Pension Management
24. August 2026

Preiskampf um Altersvorsorge-Depot

Scalable Capital ruft nur 15 Basispunkte auf und unterbietet Bund. Altersvorsorge-Depot startet 2027.

Noch etwas mehr als vier Monate, dann startet die neue staatlich geförderte Altersvorsorge. Mit Spannung wird erwartet, wer mit welchem Angebot an den Start geht, um die Millionen der Sparer einzusammeln.

Aus der Deckung wagte sich nun Neobroker Scalable Capital. In der Bild-Zeitung kündete Scalable-Chef Erik Podzuweit seine Pläne für das neue Altersvorsorgedepot an. Zur Verblüffung der Branche sollen die Effektivkosten beim Scalable-Angebot bei nur 15 Basispunkten liegen.

Beim Scalable-Standarddepot sollen für Konto, Depot, Sparpläne sowie Käufe und Verkäufe keine Gebühren anfallen. Nur die laufenden Kosten der ETFs bleiben und diese sollen bei maximal 0,15 Prozent pro Jahr liegen.

Dies ist überraschend wenig. Schließlich ging man davon aus, dass die Preisvorstellungen eines privaten Anbieters zwischen dem geplanten staatlichen Angebot von 20 Basispunkten und dem Kostendeckel von 100 Basispunkten liegen.

Dass der Staat mitmischen will, sorgte in der Branche für Kritik. Der BVI sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung in Form von Kostenvorteilen und Vertrauensvorschüssen. Erhebliche Kostenvorteile könnten laut BVI darauf basieren, dass das staatliche Produkt von Beamten verwaltet wird, die vom Steuerzahler finanziert werden.

Mit dem Vorpreschen von Scalable Capital sieht es nun aber nicht nach staatlicher Wettbewerbsverzerrung, sondern eher nach einem ruinösen Preiskampf aus. Spannend wird nun, wer als nächstes welche Karten aufdecken wird.

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