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21. November 2025

Elektrifizierung treibt Energiewende

Der europäische Strommarkt befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Nach Jahren stabiler Nachfrage führt die fortschreitende Elektrifizierung in Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung zu einem nachhaltigen und deutlichen Anstieg des elektrischen Energieverbrauchs. Studien prognostizieren, dass der Strombedarf in Europa bis 2040 um bis zu 50 Prozent zunehmen könnte. Dieser strukturelle Wandel macht deutlich: Der Bedarf an nachhaltig erzeugter elektrischer Energie wird sehr wahrscheinlich viel schneller wachsen, als neue Kapazitäten hinzukommen.

Nach dem flächendeckenden Ausbau großer Wind- und Solarparks rücken nun komplementäre Infrastruktur- und dezentrale Lösungen in den Vordergrund. Batteriespeicher und netznahe Anwendungen verbessern die Versorgungssicherheit und die Systemflexibilität. Damit verschiebt sich der Fokus institutioneller Investoren zunehmend in den sogenannten Sub-Utility-Scale-Bereich – also Anlagen unterhalb der klassischen Versorgungsebene, nah am Endverbraucher. Diese Projekte bieten planbare Cashflows und leisten einen Beitrag zu Netzstabilität und Dekarbonisierung.

Die Europäische Kommission schätzt, dass zur Umsetzung der Energiewende bis 2029 jährlich 400 bis 700 Milliarden Euro an Investitionen erforderlich sind – in Erzeugung, Netze, Speicher und Infrastruktur. Öffentliche Mittel allein reichen dafür nicht aus. Private Investoren werden zu zentralen Partnern der Transformation, indem sie Kapital in reale, langfristig wertschöpfende Anlagen lenken. Dabei gewinnen flexible Investmentansätze an Bedeutung, die wirtschaftliche Tragfähigkeit mit nachhaltiger Wirkung verbinden. Mit der Elektrifizierung entsteht ein neues Energieökosystem, in dem Erzeugung, Speicherung und Verbrauch stärker integriert werden. Batteriespeicher gleichen kurzfristige Schwankungen aus und werden zu einem zentralen Baustein eines robusten und kosteneffizienten Energiesystems. Für institutionelle Investoren eröffnen sich Chancen auf stabile und attraktive risikoadjustierte Renditen in einem Wachstumsmarkt, der zugleich zentrale Infrastrukturbedarfe adressiert.

Die Energiewende ist längst kein rein politisches Projekt mehr, sondern ein strukturelles Investitionsthema. Sie verlangt beträchtliche Mittel – und sie bietet ebenso beträchtliche Chancen. Wer heute in die Infrastruktur einer elektrifizierten Wirtschaft investiert, gestaltet nicht nur den Übergang zu einer klimaneutralen Energieversorgung mit, sondern erschließt sich ein zukunftsweisendes Segment innerhalb der europäischen Real-Asset-Märkte.

Markus Wandt, CIO, Aquila Capital Investmentgesellschaft

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