Immobilien
3. Februar 2020

Nuveen: Studentisches Wohnen und Logistik bleiben interessant

Blick auf ehemalige Sekundärmärkte. Rückgang der Transaktionsvolumina im Einzelhandel.

Nuveen Real Estate prognostiziert auch im Jahr 2020 anhaltend großes Interesse institutioneller Investoren an europäischen Wohnimmobilien. Speziell Studentenwohnheime seien als Spezialsegment hervorzuheben. Grund seien neben nachhaltigem Angebotsmangel erschwinglicher Wohnflächen und demographischen Faktoren gestiegene Mobilitätsbedürfnisse und zunehmende Anspruchshaltung der Mieter. Doch auch bei Logistikimmobilien sieht Nuveen – getrieben vom E-Commerce – weiter gute Investitionsmöglichkeiten. Der Blick richte sich hier zunehmend auf ehemalige Sekundärmärkte wie Sevilla, Genua, Erfurt, Toulouse oder Linz, so Nuveen. Viele Investoren würden ihre Investitionen stark erhöhen und teilweise eine Quote von 20 Prozent anstreben. Die Bautätigkeit sei immens, jedoch hinsichtlich der steigenden Nachfrage angemessen.

Was die Freude von Logistikimmobilieninvestoren entfacht, sorgt im Einzelhandel für Kopfzerbrechen, was sich in den ersten drei Quartalen 2019 in einem Rückgang der Transaktionsvolumina um 33 Prozent bemerkbar machte. Nuveen empfiehlt hier langfristigen Investoren, erstklassige Einzelhandelsstandorte wie Designer-Outlet-Center und Standorte mit gemischter Nutzung ins Visier zu nehmen oder alternativ einen starken Fokus auf Unfunktionierbarkeit der Flächen zu legen.

Mit Blick auf die in einigen Städten um 30 Prozent geringeren Neuvermietungen im vierten Quartal ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Speziell in Städten mit großer spekulativer Bautätigkeit wie Frankfurt und Dublin sei mit moderatem Mietwachstum zu rechnen.

Stefan Wundrak, Head of European Research bei Nuveen Real Estate, kommentierte die Ergebnisse: „Nur echte Überzeugungs-Investitionen können aus unserer Sicht in diesem Jahr Renditen über dem Marktdurchschnitt erzielen. Nachdem das Marktrisiko jedoch eher gestiegen ist, wird Risikooptimierung deutlich wichtiger werden. Lange Perioden steigender Märkte führen in der Regel zu übertriebener Zuversicht und trügerischem Vertrauen in Scheinsicherheit. Herdeneffekte und der Drang jedem Trend hinterherzujagen, sind jedoch ebenso verlockende Fallen, die es im Jahr 2020 zu vermeiden gilt. Auch hier sind wir der Meinung, dass Logistik, Wohnen und Alternatives im Laufe dieses Jahres die überzeugendsten Perspektiven bieten werden.“

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