Alternative Anlagen
12. Juni 2026

Infrastruktur-Secondaries bieten Chancen

2025 war ein Rekordjahr für Infrastruktur Sekundärmarkttransaktionen mit einem Volumen von rund 25 Milliarden US-Dollar. Seit 2016 wuchs das weltweit verwaltete Infrastrukturvermögen mit rund 17 Prozent jährlich und übertraf andere Private Markets. Dies führt zu attraktiven Perspektiven für Infrastruktur-Secondaries.

Das hohe Volumen der Primärkapitalbeschaffung im Infrastrukturbereich, die zunehmende Fondsreife sowie die wachsende Zahl spezialisierter Manager dürften kurz- bis mittelfristig zu einem steigenden Angebot an Sekundärtransaktionen führen. Ein Treiber hierfür ist auch der erhöhte Liquiditätsbedarf von LPs und GPs. Entsprechend zählt das Segment zu den wachstumsstärksten, zugleich aber weiterhin unterkapitalisierten Bereichen des globalen Sekundärmarktes. Laut PJT ist das Marktvolumen in den vergangenen zwei Jahren von rund elf auf etwa 25 Milliarden US-Dollar gestiegen; bis Ende des Jahrzehnts werden rund 45 Milliarden US-Dollar erwartet.

Sekundärmarkttransaktionen im Infrastrukturbereich verbinden die stabilen, defensiven und cashflow‑starken Eigenschaften von Infrastrukturinvestitionen mit den Vorteilen des Sekundärmarktes. Sie ermöglichen Anlegern in der Regel Investitionen in bereits reifere Fonds, die ihre Wertschöpfungs- oder Ertragsphase erreicht haben und daher mit geringeren Risiken verbunden sind. Gleichzeitig lässt sich die bei Primärinvestitionen typische J‑Kurve deutlich abmildern. Investoren erhalten dabei Zugang zu etablierten Portfolios mit kürzeren verbleibenden Laufzeiten und besser planbaren Exit‑Zeitpunkten. Gerade Infrastrukturprojekte haben häufig bereits früh laufende Ausschüttungen, was die Transparenz und Planbarkeit der Renditen zusätzlich verbessert.

Sekundärmarkttransaktionen ermöglichen Zugang zu hochwertigen Infrastrukturanlagen, die sonst nicht am Markt verfügbar wären. Anleger können so in Anlagen investieren, die über viele Jahre aufgebaut wurden und man langfristig halten will. Insgesamt unterstreichen diese Eigenschaften die Bedeutung von Infrastruktur‑Secondaries als sinnvolle Ergänzung institutioneller Portfolios. Angesichts des wachsenden Fokus auf frühere Cashflows, höhere Transparenz und Qualität dürften Secondaries eine größere Rolle in den Private‑Markets‑Allokationen spielen.

Maria Aguilar-Wittman und Tilman Mueller, Co-Heads of Infrastructure Funds, Co-Investments & Secondaries, Allianz Global Investors

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