Alternative Anlagen
2. Dezember 2020

Luxemburgische Private-Debt-Fonds wachsen um 36 Prozent

KPMG/Alfi: Direct-Lending- und Senior-Loan-Strategien legen um sieben und zwei Prozent zu. High-Yield-Allokation sinkt um fünf Prozent.

Die dritte Fassung der Studie „KPMG Private Debt Fund Survey“ in Zusammenarbeit mit dem Verband der luxemburgischen Fondsindustrie (Alfi) zeigt die starke Wachstumsdynamik der in Luxemburg domizilierten Private-Debt-Fonds. Sie zeigt, dass die Assets under Management (AuM) der privaten Schuldfonds in diesem Sektor im Vergleich zum Vorjahr um 36,2 Prozent angestiegen sind, was das verwaltete Gesamtvermögen auf den Rekordwert von 108,4 Milliarden Euro brachte. In 2019 betrug das Wachstum der verwalteten Vermögen in Private-Debt-Fonds 14,5 Prozent.

Die AuM im Bereich Direct Lending und der Strategien für Senior Loans sind um sieben Prozent beziehungsweise zwei Prozent gestiegen; der Anteil von High Yield sank um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 28 Prozent der regulierten Fonds sind als RAIFs strukturiert, ein Anstieg von acht Prozent im Vergleich zu 2019. Wie die Studie zeigt, stammten 82 Prozent der Fondsinitiatoren aus der EU, 17 Prozent aus Nordamerika und ein Prozent aus Mittel- und Südamerika. Von den EU-Initiatoren kommen 43 Prozent aus Großbritannien, 21 Prozent aus Deutschland, zehn Prozent aus Frankreich und ein Prozent aus Luxemburg. 73 Prozent der Private-Debt-Fonds sind geschlossene Vehikel.

Wandel hin zu Private Markets

Camille Thommes, Generaldirektor der Alfi, kommentiert: „Die diesjährige Umfrage zeigt, dass private Debt eines der am schnellsten wachsenden Segmente unter den Alternativen Anlagen ist. Auf globaler Ebene prognostiziert Preqin für den Zeitraum 2020 bis 2025 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 11,4 Prozent, wobei sich die AuM bis 2025 auf 1.456 Milliarden US-Dollar belaufen. Da 79 Prozent der institutionellen Investoren in Private-Debt-Fonds investieren, wird erwartet, dass viele von ihnen ihren Anteil hier weiter erhöhen werden. Auch die Emittenten wenden sich für ihre Finanzierung zunehmend an Private Markets und bestätigen damit einen grundlegenden Wandel, wobei die Kapitalmärkte als Finanzierungsquelle für die Realwirtschaft eine größere Rolle spielen.“

Valeria Merkel, Partner Audit & Co-Head of Private Debt bei KPMG, sagt: „Der Markt für Private Debt hat in den letzten Jahren einen enormen Erfolg verzeichnet und sich kontinuierlich zu einer starken Anlageklasse entwickelt. Und heute, inmitten des Chaos einer globalen Pandemie, ist er nicht nur widerstandsfähig geblieben, sondern übertrifft auch weiterhin die Erwartungen. Im Einklang mit den Ergebnissen des letzten Jahres schreiten die Kreditfonds, die als reservierte alternative Investmentfonds (RAIFs) eingerichtet wurden, stetig voran, mit einem Anstieg von plus acht Prozent in diesem Jahr. Und die EU bleibt das geografische Investitionsziel der Wahl: 39 Prozent der Befragten bevorzugen sie.“

Julien Bieber, Partner Tax & Co-Head of Private Debt bei KPMG, fügt hinzu: „Wandel ist wirklich die einzige Konstante, wenn es um die Steuerlandschaft geht, und das Jahr 2020 erwies sich als nicht anders. Dieses Jahr sahen wir die Umsetzung der zweiten EU-Richtlinie zur Bekämpfung der Steuerumgehung (ATAD 2) in luxemburgisches Recht. Diese neuen Regeln haben bei den Akteuren der Kreditfonds und der Alternativen Anlagen Wellen geschlagen, und die Auswirkungen waren in vielen Schichten der Branche der Alternatives zu spüren. Man muss die Investitionsstrukturen mit neuen Augen betrachten.“

Stresstests der Esma

Die Studie enthält zudem einen Überblick über die Regulatorik: 2020 war demnach ein ereignisreiches Jahr für Liquiditätsrisikomanagement und Stresstests. Die endgültigen Richtlinien der Esma zu Liquiditätsstresstests für Ogaws und AIFs traten am 30. September 2020 in Kraft. Am Tag zuvor hatte die Luxemburger Finanzaufsicht CSSF (Commission de Surveillance du Secteur Financier) das Rundschreiben 20/752 veröffentlicht, das die Anwendung der oben genannten Esma-Richtlinien bestätigte. Diese Dynamik auf regulatorischer Seite habe zusammen mit der Covid-19-Krise dazu geführt, dass der Markt vor noch nie dagewesene Herausforderungen gestellt wurde, die in der Studie erörtert werden.

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