Strategien
26. September 2012

Nachhaltigkeit ist weiter auf dem Vormarsch

Laut dem neuen FNG-Marktbericht stieg das Volumen nachhaltiger Anlagen in Deutschland im vergangenen Jahr um elf Prozent. Der Anteil der institutionellen Investoren war jedoch rückläufig.

Die nachhaltigen Anlagemärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben weiter zugelegt. Wie aus dem aktuellen Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hervorgeht, ist das Marktvolumen aller drei Länder zusammen innerhalb eines Jahres um nahezu zehn Prozent auf 103,5 Milliarden Euro Ende 2011 gestiegen. Auf den deutschen Markt entfallen davon insgesamt 63 Milliarden Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von elf Prozent entspricht. 
Der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber zeigte sich mit dieser Entwicklung zufrieden: „Das Plus von elf Prozent beim nachhaltigen Anlagemarkt belegt das ungebrochene Interesse sowohl bei privaten als auch institutionellen Investoren.“ An dieser Stelle muss jedoch angemerkt werden, dass der Anteil institutioneller Investoren an nachhaltigen Investmentfonds und Mandaten im Vergleich zu 2010 gesunken ist, und zwar von 77 auf 68 Prozent. Diesen Rückgang erklärt das FNG damit, dass der Anteil privater Investoren in Deutschland immer recht hoch war – 2009 waren es 45 Prozent – und 2010 einzig das enorme Wachstum bei institutionellen Anlegern dafür sorgte, dass der Anteil privater Anleger auf lediglich 23 Prozent fiel. Ungeachtet dessen erwarten die 74 Finanzdienstleister, die für den FNG-Marktbericht Angaben zu ihren nachhaltigen Anlagen offengelegt haben, dass weitere Wachstumsimpulse für den nachhaltigen Anlagemarkt in Deutschland in erster Linie von institutionellen Investoren ausgehen.
Wie aus dem Marktbericht weiter zu entnehmen ist, haben insbesondere Publikumsfonds inklusive geschlossene Fonds und Mandate zu dem Wachstum in Deutschland beigetragen. Sie legten zusammen um 28 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro zu und haben damit ihren Anteil am Gesamtmarkt in Deutschland erstmals über die Ein-Prozent-Marke gehoben (1,2 Prozent).
Ausschlüsse sind weiterhin bevorzugt
Unter den nachhaltigen Anlagestrategien sind Ausschlüsse nach wie vor am weitesten verbreitet. Diese Strategie wurde bei Investmentfonds und Mandaten im Volumen von rund 17,1 Milliarden Euro angewandt. Da Ausschlusskriterien auch bei konventionell gemanagten Fonds als Asset Overlay eingesetzt wurden, kommen weitere 601,2 Milliarden Euro hinzu. Hinter den Asset Overlays stehen laut FNG mehrere große Asset Manager, die 2010 und 2011 damit angefangenen haben, Ausschlüsse auf ihre gesamten Assets anzuwenden. Das dominierende Ausschlusskriterium ist dabei die Herstellung von Streumunition. „Es ist ein großer Fortschritt für uns alle, dass Hersteller von Streumunition zunehmend der Zugang zum Kapitalmarkt erschwert wird“, kommentiert Weber.
Nach den Ausschlusskriterien ist der Best-in-Class-Ansatz mit einem Volumen von 13,1 Milliarden Euro in Deutschland die zweitwichtigste Anlagestrategie, was einem Zuwachs von 27 Prozent entspricht. An Bedeutung gewonnen hat auch die Integration von ESG-Kriterien in die Finanzanalyse. In den Vorjahren war diese Strategie kaum relevant, kam 2011 aber immerhin bei 11,4 Milliarden Euro zum Einsatz. An Relevanz eingebüßt hat unterdessen die Stimmrechtsausübung, deren Anteil um 28 Prozent zurückging.
Bei einem Blick auf die Asset Allocation fällt auf, dass die Bedeutung von Anleihen im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Im Jahr 2011 lag dieser bei 57 Prozent, nachdem es 2010 noch 65 Prozent waren. Ebenfalls eingebüßt haben Aktien. Deren Anteil fiel von 28 auf 23 Prozent. Als Gewinner kristallisierten sich Geldmarkt/Bankeinlagen und Direktbeteiligungen heraus, deren Anteile auf zehn beziehungsweise neun Prozent zulegte. 
portfolio institutionell newsflash 26.09.2012/kbe
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