Immobilien
26. Oktober 2011

Outsourcing-Trend gebremst

Laut einer Studie von Ernst & Young managen Investoren ihre gewerblich genutzten Immobilienbestände wieder vermehrt selbst.

Immobilieninvestoren nehmen das Management gewerblich genutzter Immobilien zunehmend wieder in die eigene Hand. Der Trend zum Outsourcing scheint vorbei. Dies geht aus der aktuellen Asset-Management-Studie 2011 von Ernst & Young Real Estate hervor. „Erstaunliche 70 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Unternehmen bewirtschaften ihre Immobilienportfolios ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern“, bemerkte Dietmar Fischer, Partner bei Ernst & Young Real Estate. In der Studie wurden insgesamt 42 Unternehmen befragt, die beiden größten Gruppen waren Publikumsfonds und Versicherungen. Rund drei Viertel der Befragten halten ein Immobilienvermögen von mehr als einer Milliarde Euro. Im Wesentlichen sind sie direkt in Immobilien investiert.
Gänzlich gestoppt sieht Fischer den Trend zum Outsourcing allerdings noch nicht. Immerhin 43 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Asset-Management-Leistungen künftig vermehrt ausgelagert werden. 
Mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen haben eigenen Angaben zufolge  in der Vergangenheit den externen Manager gewechselt oder die Zusammenarbeit mit einem Asset-Management-Dienstleister beendet. Aus diesem Grund fragte die Studie auch nach den Kriterien, die bei der Auswahl eines Asset Managers entscheidend sind. Das Ergebnis: Die Qualität der Leistung ist das wichtigste Kriterium, auf Kostenvorteile wird hingegen nicht mehr zuerst geschaut. Wie aus der Studie weiter hervor geht, nutzt etwa die Hälfte der befragten Investoren die Dienste von Asset Managern für die Bestandspflege ihrer Immobilien. 30 Prozent zieht externe Hilfe in der Phase der Desinvestitionen heran, der Rest nutzt Asset Manager für Investitionen.   
Ein weiterer Trend, den die Studie offenlegt, ist das steigende Interesse an Co-Investment-Modellen. Rund 65 Prozent der befragten Immobilieninvestoren geben an, dass sie sich zunehmend für Co-Investments der Asset Manager interessieren. Der Anreiz bestehe darin, dass sich der Asset Manager auf diese Weise an möglichen Risiken beteiligt und somit eine Interessengleichheit zwischen dem Investor und Dienstleister besteht.
Um den Erfolg im Asset Management zu messen, greift die Mehrheit der Befragten auf die Internal Rate of Return (IRR) zurück. Zum einen lasse sich mit dieser Kennzahl verhältnismäßig einfach die Zusammensetzung des Immobilienportfolios überprüfen. Zum anderen sei mithilfe des internen Zinsfußes die relative Vorteilhaftigkeit einer Investition gegenüber alternativen Investments messbar. Laut Fischer haben der absolute Cashflow und die Wertentwicklung der Immobilien etwas an Bedeutung verloren. „Beide Aspekte gehören aber selbstverständlich nach wie vor zur Spitzengruppe der wichtigsten Kennzahlen“, führte Fischer aus. Auf Objektebene ist der Studie zufolge für 95 Prozent der Befragten der Leerstand die wichtigste Risikokennzahl. Das Mietausfallrisiko spielt bei gewerblich genutzten Immobilien indes eine untergeordnete Rolle. 
portfolio institutionell newsflash 26.10.2011/kbe
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