Mehr Unsicherheit, mehr aktives Management, mehr Evergreens
Resilienz im Fokus der Investoren. Schroders-Survey ermittelt Erwartung, dass aktives Aktienmanagement Konzentrationsrisiken mindert.
Die mit dem Slogan „America First“ vermarktete Außenpolitik der USA kommt unter deutschen Investoren als „Uncertainty First“ an. Wie die Schroders Global Investor Insights Survey 2026 ermittelte, ist die US-Außenpolitik für 84 Prozent der deutschen Anleger die größte geopolitische Sorge. Dieser Wert liegt weit über dem globalen Durchschnitt von 67 Prozent. In den Survey gingen die Antworten von 1.025 Investoren ein, davon 288 aus Europa. Etwa drei Viertel der Befragten entstammt dem institutionellen Lager, zu dem die Studienmacher auch die teilnehmenden Single Family Offices zählen. Beim verbleibenden Viertel handelt es sich um sogenannte Wealth-Gatekeeper. Die Umfrage fand nach Ausbruch des Irankriegs statt.
Der Survey wartet mit interessanten Erkenntnissen zu Anlagestrategien und zum Wealth-Segment auf: Dass 85 Prozent der Befragten erwarten, dass die Volatilität aufgrund von makro- und geopolitischen Risiken steigt, mag wenig überraschen. Dass aber ebenso viele Investoren zuversichtlich sind, dass aktives Management Anlageziele erreicht, lässt schon eher aufhorchen. Konsequenterweise planen immerhin 31 Prozent, Vermögenswerte von passivem zu aktivem Management umzuschichten. 48 Prozent geben an, dass sie aktives Management aufgrund seiner Fähigkeit schätzen, die Konzentrationsrisiken an den Aktienmärkten zu steuern.
Johanna Kyrklund, Group Chief Investment Officer bei Schroders, sagt: „Investoren gestalten Portfolios neu, um Diversifikation und Resilienz in den Mittelpunkt zu stellen, während sie gleichzeitig geopolitische Risiken unter einen Hut bringen. Es ist bezeichnend, dass unter diesen Umständen eine überwältigende Mehrheit der Anleger Vertrauen ausdrückte, dass aktive Manager diese Ziele in den nächsten 12 bis 18 Monaten erreichen können.“
Alternatives & Wealth
Ein Extrakapitel des Survey widmet sich dem Thema „Alternative Anlagen für Wealth-Kunden“. Interessant auch für institutionelle Investoren ist, dass die bekannt gewordenen Redemptions-Probleme und Gatings der Evergreen-Begeisterung im Wealth-Segment offenbar nichts anhaben kann. Laut Umfrage erwarten die Wealth-Investoren zu 29 Prozent, dass die Nachfrage nach Evergreens in den nächsten ein bis zwei Jahren zunimmt. Deutlich mehr, nämlich 56 Prozent, gehen davon aus, dass die Evergreen-Nachfrage in den nächsten zwei bis fünf Jahren steigt.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Aktien | Aktiv vs. Passiv | Privatmarktanlagen / Private Assets
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