Mutter gewinnt Mandat der Tochter

Die Commerz Real und die Versicherungsgruppe die Bayerische arbeiten künftig bei Infrastrukturinvestments zusammen. Bild: Pexels.
Versicherung die Bayerische mandatiert Commerz Real für Energiewendefonds. 500-Millionen-Fonds bislang von Aquila Capital gemanagt.
Die Commerz Real und die Versicherungsgruppe die Bayerische arbeiten künftig bei Infrastrukturinvestments zusammen. Wie die Partner gemeinsam mitteilen, wird die Commerz Real zum 1. Januar 2027 als Fondsmanager die Steuerung und Betreuung des mehr als 500 Millionen Euro umfassenden Pangaea Life Blue Energy übernehmen. Speziell an dieser Mandatierung ist, dass das Management des Fonds bislang bei Aquila Capital liegt, und damit einer Gesellschaft der Commerz Real.
Seit 2025 sind die Asset-Management-Beteiligungen der Commerzbank-Gruppe bei der Commerz Real AG gebündelt. Neben den Marken und Produkten der Commerz Real zählen dazu die Aquila Capital Investmentgesellschaft mit Fokus auf nachhaltige Sachwertinvestments im Bereich Energieinfrastruktur sowie Yellowfin als Boutique für liquide Investmentstrategien.
Wie die Bayerische und die Commerz Real berichten, soll das Mandat zum Jahreswechsel auf die Commerz Real übertragen werden. Kürzlich sei es europaweit ausgeschrieben worden und die Commerz Real habe sich gegen mehrere Mitbewerber durchsetzen können.
Bayerische suchte Werte, langfristige Denkweise und Leidenschaft
Zu den Gründen zur Trennung von Aquila macht die Bayerische in der Pressemitteilung keine Angaben. Aufschlussreich ist jedoch eine Aussage von Bayerische-Vorstand Martin Gräfer, warum die Wahl auf die Commerz Real fiel: „Dabei haben uns nicht nur Kompetenz und Größe überzeugt, sondern vor allem die Menschen dahinter. Wir haben Partner gesucht, die unsere Werte, unsere langfristige Denkweise und unsere Leidenschaft für dieses Projekt teilen. Genau das haben wir gefunden.“
Aufgabe der Commerz Real ist es nun, den Fonds weiterzuentwickeln. Neben Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen sollen künftig auch Speicher, Netze und weitere energienahe Infrastruktur stärker in den Fokus rücken. Hierfür soll die Commerz Real ihre Erfahrung im Management von Sachwertefonds sowie ihren Zugang zu passenden Infrastrukturprojekten einbringen. „Für uns zählt nicht nur, wo Erneuerbare Energie erzeugt wird, sondern auch, wie sie gespeichert, verteilt und wirtschaftlich nutzbar gemacht wird. Mit dem erweiterten Infrastrukturansatz stärken wir die Portfolioqualität des Blue Energy und richten den Fonds auf die nächste Phase der Energiewende aus“, sagt Judith Lechermann, CIO der Bayerischen.
Pangaea Life entstand 2017 als Produktmarke für Sachwertinvestments in den Bereichen Erneuerbare Energien und nachhaltige Wohnimmobilien der Münchener Versicherungsgruppe. Laut der Commerz Real verfügt Blue Energy zum Halbjahr über ein Fondsvolumen von rund 518,8 Millionen Euro und bietet Kunden seit Auflage eine durchschnittliche jährliche Bruttowertentwicklung von 6,0 Prozent. Der Fonds Blue Living verfügt aktuell über ein Fondsvolumen von rund 176,7 Millionen Euro und weist seit Auflage eine durchschnittliche jährliche Bruttowertentwicklung von 4,4 Prozent auf.
Abschreiber auf Aquila
Wenig glücklich mit der Hamburger Aquila dürfte man aber nicht nur in München, sondern auch in Frankfurt sein. Wie unter anderen die Börsen-Zeitung diesen Januar berichtete, musste die Commerzbank auf ihre Aquila-Beteiligung eine größere Abschreibung vornehmen. Zwei Aquila-Fonds, in denen institutionelles Geld in Höhe von 1,2 Milliarden Euro lag, seien in Schieflage geraten. Probleme soll es insbesondere bei der Entwicklung von Renewables in Südeuropa gegeben haben. Im Jahr 2024 hat die Commerzbank 74,9 Prozent an der Aquila Capital Investmentgesellschaft übernommen.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Asset Manager | Erneuerbare Energien / Renewables
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