Pension Management
21. Oktober 2026

Pension Index 2026: Bessere Gesamtnoten, keine Entwarnung bei der Tragfähigkeit

Deutschland und Österreich zeigen deutliche Schwächen bei der langfristigen Finanzierung ihrer Rentensysteme. Die Schweiz steht robuster da. Für institutionelle Anleger rücken Liquidität und Langlebigkeitsrisiken stärker in den Fokus.

Die Altersvorsorgesysteme Deutschlands, Österreichs und der Schweiz verbessern sich im Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026 insgesamt. Die Schweiz erreicht 73,6 Punkte, Deutschland 67,9 und Österreich 56,9. Bei der langfristigen Tragfähigkeit liegen jedoch alle drei Länder leicht unter ihren Vorjahreswerten.

Besonders deutlich ist das Spannungsfeld in Deutschland und Österreich: Deutschland erzielt bei der Angemessenheit der Leistungen 79,8 Punkte, bei der Tragfähigkeit dagegen nur 47,2. Österreich kommt auf 68,3 beziehungsweise 23,9 Punkte. Die Schweiz weist mit 68,4 Punkten für die Angemessenheit und 72,8 für die Tragfähigkeit ein ausgewogeneres Profil auf.

Für Pensionskassen, Versicherungen und Versorgungswerke ergibt sich daraus eine zentrale strategische Aufgabe: Kapitalanlage und Leistungsversprechen müssen auf längere Rentenbezugszeiten und veränderte Zahlungsströme ausgerichtet werden. Der Bericht beschreibt, wie in alternden Versorgungssystemen die Auszahlungen zunehmend die Beiträge übersteigen können. Damit gewinnen Liquiditätsplanung und das Risiko ungünstiger Kapitalmarktrenditen während der Auszahlungsphase an Bedeutung. Für Versicherer hebt der Bericht zudem den weiteren Transfer von Pensionsverpflichtungen und die Entwicklung von Lösungen zur Langlebigkeitsabsicherung hervor.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung ergänzender Kapitaldeckung insbesondere für Deutschland und Österreich. Auch in der Schweiz bleibt die dauerhafte Finanzierung angemessener Leistungen eine zentrale Aufgabe.

Zum Index: Die Untersuchung umfasst 55 Altersvorsorgesysteme. Bewertet werden Angemessenheit der Leistungen, langfristige Tragfähigkeit und Integrität. Die Ergebnisse beziehen sich auf nationale Systeme, nicht auf die Finanzstärke einzelner Einrichtungen. Methodische Änderungen und aktualisierte Daten beeinflussen die Vorjahresvergleiche.

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