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15. Mai 2024

Private Equity nimmt wieder Fahrt auf

Inflation, verschärfte Finanzierungsbedingungen und weitere Belastungsfaktoren haben die Deal-Aktivitäten bei Private Equity gedämpft. Diese Phase scheint nun zu Ende zu gehen, wie eine Umfrage von FCM Frederic Capital Management zeigt.

Eine neue Umfrage des Private-Markets-Investors FCM Frederic Capital Management (FCM) mit Sitz in Düsseldorf und Luxemburg unter General Partners (GPs) deutet darauf hin, dass es in den kommenden Quartalen zu einer deutlichen Verbesserung der Deal-Aktivitäten kommen wird. Begründet wird die Erwartungshaltung unter anderem mit einem hohen Bestand bislang noch nicht investierter Kapitalzusagen. Und offenbar lastet ein erheblicher Druck auf den Private-Equity-Fondsmanagern, nun wieder vermehrt aktive neue Deals abzuschließen. Nachzulesen ist das in der FCM Private Equity Survey 2024. Darin beleuchtet FCM Marktentwicklungen und Trends in Private Equity. Die Untersuchung stützt sich auf die Angaben von 192 Fondsmanagern weltweit.

Die große Mehrheit der teilnehmenden Fondsmanager (94 Prozent) erwartet, dass die Deal-Aktivitäten in den kommenden zwölf bis 18 Monaten Fahrt aufnehmen werden. Bislang war das Marktumfeld für Exits weniger gut geeignet. Dass es in jüngster Zeit vergleichsweise wenige Verkäufe von Unternehmen durch PE-Fonds gegeben hat, ist nach Einschätzung von FCM auch darauf zurückzuführen, dass die Portfoliounternehmen die an sie gesteckten Wachstumserwartungen nicht voll erfüllt haben.

Vor diesem Hintergrund muss man wohl davon ausgehen, dass die erzielbaren Verkaufserlöse den hochgesteckten Ambitionen und Return-Erwartungen der Finanzinvestoren nicht gerecht geworden sind. Als problematisch erwiesen sich auch die überhöhten Einstiegsbewertungen in der Niedrigzinsphase. Das alles seien Hauptgründe dafür, weshalb Fonds Portfoliounternehmen noch nicht verkauft haben, obwohl sie die übliche Haltedauer von fünf und mehr Jahren bereits überschritten haben.

Rückgang der Inflation beflügelt die Erwartungen

Angesichts sinkender Inflationsraten sehen fast alle Teilnehmer steigende Kreditkosten in den nächsten zwölf bis 18 Monaten als unwahrscheinliches Szenario an. Konkret erwarten knapp zwei von drei Umfrageteilnehmern (64 Prozent), dass die Finanzierungskosten für neue Private-Equity-Transaktionen leicht zurückgehen werden. Fünf Prozent gehen sogar von einem deutlichen Rückgang aus.

Weitere 30 Prozent der teilnehmenden Fondsmanager sagen, dass sich die infolge der Zinswende verschärften Finanzierungsbedingungen auf ihren gegenwärtigen Niveaus stabilisieren. Und: Die große Mehrheit der teilnehmenden Fondsmanager (86 Prozent) rechnet im Hinblick auf die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl nicht mit einer gedämpften Aktivität bei Private-Equity-Deals.

Ein anderes Ergebnis der Umfrage zeigt, dass immer mehr Fondsmanager ihren bestehenden Limited Partners (LPs) gebührenfreie Co-Investmentmöglichkeiten anbieten. Offenbar wollen die GPs die Bindung zu den LPs auf diesem Weg festigen – sofern die hohen Anforderungen die damit einhergehen auch erfüllt werden. Dieses Ergebnis ist insofern interessant, weil bestehende Co-Investments laut Studie tendenziell eine ähnliche Performance aufweisen wie die entsprechenden PE-Fonds oder diese sogar übertreffen.

Künstliche Intelligenz ist Chance und Risiko

FCM beleuchtet in der Umfrage auch das Thema „Künstliche Intelligenz“. Hierbei wird deutlich, dass die befragten Fondsmanager kurzfristig zwar durchaus positive Effekte auf die Rentabilität ihrer Portfoliounternehmen erwarten. So vermutet beinahe jeder zweite Umfrageteilnehmer (47 Prozent) in einem Zeitfenster von 48 Monaten einen positiven Einfluss durch KI auf die Profitabilität seiner Portfoliounternehmen.

Auf der anderen Seite gaben bemerkenswerte 44 Prozent an, dass KI mittelfristig das Geschäftsmodell einiger ihrer Portfoliounternehmen gefährden könnte. Diese Zahl deutet nach Einschätzung von FCM eindeutig darauf hin, dass Private-Equity-Portfoliounternehmen KI-bedingten Geschäftsmodellrisiken ausgesetzt sind – und dass Fondsmanager dies im Rahmen ihrer Investitionsentscheidung stets mit berücksichtigen werden.

Die gesamte Umfrage können Sie bei FCM Frederic Capital Management beziehen. Nutzen Sie dafür bitte diesen Link.

Lesetipp: Co-Investments, also gemeinsame Investitionen außerhalb oder ergänzend zu einer existierenden Fondsstruktur, in der Anlageklasse Private Equity sind sowohl für General Partners als auch für Limited Partners zunehmend interessant. Das hat die erste Co-Investments-Umfrage von FCM Frederic Capital Management im vergangenen Jahr gezeigt.

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