Investoren
8. April 2022

Mit drei Buchstaben vom Hundertsten ins Tausendste

ESG-Aspekte in der Kapitalanlage richtig umzusetzen, erweist sich auch für die Norddeutsche Kirchliche Versorgungskasse (NKVK) als ein vielschichtiges, sich ständig weiterentwickelndes und nie endendes Unterfangen. Doch was bedeutet ESG in der Anlagepraxis? Dies erläutert Anna-Lena Budde, die bei der NKVK die Finanzen verantwortet, im Investoreninterview.

Die Norddeutsche Kirchliche Versorgungskasse (NKVK) ist eine kirchliche Anstalt des öffentlichen Rechts und wird von fünf evangelisch-lutherischen Kirchen getragen. Aufgabe der NKVK ist die lebenslange finanzielle Versorgung von Pfarrern, Kirchenbeamten und sonstigen Mitarbeitern in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Das Zuständigkeitsgebiet der Vorsorgekasse erstreckt sich grob auf Niedersachsen. Zu den Pendants in anderen Regionen zählen die VKPB in Dortmund, die ERK in Darmstadt, die Vorsorgekasse der Verka in Berlin und die Stiftung Altersversorgung in Kiel. Als kirchliche Einrichtung spielt für die NKVK – natürlich – Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle für die Kapitalanlage.

Gemeinsam mit Geschäftsführer Thomas Pfeiffer verantwortet Anna-Lena Budde die Geschicke der Hannoveraner Vorsorgekasse. Sie ist stellvertretende Geschäftsführerin und leitet die Vermögensverwaltung. Über die Kapitalanlage der NKVK macht sie für die Nachhaltigkeit Ausschlüsse oder Best-in-Class-Ansätze – und gibt zudem noch über einige Ehrenämter „Impacts“.

Frau Budde, wie ist eigentlich eine kirchliche Vorsorgekasse reguliert?

Die an der NKVK beteiligten Kirchen stecken das Feld ab, auf dem wir uns bewegen dürfen. Für die Kapitalanlage lehnen wir uns an das VAG an, sind aber zu keinen Reportings an öffentliche Stellen oder ähnlichem verpflichtet. Orientierung geben uns zudem die Ergebnisse von ALM-Studien.

Kann es sein, dass die Orientierung am Leitfaden der evangelischen Kirche gerade für eine kirchliche Einrichtung viel zeitgemäßer ist als die Ausrichtung an der „Quoten-Denke“ der Anlageverordnung des VAG?

Wir sind mit unseren Allokationsquoten aktuell an denen des VAGs, wir könnten uns jedoch auch anders positionieren. Bezüglich Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage wenden wir in der Tat den EKD-Leitfaden an. Aber: Es ist an einigen Stellen herausfordernder als anfangs gedacht.

Warum?

Der Leitfaden fordert zunächst, Geld nach ökonomischen Grundsätzen anzulegen. Zugleich soll man sich mit den Wirkungen der Geldanlage auf Umwelt, Mitwelt und Nachwelt auseinandersetzen und dabei christliche Werte berücksichtigen. Aufgebaut ist der Leitfaden auf einer Systematik, die auf Ausschlusskriterien, Best-in-Class-Ansätzen, Ratings, Initiativen, Zertifizierungen oder auch Benchmarks basiert. Die Anforderung aus dem Leitfaden zu berücksichtigen, kann dazu führen, dass man die Investments neu überdenken muss. Das passiert uns auch regelmäßig. Wir sehen aber nicht, dass die Implementierung von Nachhaltigkeit im Widerspruch zur Ertragsgenerierung steht. Vielmehr bereichert die Risikobetrachtung aus der Nachhaltigkeitsperspektive und deren Vielschichtigkeit die Sicht auf einige Investments.

Wir haben 2015/16 mit der Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien in die Kapitalanlage begonnen. Gestartet sind wir mit Ausschlusskriterien. Heute merken wir immer wieder: Es gibt neue Erkenntnisse, neue Auswertungen, neue Daten – und dann kann man sich mit einer Thematik wieder neu beschäftigen. Wir wollen immer einen Einklang hinbekommen. Nachhaltigkeit ist aber ein Prozess, der nie endet, sondern immer wieder neu anfängt, immer wieder neuen Optimierungsbedarf aufzeigt.

Was wäre hierfür ein Beispiel?

Wir haben im Laufe des Jahres ein Emerging-Markets-Equity-Mandat aufgelegt. Die Datenlage ist oftmals noch nicht so ausgeprägt und entsprechend passen die Filtersystematiken aus den entwickelten Ländern nicht. Wir mussten die Kriterien etwas aufweichen, weil ansonsten das Anlageuniversum gegen null gegangen wäre. Zu Beginn unserer Reise in die Welt der Nachhaltigkeit hatten wir ein Mandat für Staatsanleihen der Schwellenländer, wechselten dann aber in ein Emerging-Market-Corporate-Bond-Mandat. Dieses ist nur im Investment-Grade unterwegs und kann ebenso Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, ohne das Universum zu stark einzuschränken.

Die Kriterien des Leitfadens sind sehr klar, was die Bewertung von Staaten angeht. Ein Staat wie Russland war auch schon vor dem Krieg nicht investierbar. Wenn aber ein Staat nicht investierbar ist, dann sollte man sich den möglichen Umfang bei Staatsbeteiligungen an Unternehmen und deren Einflussnahmemöglichkeit genau anschauen. Staatliche Beteiligungen sind in den Emerging Markets nicht unüblich, werden aber von den üblichen Ratings nicht abgebildet. Zudem muss man sich bei der Auseinandersetzung mit den ESG-Kriterien ja auch in die Ansätze und Hintergründe der einzelnen Ratings reinknien. So kommt man vom Hundertsten ins Tausendste und wirft einen vorhandenes Ergebnis noch einmal über den Haufen. Am Ende braucht es für die Umsetzung Pragmatismus und wenn möglich klare Ziele des Portfolios. Darüber diskutieren wir mit unseren Asset Managern gefühlt in Dauerschleife.

Nachhaltigkeit ist offensichtlich ein sehr lebendiges Thema.

Genau – und auch sehr spannend. Nachhaltigkeit ist überhaupt nicht schwarz und überhaupt nicht weiß. Zu einem großen Teil ist es grau, und man muss sich überlegen, wo in der grauen Wolke man unterwegs sein will.

Was sind weitere ESG-Themen, die Sie nachts wachhalten?

Ein ESG-Portfolio über Ratings zu steuern, verfolgt mich fast schon in meinen Träumen. Die Aussagekraft von Ratings und die Frage, ob Standardisierungen möglich sind und zum Ziel führen. Kann man wirklich alle zur Verfügung stehenden Daten aufsummieren? Ist trotz eines guten Gesamtergebnisses vielleicht ein Punkt dabei, der für die NKVK ein No-Go ist? Wie gehen Agenturen damit um, wenn es keine Daten gibt? Mein Detektivbedürfnis ist hier sehr ausgeprägt und ich möchte verstehen, wie die Ergebnisse zustande kommen. Wenn Investoren neugierig durch die ESG-Welt gehen, verbessern sich auch die ESG-Dienstleister und deren Reportings. Das Ziel besteht grundsätzlich darin, mit dem Portfolio einen positiven Beitrag zu leisten und in die Unternehmen zu investieren, die Nachhaltigkeit ebenso ernst nehmen, auch, wenn die aktuelle Bewertung es noch nicht zeigt. Der berühmte Blick nach vorne ist an vielen Stellen noch nicht ausgeprägt genug.

Erschwerend kommt hinzu, dass jede ESG-Rating-Agentur anders arbeitet. Aber ein homogenes Oligopol wie bei den Credit-Agenturen wäre auch nicht sinnvoll.

Auf keinen Fall. Für Weiterentwicklungen braucht es gesunde Konkurrenz. Mit verschiedenen Rating-Agenturen zu diskutieren, kann uns nur helfen. Eine gesunde Konkurrenz ist belebend und wäre auch bei den Credit-Rating-Agenturen mit Blick auf die Finanzkrise hilfreich gewesen.

Was sind für Sie weitere ESG-Baustellen?

Der Katalog der Ausschlusskriterien war zu Beginn relativ überschaubar. Wir versuchen nun die Ansätze, die uns der EKD-Leitfaden an die Hand gibt, über Ausschlusskriterien klarer zu formulieren. Grund hierfür ist, dass die normalen, üblichen Ratings nicht passgenau und kompatibel genug sind. Bei diesen müsste man wie gerade schon erwähnt viel tiefer einsteigen, um deren Ergebnisse besser zu hinterfragen. Darum begannen wir, Kriterien klarer zu definieren, und darüber eine bessere Akzeptanz für Ratings bei uns selbst zu bekommen. Ein weiteres Beispiel sind die verschiedenen Sektoren. Bezüglich der Branchen muss man immer überlegen, was die jeweils relevanten Nachhaltigkeitskriterien sind. Was sind die Key-Performance-Indikatoren? Schließlich kann man einen Finanzdienstleister nicht mit einem Stahlwerk vergleichen.

Man kann ein Stahlwerk nicht für seine relativ zu einer Versicherung schlechtere Energiebilanz pauschal ausschließen. Ansonsten würde man zwar in Windräder investieren, andererseits Unternehmen ausschließen, die Windräder herstellen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Es gilt also, die komplette Wertschöpfung zu durchdenken. Dann entdeckt man auch leichter, wo die Stolpersteine in der Analyse stecken. Sich mit solchen Details auseinander zu setzen, ist sehr spannend. Eine weitere große Herausforderung ist, die Transformation eines Unternehmens im Reporting abzudecken. Der CO₂-Fußabdruck wirft den Blick zurück. Viel interessanter wäre doch eine Einschätzung über die künftigen Werte.

Wie groß ist denn die Begeisterung Ihrer Asset Manager, so tief ins Detail zu gehen?

Wir haben unsere Kapitalanlagen komplett an Asset Manager ausgelagert. Diese setzen die ESG-Strukturen, wie beispielsweise die KPIs, übergelagert oder integriert in ihrem Anlageprozess um. Bislang haben wir noch keinen sich sträubenden Asset Manager erlebt. Für diese ist es häufig auch spannend, sich mit unserem Mindset auseinander zu setzen. Das gegenseitige Verständnis entwickelt sich über die Zeit und im Dialog. Unsere Grunderwartung besteht darin, dass bereits ein integrierter ESG-Prozess besteht. Dabei schauen wir auch sehr tief in die Definition zu den Risikokomponenten. Das gehört eben auch zum Thema Nachhaltigkeit: Jeder hat seine eigene Grunddefinition.

Der eine ist eher ökologischer und der andere sozialer geprägt, der nächste hat bestimmte Kriterien und der vierte legt besonders viel Wert auf die CO₂-Reduktion im Portfolio oder möchte bestimmte Ratings nicht haben. Das ist ein bunter Blumenstrauß, macht es aber auch so spannend. In 2021 haben wir, wie bereits angesprochen, zwei neue Mandate aufgelegt. Wir achten beim Asset Manager darauf, mit welchen Datenbanken und sonstigen Ressourcen er arbeitet, wie deren Prozesse zu unseren Vorgaben passen. Mit jedem Manager lernen wir Neues dazu.

Wenn jeder Asset Manager aber seine eigenen Daten und Ratings hat, ist ein ESG-Gesamtreporting nicht mehr möglich.

Doch, das geht. Wir haben eine Masterstruktur. Ein solches Reporting erfolgt dann auf Ebene des Masterfonds. Alle Werte werden also aggregiert. Aktuell ist dieses Reporting aber noch in Arbeit. Wir sind dabei, eine Systematik zu entwickeln, um auf einen gemeinsamen Nenner für das Reporting zu kommen. Sie sehen: Die Suche nach dem gemeinsamen Nennerzieht sich durch das ganze Nachhaltigkeitsthema. Praktisch wird es darauf hinauslaufen, dass wir zu allen Einzelwerten informiert werden. Der nächste Schritt ist dann die Bewertung. Dafür kann auch ein Drittanbieter in Frage kommen.

Manche Investoren haken das ESG-Thema über Stimmrechtsvergaben ab. Wäre der Engagement-Weg nicht viel effizienter?

Engagements sind definitiv sinnvoll. Mit dem Unternehmensdialog kann man viel bewirken. Pauschal in etwas nicht zu investieren, wurde beim Punkt Rating bereits angesprochen. Stimmrechte zu nutzen, um seine Erwartungen hinsichtlich Nachhaltigkeit zu platzieren, kann einiges bewegen. Andererseits baut auch die Vereinheitlichung von Filtersystematiken Druck auf die Unternehmensführung auf. Wenn die Aktien eines Unternehmens aus gängigen passiven Portfolios rausfallen, fällt viel Nachfrage weg. Das kann für einen CEO kein Dauerzustand sein.

Ausschlüsse erzeugen dann vielleicht kurzfristig mehr Handlungsdruck als Engagements? Zuzuhören kann für den CEO ein Zeitspiel sein, bei dem der Anleger noch das gute Gefühl hat, Transitions zu machen.

Es wird ganz sicher Unternehmen geben, die auf stur schalten. Aber es sind nicht allein die Anteilseigner, die Druck machen. Hinzu kommt die Regulatorik, die die finanziellen Kosten erhöht. Unternehmen, bei denen erhöhte Risiken aus ESG-Faktoren identifiziert werden, müssen in Zukunft für ihre Verbindlichkeiten mehr Zinsen zahlen oder haben erhöhte Belastungen durch den Kauf von CO₂-Zertifikaten. Eventuell verliert ein Unternehmen auch Aufträge und Fachkräfte. Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern wird nachhaltig bleiben. Wer sich ESG-Überlegungen verweigert, wird irgendwann ein Problem bekommen. Ich bin mir sehr sicher, dass Unternehmen, die nicht nachhaltig sind, eines Tages nicht mehr konkurrenzfähig sein werden.

Ist aktuell ein Wandel, den bisherigen PariaSektor „Waffen“ nicht mehr zu bannen? Rüstung auszuschließen, hilft der Ukraine nicht. Oder waren und sind nur „geächtete“ Waffen wie Streubomben tabu?

Ja, das ist definitiv ein neues Nachhaltigkeitsthema. Für die NKVK sind geächtete Waffen indiskutabel. Man kann darüber diskutieren, nur Hersteller von Waffen im Portfolio zu akzeptieren, die nur der Verteidigung dienen. Das ist herausfordernd in der Analyse und Zuordnung, daher machen wir das nicht. Waffe ist Waffe, und ansonsten achten wir auf Umsatzschwellen. Vor kurzem wurde im AKI diskutiert, bestimmte Umsatzgrenzen für den Bereich der geächteten Waffen auf null zu reduzieren. Dieser Schritt hätte aber zur Folge, dass man mit den Rüstungsunternehmen auch weitere Sektoren, wie zum Beispiel den Automobilsektor ausschließt.

Von Russland zur nächsten Diktatur: Was ist Ihre China-Politik?

Wir sind sehr zurückhaltend im asiatischen Raum und haben nur eine geringe Investmentquote in China. China ist auf Unternehmensebene – nicht auf Landesebene – ein Bestandteil der Benchmark. Zu den verschiedenen Prüfungen in der Analyse gehört auch, den Einfluss des Staats auf die Unternehmensführung nachzuvollziehen. Das ist in China ein offensichtliches Problem. Generell sind Risiken aus Nachhaltigkeitsaspekten in allen Mandaten ein integrierter Bestandteil in der Titelanalyse.

Ist es schwieriger geworden, Ökologie und Ethik auszutarieren?

Wenn man mit den 17 SDGs arbeitet und versucht, diese Ziele in einem Portfolio abzubilden, dann passt manches gut zueinander, anderes steht jedoch im Widerspruch. Hier sind wir wieder im grauen Feld der Nachhaltigkeit unterwegs und man muss sich überlegen, welche Prioritäten man setzt. Allgemein steht derzeit die Ökologie im Fokus, nicht zuletzt aus regulatorischen Gründen und zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Daran sollte die Menschheit, auch wenn es nur Egoismus ist, ein ganz persönliches Interesse haben. Die sozialen Komponenten sollen sich oftmals gut kombinieren lassen.

Bei Immobilien, insbesondere bei energetischen Sanierungen, scheint Ökologie besonders schwer mit sozialen Aspekten vereinbar. Hat die NKVK deshalb keine Wohnungen im Immobilienportfolio?

Im Bestand der NKVK befindet sich kein fokussiertes Wohninvestment. Grund ist, dass man die möglichen Konfliktpotentiale für einen kirchlichen Investor als zu hoch eingestuft hat. Immobilien und Nachhaltigkeit: Das ist generell ein großes Thema. Das reicht von Sanierungen bis zum Putzmittel. Betroffen ist zu 90 Prozent der Bestand der Investoren. Die Immobilie muss einen Beitrag zu unserer Versorgungsverpflichtung liefern und dieser kann durch die Kosten der ökologischen Sanierung gefährdet sein. Schwierig abzuwägen ist in der Komplettbetrachtung auch der ökologische Nutzen, wenn man für den Einbau einer Dach-PV-Anlage die bisherigen, voll funktionsfähigen, Dachpfannen entsorgt. Am Ende müssen Aufwand und Ertrag in einer gesamtheitlichen Betrachtung stimmig sein.

Ist es schwieriger geworden, Ökologie und Ökonomie auszutarieren? Vestas hat für 2022 ein dreistelliges KGV, das von Heidelberg Cement ist einstellig.

Jedes Investment muss ökonomisch Sinn machen. Die ökonomische Betrachtung ist immer noch Punkt 1 in der Analyse. Schließlich ist unsere Hauptaufgabe weiterhin die Erfüllung der Versorgungsverpflichtung.

Sind Real Assets noch ökonomisch sinnvoll?

Im illiquiden Bereich haben wir Immobilien und Infrastruktur. Bei Immobilien liegt unsere Zielquote bei 20 Prozent. Diese haben wir fast erreicht. Die Infrastruktur-Zielquote ist acht Prozent. Wir prüfen aktuell, ob Private Equity Impact Investments zu unserer Risikoneigung passen. Grundsätzlich ist das sehr innovativ und spannend. Zusammengefasst investieren wir in Real Assets, sehen aber auch, dass sich die Rendite-/Risikostrukturen verändert haben. Aktuell bestehen noch gute Opportunitäten. Die Bestandsimmobilien analysieren wir bezüglich ihres ökonomischen Beitrags. Ich gehe ganz stark davon aus, dass wir uns von einem Teil trennen.

Macht die NKVK über Infrastruktur Impact Investments?

Das hängt von der Impact-Definition ab. Wenn hierfür Artikel-9-Investments und Erneuerbare Energien ausreichend sind: Ja. Im Auswahlprozess zu den Infrastrukturinvestments spielt auch hier die Integration von Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Wünschenswert wäre, dass die Investments einen tatsächlichen, positiven Beitrag leisten. Aber das Portfolio ist nicht grundsätzlich auf Impact ausgerichtet.

Wann gibt ein Investor mit einem Windpark einen Impact? Dem Klima ist es egal, ob Investor A oder B Eigentümer der Anlage wird.

Ein Impact wäre für mich gegeben, wenn man schon in der Entwicklungsphase investiert. Ein Impact besteht aber auch bei einem bestehenden Park, wenn dieser „schmutzigen“ Strom substituiert. Wie beim bereits erwähnten Windradbauer ist vieles eine Frage des Betrachtungsumfangs. Eindeutig ist jedoch, dass für den Umbau auf Erneuerbare Energien reichlich finanzielle Mittel benötigt werden. Hier leisten wir gerne unseren Beitrag.

Sie engagieren sich privat für ein Fußball-Inklusionsprojekt und einen Kindergarten. Verbessern diese Tätigkeiten Ihr Verständnis für Nachhaltigkeit?

Meine Ehrenämter sind mittlerweile recht zahlreich. Jüngst bin auch der Frauenrechtsbewegung Zonta beigetreten. Im Berufs- und Privatleben bewegt man sich oftmals in einer Art Bubble. Über die Ehrenämter habe ich nicht nur viele interessante Menschen kennengelernt, sondern mich auch aus meiner Bubble herausbewegt. Man lernt auch, Menschen zu führen, ohne über Entgelt oder Hierarchie steuern zu können. Als Ehrenämtler bekommt man auch mehr Feedback als ein leitender Angestellter im Berufsleben. Ich kann es nur empfehlen, sich auch einmal mit anderen Themenfeldern auseinanderzusetzen. Ob diese Tätigkeiten mein Verständnis für Nachhaltigkeit verbessert haben, ist nicht konkret fest zu machen. Es war für mich aber sehr lehrreich, öfter mal die Perspektive zu wechseln.

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