Meinungen aus dem Markt
6. Juni 2022

Nach wie vor ein attraktiver Weg in Private Equity: Secondaries

Wie kann Private Equity das Produktangebot eines Vermögensverwalters ergänzen?

Die DWS hat einen guten Ruf bei Aktien und einer Reihe anderer Anlageklassen, wie zum Beispiel festverzinslichen Wertpapieren und ETFs, und bietet Privat- und Firmenkunden sowie institutionellen Kunden eine umfassende Palette von Lösungen. Die DWS hat aber auch einen starken Fokus auf alternative Anlagen und ist einer der führenden Anbieter in den Bereichen Immobilien und Infrastruktur. Um diesen alternativen Schwerpunkt zu verstärken, werden auch Private-Debt- und Private-Equity-Produkte aufgelegt, die auf höhere Renditen abzielen. Als globaler Vermögensverwalter ist die DWS bestrebt, ihr Alternatives-Geschäft weiter auszubauen, bieten doch Bereiche wie Private Debt und Private Equity einer Reihe von Kunden eine noch größere Auswahl und Diversifizierung, insbesondere im Niedrigzinsumfeld.

Was treibt das Wachstum des Private-Equity-Marktes an?

Private Equity hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum erfahren, da die Anleger ihre Portfolios weiter diversifizieren wollen, und auch angesichts der allgemein hohen Renditen von Private Equity, die in vielen Fällen die Aktienmärkte in den letzten zehn Jahren übertroffen haben. Eine aktuelle Analyse von McKinsey prognostiziert, dass die „private-market“-Fonds in den nächsten fünf Jahren von vier auf neun Billionen Dollar anwachsen. Das Wachstum wird durch drei Haupttrends untermauert: (1) die wahrgenommene „Illiquiditätsprämie“, die in der Vergangenheit in einem Niedrigzinsumfeld attraktive, oft zweistellige Renditen für langfristige Anleger erbracht hat; (2) das Private-Equity-Modell, das sich auf langfristige Investitionen konzentriert (PE-Fonds kaufen und halten ein Unternehmen in der Regel vier bis sieben Jahre lang) und können daher Entscheidungen in einem viel strategischeren Zeitrahmen treffen; und (3) das Niedrigzinsumfeld, das die Anleger zur „Renditejagd“ getrieben hat.

Wird Private Equity auch in Zukunft ein attraktiver Markt bleiben?

Private Equity ist inzwischen eine ausgereifte Anlageklasse, aber sie ist nach wie vor sehr innovativ, mit Tausenden von PE-Firmen, die sich auf verschiedene Möglichkeiten bei kleinen, mittelgroßen und großen Privatunternehmen in Amerika, EMEA und in Asien konzentrieren. Einige PE-Manager konzentrieren sich auf bestimmte Sektoren wie Gesundheit oder Technologie, während andere sich zu Multi-Strategie-Managern für alternative Anlagen entwickelt haben, die mehrere Produkte gleichzeitig anbieten. Während das Wachstum von Private Equity anhält, bleibt die Auswahl des richtigen Managers sowohl eine Kunst als auch eine Wissenschaft, und die Streuung der Renditen zwischen den besten und den schlechtesten Managern kann Tausende von Basispunkten ausmachen. Da die Anleger ihre Anteile an den privaten Märkten weiter erhöhen, scheint es, dass das Marktwachstum in Verbindung mit dem langfristigen Investitionsmodell und den starken historischen Renditen noch viele Jahre anhalten wird.

Was sind Private Equity Secondaries und inwiefern sind diese potenziell attraktiv für Anleger?

Der wachsende Umfang und die Geschichte des Private-Equity-Primärmarktes haben in den vergangenen 20 Jahren auch zur Entstehung eines Private-Equity-Sekundärmarktes geführt. Dieser Markt entstand in den 1990er Jahren, als Secondaries-PE-Firmen illiquide Beteiligungen an PE-Fonds von PE-Fonds-Investoren (Limited Partners) kauften. Der Markt ist von weniger als einer Milliarde Dollar im Jahr 2000 auf heute weit über 100 Milliarden Dollar angewachsen. Dies ist nach wie vor ein attraktiver Weg, um ein sofortiges Engagement in einer breiten Palette von PE-Fonds über Marktzyklen und Unternehmen hinweg zu erlangen, wobei eine kürzere Haltedauer im Vergleich zu einem traditionellen zehnjährigen PE-Fonds eine äußerst attraktive Cashflow-Dynamik bietet. Der Markt hat sich auch rasch in Richtung von General Partnern des Fonds, oder kurz GP-geführten Deals entwickelt (bei denen ein PE-Fonds am Ende der zehnjährigen Fondslaufzeit einen Vermögenswert an einen anderen PE-Fonds unter demselben PE-Manager „verkaufen“ kann, um den bestehenden Anlegern Liquidität zu verschaffen, dann aber mehr Zeit und mehr Kapital zur Verfügung zu haben, um den Wert für neue Anleger zu maximieren) und andere Strategien wie bevorzugtes Eigenkapital und Co-Investitionen in der Mitte der Laufzeit.

Sind GP-geführte Geschäfte in erster Linie im Interesse des GP?

Der GP-geführte Markt hat sich in den vergangenen zehn Jahren als eine Möglichkeit für PE-Fonds herauskristallisiert, gute Vermögenswerte zu halten, die ihre Wertschöpfungsstrategie nicht erfüllt haben, und auch von zusätzlichem Kapital zur Finanzierung von M&A-Akquisitionen und anderen Wachstumsinitiativen zu profitieren. Der Anreiz für den General Partner, gute Vermögenswerte zu halten, aber auch Managementgebührengebühren und Carried Interest (Erfolgsgebühren) zu erwirtschaften, ist nachvollziehbar. Wenn der Prozess jedoch transparent und rational abläuft, profitieren auch die Limited Partners (LP) davon, da er ein Liquiditätsereignis darstellt, das die Auflösung eines Altfonds ermöglichen kann, und gleichzeitig die Option bietet, in die nächste Phase der Equity Story eines bekannten Unternehmens zu reinvestieren. Darüber hinaus kann ein Unternehmen weiterhin mit einem langjährigen PE-Fonds-Eigentümer zusammenarbeiten und den Markt und die Wertschöpfung über mehrere Jahre hinweg beobachten.

Worauf sollten Anleger bei Investitionen in Secondaries-Fonds achten?

Wie der breitere PE-Markt haben sich auch die PE-Secondaries-Fonds weiterentwickelt und sind in vielen Fällen spezialisierter geworden, was den Anlegern eine große Auswahl auf dem Markt bietet. Traditionelle Secondaries-Fonds, die viele Fondsanteile kaufen, haben oft Tausende von Unternehmen in ihrem Portfolio, die eine starke Cashflow-Dynamik aufweisen und in der Vergangenheit hohe IRR-Renditen, aber ein niedrigeres Multiple of Cost (MOIC) als PE-Buyout-Fonds lieferten. GP-geführte Fonds konzentrieren sich auf eine oder mehrere Asset-Transaktionen und bieten zwar einige der Dynamiken traditioneller Secondaries-Fonds (mehrere PE-Manager und kürzere Halteperioden), sind aber wesentlich konzentrierter und bieten möglicherweise nicht die regelmäßigen Cashflow-Ausschüttungen traditioneller Fonds. GP-geführte Fonds streben jedoch in der Regel höhere MOICs an (jedoch nicht so hoch wie primäre Buyout-Fonds, die in der Regel eine 2-3-fache Rendite anstreben). Die Verwaltungsgebühren sind im Allgemeinen um 0,5 bis ein Prozent niedriger als bei Buyout-Fonds (die in der Regel eine jährliche Gebühr von zwei Prozent erheben). Viele Secondaries-Manager verfolgen einen hybriden Ansatz, indem sie LP-Beteiligungen an Fonds kaufen und auch in GP-geführte Transaktionen investieren. Anleger sollten jedoch darauf achten, dass solche Manager über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, um direktere GP-geführte Transaktionen (die eine detailliertere Due-Diligence-Prüfung erfordern) im Gegensatz zu dem eher index- und cashflow-orientierten Ansatz traditioneller Manager zu zeichnen.

Wie wird sich der Secondaries-Markt weiterentwickeln?

Der Secondaries-Markt ist weiterhin innovativ und entwickelt sich mit neuen Marktteilnehmern weiter, die den Anlegern noch mehr Auswahl bieten. Neue Wachstumsbereiche auf dem Secondaries-Markt sind „Mid Life“-Transaktionen (bei denen ein Secondaries-Investor eine M&A-Transaktion für ein bestimmtes Portfoliounternehmen finanzieren kann), „Preferred Equity“ (bei dem ein Fonds einem bestehenden PE-Fondsportfolio Kapital zur Verfügung stellen kann, wobei er Sicherheiten an bestimmten Vermögenswerten und Vorrang im Ausschüttungswasserfall erhält), während das Secondaries-Modell auch auf Bereiche wie Immobilien, Infrastruktur und private Kredite angewendet wird. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Markt in den nächsten vier bis fünf Jahren von 100 auf 500 Milliarden Dollar anwächst – bleiben Sie dran!

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