Traditionelle Anlagen
30. September 2019

Locals lohnen nicht

Über zehn Jahre über vier Prozent p.a. mehr für Hard Currency EM-Bonds. Letztere auch bei Sharpe Ratio besser.

In einem Jahresrückblick für 2019 liegen unter den verschiedenen Asset-Klassen Emerging Markets gut im Rennen um einen Podiumsplatz. Dies gilt zumindest für die Hard-Currency-Variante und für die Bestandsaufnahme bis zum ersten Halbjahr, die die jüngste Argentinien-Krise noch nicht beinhaltet. Bis zum 30. Juni 2019 performte der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index mit 11,31 Prozent. Der Local-Currencies-Index JP Morgan GBI-EM Global Diversified legte in den ersten sechs Monaten um 8,72 Prozent zu.

Auch in der längerfristigen Betrachtung erwiesen sich in Dollar oder Euro denominierte Anleihen als die bessere Wahl. Für Hard Currency beliefen sich die Renditen in den vergangenen drei, fünf und zehn Jahren auf 5,47 Prozent, 5,3 Prozent beziehungsweise 7,78 Prozent. Die Local-Currency-Variante fuhr dagegen mit nur 4,24 Prozent, minus 0,45 und 3,41 Prozent deutlich weniger ein.

Locals besser aktiv managen

Gemäß Daten von E-Vestment schnitten Lokalwährungs-Anleihen jedoch besser ab, wenn sie aktiv gemanagt wurden. Über alle vier Zeitperioden lagen aktive Fonds im Durchschnitt über dem Index. Bei Hard Currency war dies nur in zwei Zeitperioden der Fall. Dafür war für die Kunden jedoch das Management von lokalen Bonds mit höheren Kosten verbunden. Im Durchschnitt lag die Fee für das Management von 50 Millionen Dollar bei 64 Basispunkten und für 500 Millionen Dollar bei 53,5 Basispunkten. Die Vergleichswerte für Hard Currency: 60 und 48,5 Basispunkte.

Höhere Fees bei Locals

Auch bezüglich der Sharpe Ratio kann Hard Currency rückblickend mehr überzeugen. Bekannte Adressen kommen in einer Risk-Reward-Statistik über drei Jahre im Schnitt auf eine Sharpe Ratio von 0,8 und der Index auf 0,72. Diverse Local-Currency-Anbieter kommen in diesem Zeitraum dagegen auf eine durchschnittliche Sharpe Ratio von nur 0,38 und der Index auf einen Wert von 0,29.

Sharpe Ratio von Franklin Templeton überzeugt

Vorzeigbar ist insbesondere die Sharpe Ratio von Franklin Templeton. Bei Hard Currency sind es über drei Jahre 1,39. Der zweitplatzierte unter den bekannten Adressen, Pimco, kommt auf einen Wert von 0,97. Es folgen JP Morgan und Wellington. Bei Local Currencies liegt Franklin Templeton mit 0,53 ebenfalls vorn. Zwischen 0,46 und 0,42 liegt die Sharpe Ratio von Fidelity, Colchester Global Investors und Ashmore.

Autoren:

Schlagworte:

In Verbindung stehende Artikel:

Eine Antwort zu „Locals lohnen nicht

  1. Die Bewertung von Hard Currency Bonds wird stark von amerikanischen Staatsanleihen beeiflusst, denn sie sind mit einem Aufschlag auf Treasuries bepreist. Die sinkende Marktrendite gab den Preisen über Jahre hinweg Auftrieb. Dieser Sondereffekt ist so nicht wiederholbar. Daher sind die Vergangenheitsdaten mit Vorsicht zu genießen. In den lokalen Märkten gibt es mehr Spielraum nach oben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.