ÖPPs zur Finanzierung, H2-Lkws zur Dekarbonisierung

Melden sich in der Private-Markets-Rubrik (von oben links im Uhrzeigersinn) zu Wort: Thomas Puls, Maria Aguilar-Wittman, Tilman Mueller und Dr. Sara Schiffer.
Aktuelle Entwicklungen in Bezug auf Infrastruktur stehen im Zentrum dieser Private-Markets-Rubrik. Die Gastautoren befassen sich mit ÖPPs, Infrastruktur-Secondaries und der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs.
Der Zustand der deutschen Infrastruktur macht es dringlich, über alternative Wege der öffentlichen Beschaffung nachzudenken. Diese Einschätzung vertritt Thomas Puls, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in seinem Beitrag für die aktuelle Private-Markets-Rubrik von portfolio institutionell. „Um eines klarzustellen: ÖPP-Modelle sind nur für vergleichsweise wenige öffentliche Bauprojekte geeignet. Sie können daher nur eine Ergänzung zu den etablierten Methoden darstellen. Als Faustformel gilt: Je komplexer das Projekt, desto wahrscheinlicher, dass die Umsetzung als ÖPP Vorteile bietet.“ Puls macht deutlich, dass es an der Zeit sei, die Alternative ÖPP wieder vermehrt mitzudenken.
Infrastruktur-Secondaries bieten Chancen
Das vergangene Jahr war ein Rekordjahr für Infrastruktur‑Sekundärmarkttransaktionen mit einem Volumen von rund 25 Milliarden US-Dollar. Seit 2016 wuchs das weltweit verwaltete Infrastrukturvermögen mit rund 17 Prozent jährlich und übertraf andere Private Markets. Dies führt nach Angaben von Maria Aguilar-Wittman und Tilman Mueller zu attraktiven Perspektiven für Infrastruktur‑Secondaries, wie die Co-Heads of Infrastructure Funds, Co-Investments & Secondaries bei Allianz Global Investors in ihrem Gastbeitrag für die Private-Markets-Rubrik herausarbeiten.
Das hohe Volumen der Primärkapitalbeschaffung im Infrastrukturbereich, die zunehmende Fondsreife sowie die wachsende Zahl spezialisierter Manager dürften kurz- bis mittelfristig zu einem steigenden Angebot an Sekundärtransaktionen führen. Ein Treiber hierfür ist auch der erhöhte Liquiditätsbedarf von LPs und GPs.
Lkw-Finanzierung als Infrastrukturthema
Im dritten Beitrag meldet sich Dr. Sara Schiffer, Chief Executive Officer der hylane GmbH zu Wort und erörtert die Lkw-Finanzierung als Infrastrukturthema. „Die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs scheitert heute nicht mehr an fehlender Technologie: Nahezu alle großen Lkw-Hersteller bieten inzwischen serienreife emissionsfreie Modelle an“, so Schiffer. „Die Frage ist, wie die Transformation finanziert wird.“
Denn emissionsfreie Lkw – ob batterieelektrisch oder wasserstoffbetrieben – seien in der Anschaffung deutlich kapitalintensiver als konventionelle Diesel-Lkw. „Zugleich steigt mit den europäischen Klimazielen der Druck auf Industrie, Handel und Logistik, ihre Lieferketten nachhaltig zu transformieren. Viele Unternehmen wollen emissionsfreie Transporte. Jedoch geraten klassische Investitionsmodelle an ihre Grenzen – insbesondere in der Transportbranche mit ihrer hohen Kostensensitivität und geringen Margen.“ An dieser Schnittstelle entstehen neue Geschäftsmodelle.
Die vollständigen Beiträge der Gastautoren haben wir hier für Sie bereitgestellt.
Autoren: portfolio institutionellSchlagworte: Infrastruktur / Infrastructure Equity | Secondaries | Verkehrsinfrastruktur
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