Recht, Steuer & IT
22. November 2016

Mifid II wirft ihren Schatten voraus

Bis zum Inkrafttreten der Finanzmarktrichtlinie bleibt Vermögensverwaltern noch gut ein Jahr Zeit, die Vorbereitungen laufen jedoch bereits auf Hochtouren. Bessere Daten- und Analysetools sind gefordert.

Mit Sorge blickt die Mehrheit der Vermögensverwalter weltweit auf die anstehenden Veränderungen durch Mifid II. Dies zeigt eine Umfrage von State Street, an der sich im August dieses Jahres insgesamt 100 Vermögensverwalter, darunter 50 Hedgefondsmanager, beteiligten. Demnach sind fast drei Viertel der Befragten besorgt wegen den Herausforderungen, die die Richtlinie mit ihrem Inkrafttreten im Januar 2018 mit sich bringen werden.
Die Finanzmarktrichtlinie soll den Anlegerschutz erhöhen und enthält neue Offenlegungspflichten bezüglich Kosten und Gebühren, neue Bedingungen hinsichtlich des Aufbaus und Vertriebs von Finanzinstrumenten sowie erhöhte Transparenzvorschriften für den Vor- und Nachhandel aller Arten von Aktien und Wertpapieren. Mehr als die Hälfte aller Befragten ist überzeugt, dass die Transparenzvorschriften für den Vor- und Nachhandel die größten Auswirkungen auf ihre Unternehmen haben werden. Unter den befragten Hedgefondsmanagern teilen diese Auffassung sogar mehr als drei Viertel.
Die Mifid-II-Richtlinie wird zwar erst für 2018 erwartet, sie wirkt sich dennoch schon heute auf die Unternehmen aus. Mehr als drei Viertel der Befragten berichten, dass sie bereits vermehrt Zeit dafür aufwenden, bestehende Richtlinien mit der Geschäftsführung und den Vorstandsmitgliedern zu diskutieren. Dies zeigt laut State Street eindeutig, dass der Bedarf an zuverlässiger Beratung und Anleitung steigt. Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen durch Schulung und Weiterbildung besser aufgestellt wäre, um Veränderungen umzusetzen. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass es für die Umsetzung der regulatorischen Veränderungen bessere Daten- und Analysetools erfordert. Nur so könne man sich in einem immer komplizierter werdenden Umfeld zurechtfinden.
„Das geforderte Reporting ist mit erheblichen Pflichten im Datenübermittlungsprozess verbunden. Bei unseren Kunden nimmt daher das Interesse an Anwendungen zu, die dies erleichtern. Darüber hinaus fördert MiFID II den Wechsel zu elektronischen Plattformen. Dies ist für den modernen Handel eine durchaus zu begrüßende Entwicklung. Jedoch muss dafür gesorgt werden, dass effektive Sicherungssysteme vorhanden sind, welche die Konformität mit sämtlichen Richtlinien gewährleisten“, kommentierte Kim Newell-Chebator, Emea Leiter im Bereich Global Markets bei State Street. 
portfolio institutionell newsflash 22.11.2016/Kerstin Bendix

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