Neustart für die Net-Zero-Asset-Managers-Initiative
Ein Jahr lang war es still um die Net-Zero-Asset-Managers-Initiative. Nun startet das Bündnis in abgespeckter Form neu durch.
Die im Dezember 2020 mit 30 Mitgliedern gegründete Net-Zero-Asset-Managers-Initiative (NZAM) hat Ende Februar 2026 ihren offiziellen Neustart bekannt gegeben. Mehr als 250 Vermögensverwalter hätten die aktualisierte Verpflichtungserklärung unterzeichnet, wie die Gruppe in einer Mitteilung berichtet. Darin heißt es, „die starke Unterstützung der Investoren für NZAM zeigt, dass Vermögensverwalter weltweit die klimabedingten finanziellen Risiken und Chancen weiterhin erkennen und Maßnahmen ergreifen, um ihnen zu begegnen“.
Vor rund einem Jahr hatte die Initiative ihre Aktivitäten ausgesetzt, nachdem die Fondsgesellschaft Blackrock das Bündnis verlassen hatte. Damals hieß es, die jüngsten Entwicklungen in den USA und die unterschiedlichen regulatorischen und Kundenerwartungen in den jeweiligen Rechtsordnungen der Anleger hätten dazu geführt, dass die NZAM eine Überprüfung der Initiative eingeleitet habe. Auf ihrem Höhepunkt im Januar 2024 hatte die Initiative 325 Unterzeichner.
Freiwillige Initiative für Asset Manager
NZAM ist eine freiwillige Initiative für Asset Manager, die sich in ihrem jeweiligen Kontext dazu verpflichtet haben, Investitionen im Einklang mit dem globalen Ziel der Klimaneutralität zu fördern. Man biete eine Plattform für freiwillige Verpflichtungen und die öffentliche Offenlegung individueller Klimaneutralitätsziele und Umsetzungsstrategien.
Und das Interesse daran ist offenbar ungebrochen. Zu den Unterzeichnern gehören gegenwärtig unter anderem Allianz Global Investors, Assenagon, Candriam, Deka Investment, Federated Hermes, Insight Investment sowie L&G und Metzler Asset Management.
„Vermögensverwalter, die sich an NZAM beteiligen, senden ein starkes Signal an Kunden, Aufsichtsbehörden und andere wichtige Interessengruppen, dass sie zukunftsorientierte, transparente Investoren sind, die sich dem Management klimabedingter finanzieller Risiken und Chancen verpflichtet haben“, sagte Rebecca Mikula-Wright, Vorsitzende des Lenkungsausschusses von NZAM.
Aktualisierte Verpflichtungserklärung
Fünf Jahre nach ihrer Gründung hat die NZAM nun ihre Verpflichtungserklärung aktualisiert. Dem vorausgegangen war eine sechsmonatigen strategische Überprüfung, wie es heißt. „Die aktualisierte Verpflichtungserklärung ist relevant, praxisorientiert und global umfassend. Sie orientiert sich weiterhin an den Zielen des Pariser Abkommens und dem globalen Ziel der Klimaneutralität, trägt aber gleichzeitig den unterschiedlichen Gegebenheiten einzelner Rechtsordnungen Rechnung und orientiert sich an führenden Methoden.“ Die Erklärung wurde inhaltlich abgespeckt, um die Handlungsoptionen für Vermögensverwalter bei der Umsetzung ihrer individuellen Verpflichtungen besser zu definieren.
Rebecca Mikula-Wright betont in der nun vorliegenden Mitteilung, dass die NZAM seit ihrer Gründung dazu beigetragen habe, „die Markttransparenz zu verbessern und die Erwartungen von Vermögensverwaltern und ihren Kunden besser aufeinander abzustimmen“. Laut der Vorsitzenden des Lenkungsausschusses unterstreiche die rege Beteiligung am Relaunch, „welchen Wert die NZAM-Unterzeichner einer glaubwürdigen Plattform beimessen, um ihren Kunden zu zeigen, wie sie klimabedingte Finanzrisiken angehen und Chancen des Wandels nutzen“.
Mikula-Wright erklärt, das Team freue sich darauf, diese wichtige Plattform weiterhin zu unterstützen, die es Vermögensverwaltern ermöglicht, auf die sich wandelnden Kundenerwartungen zu reagieren und ihren treuhänderischen Pflichten in einem sich schnell verändernden regulatorischen und Marktumfeld nachzukommen.
Großanleger rufen zum Mitmachen auf
Die Initiative verzeichnet nach eigenen Angaben auch breite Unterstützung aus der Gemeinschaft der Vermögensinhaber und verweist auf eine öffentliche Erklärung von über 50 Investoren mit einem verwalteten Vermögen von über 3,7 Billionen US-Dollar. In der Erklärung werden Vermögensverwalter zur Teilnahme an der NZAM aufgerufen.
Darin heißt es, die aktualisierte Verpflichtungserklärung der NZAM biete Vermögensverwaltern die Möglichkeit, ihr Engagement für Investitionen im Einklang mit dem globalen Ziel der Klimaneutralität zu bekräftigen. „Dies sendet ein wichtiges und öffentliches Signal an die Vermögensinhabergemeinschaft und den gesamten Markt darüber, wie sie klimabezogene finanzielle Risiken und Chancen im Namen ihrer Kunden managen.“
Kritische Stimme
Doch nicht überall stößt der Neustart der NZAM auf Wohlwollen. Desiree Fixler, einst Nachhaltigkeitschefin bei der DWS und heute bekennende ESG-Kritikerin, zeigt sich im Netzwerk Linkedin schockiert: „Die Wall Street versucht, die im letzten Jahr aufgelöste Net Zero Alliance wiederzubeleben.“
Das sei, so Fixler, die womöglich größte koordinierte Fehlallokation von Kapital in der Neuzeit. „Ich weiß – ich war 2020 ein begeistertes Gründungsmitglied. Ich brauchte eine Weile, um es zu erkennen, aber als ich es begriff, habe ich mich zu Wort gemeldet.“
Fixler argumentiert so: „Diese Firmen verwalten Ihre Renten. Sie betreuen Ihre Ersparnisse. Doch sie nutzen diese Macht, um schädliche politische Agenden durchzusetzen, die finanziell stets hinter den Erwartungen zurückbleiben. Warum? Weil sie Ihnen die Illusion vom ‚Retten des Planeten‘ verkaufen und dafür einen Aufpreis verlangen können. Informieren Sie sich, wer diese Firmen sind. Fragen Sie nach, wohin Ihr Geld fließt.“
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Net-Zero
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