Immobilien
5. Juli 2021

Onlinehandel treibt Nachfrage nach Logistikflächen

Bis 2025 in Deutschland etwa vier Millionen Quadratmeter mehr benötigt. Platz 3 im Länderranking.

Von 2020 bis 2025 wird der zunehmende Onlinehandel den Bedarf nach Lager- und Logistikflächen in Deutschland um circa vier Millionen Quadratmeter zusätzlich anwachsen lassen. Das hat der globale Immobiliendienstleister CBRE berechnet. Denn laut dessen Schätzungen werden für jede zusätzliche Milliarde Euro an E-Commerce-Umsatz rund 100.000 Quadratmeter neue Distributionsflächen benötigt – und bis 2025 könnte der Umsatz des Onlinehandels in Deutschland um 43 Milliarden Euro steigen. Dies sind Ergebnisse des aktuellen Reports „CBRE Global E-Commerce Outlook 2021“, für den CBRE verschiedene Faktoren untersucht hat, welche Prognosen zu den jeweiligen Entwicklungen des Onlinehandels in verschiedenen Ländern erlauben – beispielsweise der Anteil der städtischen Bevölkerung, die Verbreitung von Kreditkarten, digitale Fähigkeiten sowie die Infrastruktur. Diese Faktoren hat CBRE aggregiert, um ein Ranking für die Stärke der Entwicklung des Onlinehandels zu erstellen. Dabei belegte Deutschland mit 72 Punkten unter weltweit 43 untersuchten Ländern den dritten Rang – nach Südkorea mit 87 Punkten und dem Vereinigten Königreich mit 78 Punkten.

Zu wenig passende Grundstücke

„Der Onlinehandel gewinnt als wichtiger Treiber der Logistikflächennachfrage weiter an Bedeutung“, sagt Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland. „Weniger klar ist hingegen, ob der Markt diese Flächennachfrage auch bedienen kann. Denn bereits jetzt wird es in vielen Regionen Deutschlands schwieriger, die passenden Grundstücke oder Mietflächen für die E-Commerce-Nutzer zu finden“, warnt Koepke. Da für die weltweiten E-Commerce-Umsätze bis 2025 ein Anstieg auf fast 1,3 Billionen Euro zu erwarten ist, dürfte die globale Logistikflächennachfrage gar um 130 Millionen Quadratmeter ansteigen. In Europa dürften rund 29 Millionen Quadratmeter benötigen werden, schätzt CBRE.

Italien, Spanien und Portugal holen auf

Als einen entscheidenden Faktor für die Umsatzentwicklung des Onlinehandels der Immobiliendienstleister die Entwicklung des Anteils des Onlinehandels am gesamten Einzelhandel. „In Europa ist die E-Commerce-Durchdringung in den verschiedenen Ländern noch recht unterschiedlich. Es gibt eine Reihe von Märkten, darunter Großbritannien, Deutschland, Schweden und die Niederlande, in denen bereits viele der Faktoren vorhanden sind, die ein hohes Maß an E-Commerce ermöglichen. Wir glauben jedoch, dass viele der weniger etablierten Märkte wie Portugal, Italien und Spanien in den nächsten fünf Jahren ein höheres Wachstum verzeichnen werden und beginnen werden, zu den anderen Märkten aufzuschließen, was zu einer wachsenden Nachfrage nach Logistikflächen in diesen Märkten und in ganz Europa führen wird“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Während der Marktanteil des E-Commerce in Deutschland nach den Berechnungen von 14 auf 19 Prozent steigt, steigt er beispielsweise in Südkorea von 36 Prozent in 2020 auf 43 Prozent in 2025 und in Großbritannien von von 24 Prozent in 2020 auf 32 Prozent in 2025. „Der Anstieg des Anteils vom Online-Handel an den gesamten Einzelhandelsumsätzen in Deutschland von 14 auf 19 Prozent bis 2025 liegt weit unter dem Niveau anderer Länder. So weisen bereits heute mache Länder in Asien, die USA und das Vereinigte Königreich Anteile von deutlich mehr als 20 Prozent auf. Viel Luft nach oben also auch für weiteres relatives Wachstum, insbesondere durch den Lebensmitteleinzelhandel und die stärker werdende Kaufkraft der Millennials“, ergänzt Koepke.

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