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21. November 2025

Strompreisvolatilität gibt die Signale

Im Stromsektor stehen Investoren und Projektmanager aufgrund des Übergangs zu Erneuerbaren Energien vor komplexen Herausforderungen. Der starke Zubau fluktuierender Erneuerbarer Energien verursacht signifikante Preisschwankungen, die sowohl Chancen als auch Risiken bergen. Ein zentrales Phänomen des Marktes ist die Strompreisvolatilität, die zunehmend die wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst, insbesondere in Deutschland.

Das eindeutige Signal sind die seit 2008 eingeführten negativen Strompreise in fast ganz Europa. Deren stetige Zunahme ist ersichtlich. Eine Preiszone in Mittel-Schweden (SE2) führt dieses Jahr die Anzahl der negativen Stunden mit 628 Einzelstunden an. Die Volatilität ist somit alltäglich. Leider führt die Einspeisung von viel Renewables nicht nur zu negativen Preisen, sondern auch zu Einspeisedrosselungen – um die Netzstabilität zu wahren und den wirtschaftlichen Nutzen zu maximieren, was aber den Nutzen eines weiteren Ausbaus von Renewables in Frage stellt.

Denn nicht nur führt die zeitgleiche Einspeisung zu negativen Preisen, sie gefährdet auch die finanziellen Erlöse der einzelnen Assets. Denn die Wertigkeit des Stromes zum Zeitpunkt der Einspeisung nimmt ab. Wir sehen diese Effekte im PPA-Markt. PPAs sollten als langfristige Lieferverträge Erneuerbaren Energien die Finanzierung sichern, aber die Spreads zwischen Verkäufern und Käufer – aufgrund der negativen Strompreise – sind so groß geworden, dass dieser Markt zum Erledigen kommt.

Daher gewinnen Batteriespeichersysteme (BESS) an Bedeutung, und zwar nicht nur in Deutschland. Diese Technologien sind nicht nur entscheidend für die Netzstabilität. Sie verlagern auch innerhalb eines Tages das Stromangebot von den Mittagsstunden mit oft negativen Strompreisen in die Abendstunden mit oft sehr hohen Strompreisen. Bis heute sind in Deutschland eine Kapazität von 1,7 GW und 2,2 GWh an Speicherkapazität installiert, aber diese Zahl wird wachsen. So haben die Übertragungsnetzbetreiber im September 2025 43 GW Anschlussleistung genehmigt, das ist die Hälfte der Spitzenstromnachfrage in Deutschland an einem Tag.

Batterien können, wenn man diese richtig einsetzt und gut managt, nicht nur viele Märkte innerhalb des Stromhandels abdecken, sie werden auch dafür sorgen, dass durch die Lastverschiebung innerhalb eines Tages die Wertigkeit des Stromes aus Renewables deutlich steigen wird. Somit ist eine bessere Refinanzierung der Assets möglich. Mit anderen Worten: Die Volatilität tut nicht nur den Batterien gut, sondern sie hilft auch der Energiewende.

Tobias Federico, Chief Product Officer, Montel GmbH

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