Pensionsfonds
7. April 2021

Mehr Risikobereitschaft bei Staatsfonds

Staatsfonds haben Marktverwerfungen genutzt. Lieber US-Aktien als EM-Aktien.

Wie investieren Staatsfonds in der Pandemie? Dieser Frage gingen State Street Corporation und das internationale Forum für Staatsfonds (IFSWF), im Rahmen einer Studie nach. Beim IFSWF handelt es sich um eine Gruppe von Staatsfondsmanagern aus fast 40 Ländern. Die Studie stützt sich auf Daten von State Street und auf Gespräche mit sieben der größten IFSWF-Mitgliedern.

Wie aus der Untersuchung hervorgeht, haben viele Staatsfonds nach und nach Teile ihrer angesammelten Barmittel eingesetzt und festverzinsliche Positionen abgebaut, um das Engagement in Risikoanlagen zu erhöhen, während sich die Finanzmärkte im Laufe der Pandemie wieder erholten. Die Risikobereitschaft der institutionellen Anleger hat sich bis März 2021 in allen Anlageklassen ebenfalls allgemein verbessert, insbesondere was Fremdwährungen, rohstoffsensible Anlagen und Entscheidungen zur Aktienumschichtung anging. Die durchschnittliche Aktienquote liegt bei etwa 50 Prozent.

Dies kontrastiert mit einer früheren Untersuchung von IFSWF und State Street, die im Mai 2020 veröffentlicht wurden. Zu Beginn des Jahres 2020 waren die institutionellen Anleger noch vorsichtig, die Barbestände erreichten den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008/09.

Mehr Aktien, mehr Private Assets

„Langfristig orientierte Anleger haben in allen Anlageklassen risikofreudige Umschichtungsentscheidungen getroffen, indem sie ihre Barbestände reduziert und das Aktienengagement erhöht haben. Gleichzeitig haben sie ihre Portfolios weiter diversifiziert, indem sie vermehrt in private Anlageformen investiert haben“, erklärt Neill Clark, Head of State Street Associates, Europe, Middle East and Africa (EMEA), State Street. „Bei den Aktien stieg der Appetit der institutionellen Anleger auf börsennotierte US-Titel spürbar, während sich das Engagement in Schwellenlandaktien deutlich reduzierte. Das aktuelle gesamtwirtschaftliche Umfeld, die erwarteten steuerlichen Anreize und die Portfolioausrichtung von institutionellen Anlegern und Staatsfonds geben für den weiteren Verlauf des Jahres 2021 Grund für Optimismus.“

Healthcare und Technologie gefragt

„Während der Pandemie haben Staatsfonds ihren langfristigen Anlagehorizont genutzt, um von Marktverwerfungen zu profitieren“, erläutert Duncan Bonfield, Chief Executive, IFSWF. „Die Untersuchung zeigt außerdem, dass Staatsfonds nach wie vor nach Anlagemöglichkeiten in Branchen wie Technologie und Healthcare Ausschau halten, die sich während der Pandemie stark entwickelt haben, insbesondere in privaten Märkten, wo die Renditen mit den mehrjährigen Anlagekonzepten der Staatsfonds zusammenpassen. Dieses Vorgehen unterstreicht die institutionelle Disziplin und die Ausrichtung auf langfristige Rendite.“

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