Schwarzer Schwan
19. Juni 2020

Nachwuchs-Lobbyist

Früh übt sich

Philipp Amthor ist der Nachwuchsstar der Konservativen in der CDU und ein begabter Lobbyist. Dabei muss er aber, um sich in diesen Kreisen weiter zu profilieren, noch lernen, sich bei zu dreistem Lobbying nicht erwischen zu lassen.

Doch der Reihe nach: Amthor ist bekannt dafür, dass es im gelang, im zarten Alter von 24 Jahren als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen und dabei wie ein 60-Jähriger zu wirken. Ebenfalls sehr frühreif ist Muttis Bester bei der weiteren Karriereplanung. In Mecklenburg-Vorpommern setzte er sich als alleiniger Kandidat für die Wahl des Landesvorsitzenden der CDU durch. Schließlich hat man, so Amthor gegenüber der Presse, als Landesvorsitzender das erste Zugriffsrecht für die Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl.

Zu vermuten ist, dass Amthors Entscheidung, sich im vergangenen Jahr katholisch taufen zu lassen, auch Teil seines Karriereplans ist. Die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche ist die Mindestvoraussetzung, um Papst zu werden. Mit seinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen könnte er nahtlos an die Pontifikate von Johannes-Paul II. und Benedikt XVI. anknüpfen.

Er war jung und …

Trotz seiner jungen Jahre hat das politische Nachwuchstalent auch bereits verinnerlicht, wie man den Zugang zu politischer Macht versilbern kann. Wie der Spiegel berichtete, warb er 2017 in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Altmaier für das New Yorker Unternehmen Augustus Intelligence um politische Unterstützung. Außerdem vermittelte der Bilderbuch-Politiker Treffen zwischen einem Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums und Vertretern des Unternehmens, das sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. „Meine Priorität ist der leidenschaftliche politische Einsatz für unser Land“, versichert Amthor treuherzig in einer Eigendarstellung – und auch für sich persönlich: Seine Nebentätigkeit wurde ihm nämlich von Augustus mit Aktienoptionen und einem Direktorenposten vergolten.

Aber mit 27 Jahren ist man ja noch lernfähig. Lessons learned: Lobbying kann lukrativ sein, muss aber möglichst diskret betrieben werden. Dabei hilft künftig vielleicht ja auch Künstliche Intelligenz von Augustus.

Die Redaktion von portfolio institutionell wünscht Ihnen ein schönes Wochenende und ein Bundestagsmandat!

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