Private Debt: Fonds-Konzentration steigt
Pitchbook nennt KI, BDCs und PIKs als Herausforderungen. Direct Lending rentiert zweistellig.
Pitchbook hat den Private-Debt-Markt vermessen und präsentiert in seinem Halbjahres-Report spannende Ergebnisse. Zu diesen zählen, dass die institutionellen AuM in 2025 auf unter zwei Billionen Dollar gesunken ist, dass das Dry Powder ebenfalls abnimmt und die NAVs von 2024 auf 2025 leicht gefallen sind. Weiter berichten die Private-Markets-Experten, dass Direct Lending die dominierende Strategie im Private-Debt-Universum bleibt: Im Fundraising entfiel etwa die Hälfte aller eingesammelten Gelder auf das Direct-Lending-Segment.
Als wenig vorteilhaft erwies sich das Umfeld: „Die Nervosität hinsichtlich KI-bezogener Risiken und ein Ausverkauf an den öffentlichen Märkten wirkten sich im Februar auch auf den Markt für private Kredite aus, was zu vielbeachteten Aktienverkäufen börsennotierter Business Development Companies (BDCs) sowie zu einer Flut von Rücknahmeanträgen von Anlegern in nicht börsennotierten Unternehmen führte“, so Pitchbook. Sinkende Spreads in der zweiten Jahreshälfte 2025 und wachsende Bedenken hinsichtlich des Kreditrisikos – eine hohe Anzahl von „Payment-in-Kind“-Krediten im Jahr 2025 und steigende Ausfallquoten – hätten die Flucht aus dem Markt für private Kredite verstärkt.
GP-Konzentration steigt
Sehr relevant für die Branche ist die Konzentration auf immer weniger Fonds. Obwohl das Fundraising zugenommen habe, ist die Anzahl der Fonds im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Megafonds erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, so Pitchbook, da Anleger auf Erfahrung setzen. Fonds mit einem Volumen von fünf Milliarden Dollar oder mehr machten im Jahr 2026 bis einschließlich des ersten Halbjahres 56,9 Prozent der weltweit eingeworbenen Mittel aus. Konnten im Jahr 2021 noch 521 Fonds insgesamt 328 Milliarden Dollar einsammeln, so waren es im ersten Halbjahr 2026 nur noch 89 Fonds, die 158 Milliarden Dollar einwarben.
Barings sammelt fast 20 Milliarden Dollar ein
Die sechs größten Fonds, die im ersten Halbjahr 2026 aufgelegt wurden, hatten ein Volumen von mehr als 8 Milliarden Dollar, darunter der von Barings mit 19 und der von Blackstone mit 10 Milliarden Dollar. Ebenfalls über acht Milliarden Dollar sammelten zwei Fonds von Ares und Fonds von Antares und Guggenheim ein. In Europa war im ersten Halbjahr 17 Capital mit 7,5 Milliarden Dollar am erfolgreichsten. Zwischen vier und 4,6 Milliarden Dollar sammelten Eurazeo, Sixth Street und Pemberton ein.
Mezzanine erwirtschaftet 21,4 Prozent
Sehr relevant für die Investoren wiederum sind die Renditen – und hier ermittelte Pitchbook ein sehr breites Spektrum. In Europa wiesen Mezzanine-Renditen mit 21,4 Prozent den höchsten rollierenden IRR über einen Zeithorizont von einem Jahr auf. Direktkredite verzeichneten einen soliden rollierenden IRR im niedrigen zweistelligen Bereich über einen Zeithorizont von einem Jahr von 11,1 Prozent, was einem Anstieg gegenüber dem Wert von 8,7 Prozent zur Jahresmitte entspricht. Direktkredite haben, so Pitchbook, Anlegern seit Anfang 2024 stetige Renditen von rund zehn Prozent beschert und damit eine deutliche Aufwertung gegenüber dem breiter gefassten Markt für Konsortialkredite dargestellt, der laut Morningstar Elli im gleichen Zeitraum im Durchschnitt eine Ein-Jahres-Rendite von 5,9 Prozent erzielte. Die Anlageklassen Immobilien und Infrastruktur rutschten beide in den negativen Bereich, während die Renditen notleidender Anlageklassen verhalten blieben.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Private Credit / Private Debt / Nichtbankenkredite | Privatmarktanlagen / Private Assets
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