Alternative Anlagen
4. November 2026

Logistik verzeichnet Renditeanstieg

LIP konstatiert zunehmende Renditedifferenzierung bei deutschen Logistikimmobilien. Hohe Preisabschläge bei Objekten mit Automotives-Nutzern.

Deutsche Logistik bleibt weiterhin gefragt – trotzdem steigen die Renditen. Diese Entwicklungen sind dem aktuellen Marktbericht von LIP Invest zu entnehmen. In diesem Bericht analysiert LIP Invest die Entwicklungen von Investmentvolumen, Flächenumsatz und Neubautätigkeit sowie die Renditeentwicklung und geopolitischen Einflüssen auf die Logistikbranche.

Renditedifferenzierung verstärkt sich

IRR getriebenes, ausländisches Kapital sucht geeignete Logistikinvestments in Deutschland, so die Experten von LIP. Dadurch setze sich die Differenzierung der Renditen fort: Die Bruttoanfangsrenditen für Logistikimmobilien unter 40 Millionen Euro stiegen im 3. Quartal um 20 Basispunkte an und dürften bei anhaltend hohem Zinsniveau bis Jahresende weiter zulegen. Bei den größeren Objektvolumina liege die Rendite rund 50 bis 70 Basispunkte darüber zwischen 5,70 und 6,20 Prozent.

„Ähnliches sehen wir aktuell auch bei Objekten mit Automotive-Nutzern, wo es teils zu Preisabschlägen von bis zu einem Faktor kommt. Eine solch pauschale Nutzerbetrachtung greift natürlich zu kurz. Viel entscheidender sind doch die Objektkriterien. Ein Großteil der durch Automotive genutzten Objekte sind drittverwendungsfähig für viele andere Branchen und ein Preisabschlag daher ungerechtfertigt. Die Nutzervielfalt ist die große Stärke von Logistikimmobilien in Deutschland. Wer nur den Mieter und nicht zuerst Standort und Objektkriterien betrachtet, missachtet diese Stärke“, sagt Sebastian Betz, geschäftsführender Gesellschafter von LIP Invest.

Konstantes Transaktionsvolumen

Das Transaktionsvolumen am deutschen Investmentmarkt für Logistikimmobilien belief sich im dritten Quartal auf 1,5 Milliarden Euro und blieb damit auf dem Niveau des Vorquartals, so der Bericht. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn Logistikimmobilien für 4,1 Milliarden Euro gehandelt, womit sich das Ergebnis auf Vorjahresniveau bewege.

Das verschärfte Zinsumfeld bremse jedoch teilweise die Investmentaktivität. Der 10-Jahres-Swap stieg zeitweise um mehr als 50 Basispunkte. Bei langfristigen Finanzierungskonditionen von rund 4,50 Prozent verliert der Fremdkapitalhebel zunehmend an Wirkung, stattdessen wird bei aktuellen Transaktionen der Eigenkapitalanteil erhöht. Trotz des weiterhin hohen Investoreninteresses sei daher bis zum Jahresende nicht mit einem signifikanten Anstieg des Transaktionsvolumens zu rechnen.

Flächennachfrage nimmt zu, Neubau stagniert

Zu den größeren Abschlüssen zählt laut LIP die Anmietung von rund 61.000 Quadratmetern in Könnern bei Halle durch Bw Bekleidungsmanagement zur Versorgung der Bundeswehr. Demgegenüber stagniere die Neubautätigkeit auf niedrigem Niveau. Im dritten Quartal wurden lediglich rund 800.000 Quadratmeter neue Logistikfläche errichtet. Zunehmend an Bedeutung gewinnen Brownfield-Entwicklungen, da verfügbare Grundstücke auf der grünen Wiese knapper werden. So entwickelt Logicor auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal in Frechen rund 65.000 Quadratmeter neue Logistikfläche.

Chinesen stärken lokale Logistikstrukturen

Als weitere Entwicklung verzeichnet LIP, dass die seit Juli erhobenen EU-Zollgebühren auf Kleinsendungen aus Drittstaaten das Wachstum chinesischer Handelsplattformen in Deutschland bremsen. Als Reaktion würden chinesische Unternehmen verstärkt lokale Logistikstrukturen aufbauen. Ihr Anteil am Flächenumsatz steige und sorge für zusätzliche Nachfrage nach Logistikimmobilien.

Auch die zunehmende Automatisierung verändere die Anforderungen an Logistikstandorte. Erste Unternehmen testen bereits humanoide Roboter für Sortier-, Lager- und Kommissionierungsprozesse. Dadurch könnte die Abhängigkeit von verfügbaren Arbeitskräften langfristig sinken, während eine zuverlässige Energieversorgung weiter an Bedeutung gewinnt.

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