals deutsche und britische Stromnetze verbindet.

Eigenkapital-Engagements in Windparks in der Nordsee sind auch von der Barmenia-Gothaer und der Alten Leipziger bekannt. Künftig, so hoffen die Regierungen der Anrainerstaaten, kommen weitere Investoren hinzu, um Europas Energiezukunft in der Nordsee aufzubauen: „Die EU-Mitgliedstaaten, die diese ‚Erklärung‘ unterzeichnet haben, und das Vereinigte Königreich verfolgen das übergreifende Ziel, bis zu 100 Gigawatt von unserer gemeinsamen Zielsetzung von 300 Gigawatt durch grenzübergreifende Projekte der Zusammenarbeit zu entwickeln. Um diese gemeinsame Zielsetzung zu erreichen, sind Kapitalinvestitionen, insbesondere aus dem Privatsektor, in größerem Umfang erforderlich.“

Abschreibungen statt Ausschreibungen

Im vergangenen Jahr stockte jedoch der Ausbau von Offshore-Windanlagen. Die EnBW musste eine milliardenschwere Abschreibung auf zwei britische Offshore-Windparks vornehmen und im August gingen erstmals bei einer Ausschreibung keine Gebote ein.  Der Verband BDEW führt für das Desinteresse neben gestiegenen Kapitalkosten und Strompreisrisiken die hohe geplante Bebauungsdichte an. Diese führe dazu, „dass die Volllaststunden auf den nun ausgeschriebenen Flächen durch Verschattungseffekte signifikant reduziert werden“.

Allianz geht lieber vor Frankreich offshore

Für mehr Wind wird auch der von den Staaten geplante Offshore-Finanzierungsrahmen nicht sorgen. Hilfreicher für Investoren dürfte eine regionale Diversifikation sein. Die Allianz wurde aktuell für ihren dritten Offshore-Windpark – eine Minderheitsbeteiligung von 20,25 Prozent am Windpark îles d’Yeu et Noirmoutier – vor der französischen Atlantikküste fündig.

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