Investoren
18. Juni 2021

Nachhaltigkeit überzeugt Investoren

Union-Umfrage: Große Zufriedenheit mit nachhaltigen Kapitalanlagen. Regulatorik entscheidender Impuls.

Nachhaltige Kapitalanlagen werden nicht mehr in Frage gestellt. 78 Prozent der von Union Investment in einer aktuellen Markterhebung befragten Investoren gaben an, dass die Rendite bei nachhaltigen Investments gleich hoch oder gar höher sei als bei konventionellen Strategien. Und 79 Prozent bescheinigen den nachhaltigen Anlagen ein ebenso gutes oder sogar besseres Risikomanagement als konventionellen Investments. Ebenfalls auf vier Fünftel beläuft sich der Anteil der Investoren, die Nachhaltigkeitskriterien benutzen. Für die Studie wurden 201 institutionelle Anleger in Deutschland mit einem verwalteten Vermögen in Billionenhöhe befragt.

Weiter geht aus der Studie hervor, dass erstmals seit Beginn der Erhebung vor mehr als zehn Jahren eine Mehrheit der Befragten das im Markt verfügbare Angebot an nachhaltigen Investmentprodukten positiv bewertet. Dagegen bewegten sich die Zustimmungswerte in den vergangenen Jahren stets zwischen 30 und 35 Prozent. Ausdruck einer zunehmenden Marktreife ist auch das verstärkte Engagement der Investoren, die ihre Aktionärsrechte in größerer Zahl wahrnehmen. 37 Prozent führen einen Dialog mit den Emittenten ihrer Anlagen. Allerdings sind die aktiven Großanleger damit nach wie vor in der Minderheit.

„Beim nachhaltigen Umbau der Wirtschaft sind auch die Investoren gefragt. Das Engagement als aktiver Aktionär spielt bei der Transformation der Unternehmen eine wichtige Rolle. Es gilt, im Dialog mit den Emittenten die Modernisierung der Wirtschaft zu fördern“, betont Alexander Schindler, Vorstand von Union Investment mit Zuständigkeit für das institutionelle Kundengeschäft.

Stark gefallen ist dagegen der Anteil der Investoren, für die ein Ausstieg aus der nachhaltigen Kapitalanlage vorstellbar ist: nämlich von 23 Prozent in 2017 auf sieben Prozent in diesem Jahr. Dazu passt, dass 72 Prozent der Großanleger in Deutschland mit ihren nachhaltigen Kapitalanlagen außerordentlich oder sehr zufrieden sind. Damit ist der Wert um 16 Prozentpunkte gestiegen.

Regulatorik als Impulsgeber

Obwohl bereits viele Großanleger nachhaltig investieren, sehen sie noch weiteres Wachstumspotenzial im Markt. Entscheidender Faktor für die künftige Marktentwicklung ist aus ihrer Sicht die Regulierung. So nennen 78 Prozent veränderte regulatorische Anforderungen als entscheidenden Impuls, sich intensiver mit der nachhaltigen Kapitalanlage zu beschäftigen (Vorjahr: 70 Prozent). 92 Prozent erwarten, dass das Volumen nachhaltiger Kapitalanlagen in den nächsten zwölf Monaten weiterwächst (Vorjahr: 83 Prozent).

Klimawandel bietet Anlagechancen

Eine Eindämmung des Klimawandels wiederum erfordert eine Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Das größte Transformationspotenzial in Hinblick auf die zu erzielende Nachhaltigkeitswirkung sehen die Investoren im Energiesektor (98 Prozent, gefolgt vom Transportsektor (90 Prozent; Mehrfachnennungen). Die Herausforderungen des Klimawandels schlagen sich allerdings erst bei einer Minderheit der institutionellen Anleger im Portfolio nieder. So ist bislang bei 34 Prozent der Befragten die Ausrichtung der Investments auf die Pariser Klimaziele ein verbindliches Element ihrer Anlagestrategie.

„Der unausweichliche Wandel in der Energiewirtschaft bietet solchen Unternehmen Chancen, die sich schneller und besser auf die schärferen CO₂-Vorgaben einstellen. Es gilt daher für Investoren, frühzeitig die Transformationsgewinner zu identifizieren. Das fördert den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft und eröffnet gleichzeitig Renditechancen“, sagt Schindler.

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