Strategien
4. Februar 2022

Net-Zero führt zu Preisanpassungen bei Assets

Blackrock-Studie: Übergang in klimaneutrale Wirtschaft bewirkt Neubewertung von Vermögensanlagen. Risiken von Inflationsspitzen und Wachstumsstörungen.

Der weltgrößte Vermögensverwalter, Blackrock, beschäftigt sich in einer neuen Studie mit der Transformation der Wirtschaft hin zur Klimaneutraliät. Zusätzlich zu physischen Klimarisiken müssten sich Unternehmen und Asset Owner nun mit diesem Übergang auseinandersetzen. „Die Volkswirtschaften werden durch die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen umgestaltet. Der Übergang wird eine massive Umverteilung von Ressourcen mit sich bringen. Angebot und Nachfrage werden sich verschieben, wobei es zu Ungleichgewichten kommen wird“, heißt es in der Studie “Managing the net-zero transition“, die Blackrock am Donnerstag veröffentlicht hat.

Neuverdrahtung der Volkswirtschaften

Demnach bestehe die Transformation in einem economic rewiring – einer Neuverdrahtung oder -verzahnung von Volkswirtschaften, mit ähnlich transformativen Auswirkungen wie die Integration Chinas in das Welthandelssystem oder die technologische Revolution. Als Treiber dahinter identifizieren die Autoren der Studie zuvorderst Präferenzen von Konsumenten und Investoren nach grüneren Dienstleistungen, Produkten und Anlageobjekten. Daneben spielen als Treiber auch innovative Technologien und Politik-Strategien eine Rolle, wie eine klimafreundlichere Energie-, Industrie-, Infrastruktur- und Flächennutzungspolitik.

Neubewertung von Assets steht erst noch bevor

Blackrock stellt in seiner Studie fest, eine Neubewertung von Assets finde bereits statt, wobei der größte Teil dieses Bewertungsprozesses noch bevorstehe. Ein schrittweiser, geordneter Übergang, der durch privates Kapital und öffentliche Hilfen für die Schwellenländer unterstützt wird, dürfte eine relativ reibungslose Umverteilung der Ressourcen und moderate Preissteigerungen ermöglichen, schätzt Blackrock. Er dürfte sogar das Wachstum ankurbeln und die Inflation eindämmen. Ein plötzlicher, ungeordneter Übergang berge hingegen das Risiko von Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage, Inflationsspitzen und Wachstumsstörungen.

Der weit verbreitete Vorstellung, dass die Bekämpfung des Klimawandels mit wirtschaftlichen Nettokosten verbunden ist, erteilt Blackrock eine Absage. Der Vermögensverwalter setzte auf die Einführung so genannter climate-aware capital market assumptions (CMAs) im Februar 2021 für langfristige Risiko- und Ertragserwartungen für alle Asset-Klassen. Die neuen CMAs berücksichtigen die Auswirkungen einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Neubewertung von Vermögenswerten sowie die mit dem Übergang verbundenen Veränderungen des makroökonomischen Umfelds und der Fundamentaldaten von Unternehmen. Die Exposition der Unternehmen gegenüber der Transformation wird durch die Messung der CO2-Intensität oder der CO2-Emissionen eines Unternehmens im Verhältnis zu seinem Unternehmenswert dargestellt. Je höher die CO2-Intensität, desto stärker ist ein Unternehmen oder ein Sektor betroffen.

Relativer Renditevorteil

Das Ergebnis: Der Wandel hin zur dekarbonisierten Wirtschaft führt demnach zu einem relativen Renditevorteil für Sektoren wie Technologie und Gesundheitswesen gegenüber anderen Sektoren wie Energie, wenn alle anderen Faktoren gleich bleiben. Demnach entwickeln sich die Bewertungen von grünen im Gegensatz zu so genannten braunen Branchen bereits auseinander und werden das in den kommenden vier Jahren noch stärker tun, so der Bericht.

Die Bildung einer Blase bei nachhaltigen Assets sieht die Studie noch nicht als gegeben an. Die vollständige Studie können Sie hier abrufen.

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