Private Equity Benchmarking mit dem PME
Investoren erwarten aufgrund der Illiquidität von Private Equity höhere Erträge als bei Aktien. Ob dieses Ziel erreicht wird, lässt sich anhand eines Vergleichs mit dem verfügbaren Anlageuniversum (Benchmarking) beurteilen. Geeignete Benchmarks sollten transparent, investierbar, messbar und repräsentativ sein. Für Aktien etablierten sich breite Marktindizes. Die Performancemessung von Private Equity ist jedoch aufgrund der Investitionen und Rückflüsse über mehrere Jahre sowie fehlender Börsenkurse erschwert.
Da keine Benchmark alle Anforderungen erfüllt, müssen Anleger zwischen verschiedenen Vergleichsmaßstäben abwägen. Ein Vergleich mit kotierten Aktienmärkten zeigt, ob eine Mehrrendite erzielt wurde, wobei kurzfristig aufgrund fehlender täglicher Bewertung von Private Equity deutliche Abweichungen auftreten können.
Ein Vergleich mit anderen Private-Equity-Fonds liegt daher nahe, ist jedoch oft mit eingeschränkter Datenverfügbarkeit und Transparenz verbunden. Zudem bilden fondsbasierte Benchmarks aufgrund der begrenzten Zugänglichkeit vieler Fonds nicht das tatsächlich verfügbare und investierbare Anlageangebot ab. Fixe Renditevorgaben sind zwar einfach und verständlich, blenden jedoch Risiken und Marktphasen aus.
Zur Messung der Anlageleistung eignet sich deshalb die Kennzahl des Public Market Equivalent (PME). Dabei wird berechnet, wie sich die tatsächlichen Einzahlungen entwickelt hätten, wenn sie stattdessen in den Aktienmarkt investiert worden wären. Der Vergleich mit dem effektiven Private-Equity-Ergebnis zeigt, ob sich die Anlage gegenüber dem börsenkotierten Aktienmarkt ausgezahlt hat.
Die Risikoeinschätzung ist zusätzlich anspruchsvoll, da verzögerte Bewertungen und fehlende Marktpreise die Schwankungen von Private Equity glätten. Das gängige Risikomaß der Volatilität unterschätzt folglich die tatsächlichen Risiken und ist ungeeignet. Im Rahmen des Risikomanagements ist es daher angezeigt, die Portfoliostruktur, zum Beispiel hinsichtlich Sektorallokation, Regionen oder Anzahl zugrunde liegender Investments, mit einer breiten Peer Group zu vergleichen. Dies gibt Aufschluss über die Diversifikation sowie allfällige Konzentrationsrisiken.
Festzuhalten ist, dass sich Investoren in der Praxis beim strategischen Benchmarking von Private Equity meist an Aktienindizes orientieren. Ergänzend führt man regelmäßig Vergleiche mit unterschiedlichen Peer Groups und Benchmarks durch. Beim Benchmarking anhand des Public Market Equivalent werden Risiken, Marktumfeld, Portfoliostruktur sowie Kosten berücksichtigt.
Marc Staub, Managing Director, PPCmetrics
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