Pensionsfonds
17. Mai 2021

Pensionsfonds im Norden fürchten Green(bond)washing

Umfrage von NN IP: 81 Prozent der Pensionsfonds investieren in Green Bonds. Greenwashing als größtes Investitionshindernis.

Green Bonds sind im hohen Norden und in den Niederlanden eine gefragte Anlageklasse. Zu der Frage, was Investoren aus Skandinavien und den Niederlanden über die Anlage-Klasse Green Bonds denken, haben NN Investment Partners und das dänische Beratungsunternehmen Kirstein A/S  institutionelle Investoren und Wholesale-Distributoren in Skandinavien und den Niederlanden befragt: Die Untersuchung zeigt, dass 45 Prozent der Befragten grüne Anleihen als ihre bevorzugte Impact-Bond-Option betrachten und mehr als vier von fünf (81 Prozent) Pensionsfonds bereits in Green Bonds investieren.

Die Studie zeigt auch, dass sich skandinavische Investoren eher auf grüne Staatsanleihen konzentrieren, während niederländische Investoren eher grüne Unternehmensanleihen bevorzugen. Die Studie basiert auf Interviews und quantitativen Daten einer breit angelegten Umfrage unter 38 Investoren in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und den Niederlanden.

Sowohl auf dem skandinavischen als auch auf dem niederländischen Markt werden spezielle Staats- und Unternehmensoptionen sowie aggregierte Lösungen bevorzugt. Niederländische Investoren haben derzeit eher diversifizierte Green-Bond-Portfolios und verfolgen einen paneuropäischen oder globalen Ansatz. Ihre skandinavischen Pendants hingegen konzentrieren sich eher auf Möglichkeiten in ihren lokalen Märkten. 30 Prozent erwarten, dass sie den Anteil an grünen Anleihen und die Allokation in grüne Unternehmensanleihen erhöhen werden.

Eine Billion Euro Marktvolumen erwartet

Eine verschärfte Regulierung und verbesserte Transparenz, die aus der Umsetzung der EU-Taxonomie und des EU Green Bond Standards resultieren, dürften dem Markt ebenfalls einen positiven Impuls geben. 87 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass diese Entwicklungen das Wachstum ankurbeln werden. NN IP hat aufgrund ähnlicher Erwartungen seine Emissionsprognose für das Gesamtjahr 2021 auf 400 Millionen Euro angehoben. Bram Bos, Lead Portfolio Manager Green Bonds bei NN Investment Partners, sagt: „Das rasante Wachstum des Emissionsvolumens – der globale Markt wird bis Ende 2021 voraussichtlich die Schwelle von 1 Billion Euro überschreiten – und die weitere Diversifizierung der Emittentenbasis werden die Attraktivität des Green-Bonds-Marktes weiter erhöhen.“

Alle Befragten investieren aus ähnlichen Gründen in grüne Anleihen. Bezüglich der Risiko-Rendite-Profile, der Kreditqualität und der Volatilität sehen die niederländischen und skandinavischen Kunden keine signifikanten Unterschiede zu herkömmlichen Anleihen. Die Volatilität wird als ähnlich oder geringer als bei traditionellen Anleihen wahrgenommen, während mehr als ein Drittel der skandinavischen und die Hälfte der niederländischen Investoren die Kreditqualität für besser halten.

Für die meisten Befragten hat die Erzielung einer besseren finanziellen Rendite keine hohe Priorität. Etwa ein Viertel der Umfrageteilnehmer erwartet einen kleinen Aufschlag (0 bis +5 Basispunkte), während 41 Prozent erwarten, dass Anleihen mit einem „Greenium“ (0 bis -10 Basispunkte) ausgegeben werden, bei dem Investoren mehr für eine grüne Anleihe zahlen als für eine normale Anleihe. Niederländische Investoren glauben stärker an die Existenz von Aufschlägen als ihre skandinavischen Nachbarn.

Fortlaufende Bewertung nötig

Greenwashing wird als größtes Investitionshindernis gesehen. Skandinavische Investoren nennen es als klares Argument ein hohes Maß an internem Management zur Kontrolle der Asset-Auswahl beizubehalten. Niederländische Investoren, die mehr in grüne Unternehmensanleihen investieren, nennen Greenwashing als einen wichtigen Faktor für den Einsatz von externen Managern mit spezifischem Wissen und Know-how, um dieses Risiko zu reduzieren. Das zweite Hindernis ist das vermeintliche Risiko, in einen Markt mit begrenzter Kapazität zu investieren, obwohl die Teilnehmer das Wachstumspotenzial des weltweiten Marktes für Green Bonds positiv bewerten.

Bram Bos, Lead Portfolio Manager Green Bonds bei NN Investment Partners, kommentiert: „Wir verstehen, dass die Angst vor Greenwashing eine Sorge ist. Aber es gibt eine Lösung: Investoren müssen ihre Hausaufgaben machen. Da die Emittenten ihre Green Bonds selbst kennzeichnen, müssen Investoren unbedingt ihre eigene Analyse durchführen und sich nicht nur auf das Label verlassen. Diese Bewertung bedeutet, dass sowohl die finanzierten grünen Projekte als auch die Emittenten genau unter die Lupe genommen werden müssen, um das Risiko des Greenwashings zu minimieren. Es erfordert auch eine fortlaufende Bewertung und Beobachtung sowie das Bestreben mit den Entwicklungen Schritt zu halten und in der Lage zu sein, etwaige Änderungen in der nachhaltigen Strategie und den Zielen des Emittenten zu erkennen.“

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