Versicherungen
5. Oktober 2020

Münchener Verein hat Deutsche Klimavereinbarung unterzeichnet

Bislang einzige Versicherung. Seit vergangenem Jahr auch Impact Investments.

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe ist als erster deutscher Versicherer der Klima-Selbstverpflichtung beigetreten. Die anderen Unterzeichner sind überwiegend Akteure aus dem Bankensektor. Im Fokus der Selbstverpflichtung steht das Ausrichten der Kredit- und Investmentportfolien an Zielen des Pariser Klimaabkommens. Dieses ist Ende 2015 von 196 Staaten beschlossen worden und sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius vor.

„Auch für den Münchener Verein ist Nachhaltigkeit ein wesentlicher Grundsatz der Geschäftsstrategie“, betont Karsten Kronberg, CFO der Münchener Verein Versicherungsgruppe und verantwortlich für nachhaltige Kapitalanlagen. „Die Auseinandersetzung mit den immer stärker spürbaren Folgen des Klimawandels ist für den Münchener Verein als private Versicherungsgruppe Bestandteil unseres Risikomanagements. Die ökonomische Vernunft geht hierbei Hand in Hand mit der gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Die Ausrichtung der Kapitalanlageportfolien an den Pariser Klimazielen kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Deshalb unterstützen wir nachdrücklich die Deutsche Klimavereinbarung.“

Die Deutsche Klimavereinbarung gibt es seit 30.06.2020 und ist eine nationale Umsetzung des „UNEP FI Commitment to Climate Action“ des UN-Klimagipfels vom September 2019. Die Mitglieder der Deutschen Klimavereinbarung wollen bis spätestens Ende 2022 gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen ihrer jeweiligen Kredit- und Investmentbestände erarbeiten und einführen.

Die Unterzeichner wollen sich gegenseitig dabei unterstützen die notwendigen Emissionsdaten zu erheben und Methoden zur Messung sowie Ansätzen zur Steuerung des Bankgeschäfts im Einklang mit den Zielen zu entwickeln. Um der gemeinsamen Verantwortung und der jedes einzelnen Akteurs gerecht zu werden, verpflichtet sich jeder Unterzeichner jährlich (zum Beispiel im Rahmen seiner bestehenden Berichtsformate) über den individuellen Fortschritt bezüglich der Implementierung zu berichten.

Impact Portfolio Teil der Allokation

„Wir freuen uns, gemeinsam mit den anderen Akteuren ein starkes Signal senden zu können, Sustainable Finance voranzutreiben“, unterstreicht Karsten Kronberg. „Es gilt, herauszufinden, wie sich bestimmte Kapitalanlagen auf die CO2-Emissionen auswirken. Dann wollen wir die Kapitalanlage-Portfolien bewusst umlenken, um einen positiven Effekt zu erzielen. Ein Beispiel aus unserem Geschäftsjahr 2019: Wir haben die strategische Asset-Allokation bereits um ein Impact Portfolio erweitert, mit dem gezielt in solche Geschäftsmodelle investiert wird, die neben einer risikogerechten Verzinsung auch einen positiven Beitrag zur Erreichung der Klimaziele sicherstellt.“

Der Impuls für diese Selbstverpflichtung erfolgte aus einer von der Triodos Bank initiierten Gruppe von Finanzinstituten und zeitgleich über eine Banken-Arbeitsgruppe des WWF. Die Selbstverpflichtung steht allen Finanzakteuren zur Übernahme und Unterzeichnung offen.

Bislang 18 Unterzeichner

Insgesamt haben nun 18 Institutionen – Stand 29. September – die Deutsche Klimavereinbarung unterzeichnet. Mit Ausnahme des Münchener Vereins und den beiden Pensionskassen Verka und Hannoversche Kassen handelt es sich um Banken.

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