Versicherungen
4. März 2026

Provinzial stellt Kapital für Nachrangdarlehen bereit

Das Geld fließt an kommunale Stadtwerke in Deutschland. Mit an Bord ist der Transaktions- und Portfoliomanager Caplantic.

Der Provinzial-Konzern investiert 150 Millionen Euro in den Energiewende-Fonds Stadtwerke Pro. Diesen hatte der versicherungseigene Asset Manager, die Provinzial Asset Management GmbH (Pro AM), gemeinsam mit der Caplantic GmbH aus Hannover entwickelt und im Dezember 2025 etabliert.

Mit dem Fonds werde ein wirksamer Baustein für Stadtwerke in Deutschland zur Finanzierung der Energiewende geschaffen, kommentiert die Provinzial. Sie ist das zweitgrößte öffentliche Versicherungsunternehmen in Deutschland. Die Caplantic GmbH (Eigenschreibweise: caplantic) wiederum ist eine Tochtergesellschaft der Norddeutschen Landesbank (Nord-LB) und ein Bafin-lizenzierter Transaktions- und Portfoliomanager für Alternative Assets. Zu ihren Kunden zählen Versorgungswerke, Pensionskassen, Versicherungen und Banken mit Schwerpunkt in der DACH-Region.

Nachrangdarlehen für Stadtwerke

Der neue Fonds von Pro AM und Caplantic stellt kommunalen Stadtwerken in Deutschland langfristige, eigenkapitalstärkende Nachrangdarlehen zur Verfügung. Damit erweitere er deren finanzielle Spielräume für Transformationsfinanzierungen im Rahmen der Energiewende, heißt es.

Die Nachrangdarlehen sollen das wirtschaftliche Eigenkapital der Stadtwerke stärken und zusätzlichen Fremdfinanzierungsspielraum schaffen – etwa für Investitionen in Erneuerbare Energien, Netzinfrastruktur, Digitalisierung und Effizienzmaßnahmen. Damit würden Stadtwerke eine unkomplizierte und planbare Finanzierungslösung für zentrale Zukunftsprojekte erhalten.

Umsetzung dringend notwendiger Infrastrukturprojekte

In einer Stellungnahme erklärt Dr. Ulrich Scholten, Finanzvorstand im Provinzial-Konzern, dass man als öffentlich-rechtlicher Versicherer mit dem Investment die Umsetzung dringend notwendiger Infrastrukturprojekte ermöglichen wolle. Tim Junghans, Leiter Firmenkunden Energiewirtschaft der Norddeutschen Landesbank, merkt an, dass es Aufgabe der Bank sei, kommunale Energieversorger beim Umbau der Infrastruktur aktiv zu unterstützen. „Der neue Fonds ergänzt unser bestehendes Angebot sinnvoll und gibt Stadtwerken die Flexibilität, die sie angesichts der großen Investitionsbedarfe dringend benötigen“, ergänzt Junghans.

Die Partnerschaft zwischen der Provinzial und der Nord-LB-Gruppe, beide gehören der Sparkassen-Finanzgruppe an, ist so ausgestaltet, dass die Investitionskompetenz für langfristige Anlagen des öffentlichen Versicherers und die Expertise der Bank gebündelt werden. Demnach soll die Nord-LB-Gruppe die Umsetzung nach banküblichen Standards sicherstellen und als zentraler Ansprechpartner für interessierte Stadtwerke fungieren.

„Der hohe anstehende Investitionsbedarf durch die Energie- und Wärmewende rückt die Stadtwerke in den Fokus institutioneller Investoren. Mit der Entwicklung dieses Fondskonzepts unterstützen wir die regionale Energiewende und machen sie auch für institutionelle Anleger investierbar“, vermerkt Christian Schick, Geschäftsführer der Provinzial Asset Management. Das Unternehmen verwaltet die Kapitalanlagen des Provinzial-Konzerns im Volumen von circa 50 Milliarden Euro.

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