Alternative Anlagen
15. Oktober 2018

NN empfiehlt für Fixed-Income-Portfolio EMB-Quote von bis zu 35 Prozent

Schwellenländeranleihen haben strukturelle Vorteile. Studie mit MIT.

Der optimale Anteil von Schwellenländeranleihen in einem Fixed-Income-Portfolio in einem Umfeld mit steigenden Zinsen sollte, abhängig von der Risikotoleranz der Investoren, zwischen acht und 35 Prozent liegen. Dies ergab eine kürzlich von Studenten der Sloan School of Management am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Zusammenarbeit mit NN Investment Partners (NN IP) durchgeführte Studie.

Im Rahmen der Studie wurden die Risiko-Ertrags-Profile verschiedener Fixed-Income-Anlagen in Zinsanstiegsphasen in den vergangenen 15 Jahren miteinander verglichen. Anschließend wurde ermittelt, wie hoch die optimale Allokation eines Fixed-Income-Portfolios in Schwellenländeranleihen bei unterschiedlichen, fest definierten Verlusttoleranzen für das Gesamtportfolio ausfallen müsste. Die Studie kam zu dem Schluss, dass selbst Anleger mit der niedrigsten Drawdown-Toleranz (null Prozent auf Sicht von einem Jahr) von einer Allokation von acht Prozent in Schwellenländeranleihen profitieren würden. Bei einer moderaten Drawdown-Toleranz von minus fünf Prozent steigt die Allokationsempfehlung deutlich auf 26 Prozent. Und für Anleger, die ein Drawdown-Risiko von minus 15 Prozent in Kauf nehmen können, liegt der optimale Anteil bei 35 Prozent.

Hohe Recovery-Quote, wenige Ausfälle
Darüber hinaus weisen Schwellenländeranleihen nach Auffassung von NN IP strukturelle Vorteile auf. So lag die durchschnittliche Recovery-Quote nach einem Zahlungsausfall von Staatsanleihen aus Schwellenländern in den Jahren von 1983 bis 2016 bei vergleichsweise sehr hohen 54 Prozent. Außerdem kam es pro Jahr höchstens zu zwei Zahlungsausfällen bei Schwellenländer-Staatsanleihen, und trotz einer tendenziell hohen Korrelation der Credit Spreads mit den US-Aktienkursen stieg die Zahl der Zahlungsausfälle bei Schwellenländer-Staatsanleihen während der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 nicht wesentlich an.

In Praxis geringere EMB-Quote
Obwohl Schwellenländeranleihen mittlerweile eine sehr große Anlageklasse darstellen, ihr Risiko-Ertrags-Profil in den vergangenen 15 Jahren günstig war und die Fundamentaldaten solide sind, sind die Allokationen in Schwellenländeranleihen nach wie vor gering. Eine Studie von NN IP zur Stimmung institutioneller Investoren gegenüber Schwellenländeranleihen vom März 2018 hat ergeben, dass institutionelle Anleger in der Regel lediglich ein bis fünf Prozent ihrer Assets in Schwellenländeranleihen investieren. Die Studie hat darüber hinaus ergeben, dass über die Hälfte aller Befragten ihre geringe Allokation in Schwellenländeranleihen damit begründen, dass sie nicht genug von dieser Anlageklasse verstehen. Drei Viertel führen außerdem die allgemeine Risikowahrnehmung als Grund für die geringe Allokation an. Zudem dürfte auch die Tendenz der Anleger zu Investitionen in den Heimatmärkten hemmend wirken.

Aber nicht nur in der Portfolioallokation der Investoren, auch in wichtigen globalen Anleiheindizes ist der Anteil von Schwellenländern niedrig: Beim Citi WGBI liegt er bei nur zwei Prozent, beim Bloomberg Global Treasury bei 3,1 Prozent und beim Bloomberg-Barclays Global Treasury bei sechs Prozent. Der wesentliche Grund, warum Schwellenländeranleihen in globalen Anleiheindizes nur unterproportional vertreten sind, ist, dass eine Reihe von Anleihen und Ländern die Aufnahmekriterien nicht erfüllen.

Marcelo Assalin, Head of Emerging Market Debt bei NN Investment Partners: „Schwellenländeranleihen sind eine unterschätzte Anlageklasse. Viele Investoren haben nach wie vor unbegründete Bedenken, die sich mit einem Blick auf die Daten jedoch leicht widerlegen lassen. Schwellenländeranleihen haben in der Vergangenheit sehr attraktive Risiko- und Ertragseigenschaften aufgewiesen, und ihre höhere Verzinsung kann als Puffer dienen, wenn an den Märkten wegen des Zinsanstiegs Gegenwind herrscht. Tendenziell werden die Risiken gerade von Schwellenländer-Staatsanleihen am Markt überschätzt. Das Risiko-Ertrags-Verhältnis ist aber für geduldige Anleger günstiger als bei sehr vielen anderen Fixed-Income-Anlageklassen.“

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