Alternative Anlagen
22. Juli 2013

Munich Re will Renewables aufstocken

Der weltgrößte Rückversicherungskonzern will seine Kapitalanlagen noch stärker in den Bereich der Erneuerbaren Energien umschichten. Das kündigte der zuständige Vorstand in einem Zeitungsinterview an.

Thomas Blunck ist bei Munich Re für die Kapitalanlagen im Segment Rückversicherung verantwortlich. In einem Interview mit der Börsen-Zeitung erläuterte er, wie er sich die weitere Allokation in diesem Segment vorstellt. Der Dax-Konzern hat bislang knapp über eine Milliarde Euro in Erneuerbare Energien investiert. Gemessen an den gesamten Kapitalanlagen von rund 220 Milliarden Euro ist der Anteil derzeit verschwindend gering. Doch das bekümmert Blunck nicht: „Den Schwerpunkt setzen wir bislang auf Solar- und Windkraftanlagen sowie Stromnetzbetreiber.“ Regional betrachtet konzentriert sich Munich Re bisher überwiegend auf Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Großbritannien und Schweden. 
Im Hinblick auf die weiteren Investitionen unterstrich Thomas Blunck, mittelfristig auch weiterhin ein Investitionsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro anzustreben: „Entscheidend ist für uns die erwirtschaftete Rendite bei den Projekten.“ Gleichwohl kann davon ausgegangen werden, dass die Münchner ihr Engagement anschließend weiter erhöhen. Zunächst wolle man diese besagte Größenordnung erreichen. „Anschließend werden wir uns möglicherweise weitere Ziele setzen auf Basis der gemachten Erfahrungen und des dann aktuellen Kapitalmarktumfeldes, wobei zum Beispiel auch die Inflationserwartungen eine Rolle spielen.“, erklärte Blunck in dem Zeitungsinterview. 
Netzwerke an der Angel 
Neben Windkraft- und Solaranlagen setzt die Rückversicherung in der Kapitalanlage auf ein Thema, das zwischen den Erneuerbaren Energien und Infrastruktur angesiedelt sei. „Wir wollen verstärkt in Netzwerke investieren“, erläutert Blunck; bislang ist Munich Re ausschließlich am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion beteiligt. Außerdem wolle man regional diversifizieren. Neben Europa soll auf Dauer auch in den USA investiert werden. 
Hinsichtlich der angestrebten Rendite äußerte sich Blunck eher zurückhaltend: „Die Munich Re investiert hier in illiquide Märkte zu langen Laufzeiten mit entsprechenden Änderungsrisiken. Das muss in der Risikoprämie entsprechend reflektiert werden.“ Im Hinblick auf die sinkenden Renditen in anderen Anlageklassen erklärte Blunck: „Die erzielte Rendite erlaubt uns eine leichte Kompensation aus dem sehr niedrigen Zinsumfeld für Rentenpapiere.“ 
Wie der Vorstand zudem betonte, betrachtet man die Investitionen in Erneuerbare Energien im Verbund mit anderen „realen Kapitalanlagen“, wie Immobilien oder Aktien. Diese Assets machten derzeit 14 Prozent des gesamten Kapitalanlageportfolios der Rückversicherungsgruppe aus, so Blunck. Der überwiegende Teil der Assets entfalle allerdings auf Rentenpapiere und Unternehmensanleihen. „Da wir sehr lang laufende Verbindlichkeiten haben, passen illiquide und langfristige Investitionen in Erneuerbare Energien oder Infrastruktur besonders gut zu unserem Geschäftsmodell“, erklärte Blunck.
portfolio institutionell newsflash 10.07.2013/Tobias Bürger 
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