Schwarzer Schwan
13. März 2020

Qualität zählt

Stimmungsaufheller, Stimmungstöter

Nach dem Corona-Crash braucht es dringend etwas zur Regulierung der Stimmung. Etwas passendes findet sich glücklicherweise seit kurzem auf dem Frankfurter Börsenparkett: The Medical Cannabis and Wellness Ucits ETF. Marihuana wird damit in Frankfurt also nicht mehr nur von Herren mit Gürteltaschen gehandelt, die im öffentlichen Raum mit kurzen Pfiffen auf sich aufmerksam machen.

Käufer des Kiffer-ETF müssen aber wenig Bedenken haben, davon abhängig zu werden. Nach einem Minus von 32 Prozent auf Monatsbasis ist das Geld in Rauch aufgegangen und die Performance nicht gerade auf einem High. Anleger sind nun wenigstens so stoned, dass sie auch die Gesamtkostenquote von 80 Basispunkten nicht mehr wahrnehmen dürften.

Aktiv versus Passiv

Trotz der Performance ist die passive Variante zu empfehlen. Schließlich sollte man davon ausgehen können, dass ein aktiver Manager die Produkte, in die er investiert, sehr genau kennt. Der aktive Manager könnte allerdings versucht sein, seine realistische Wahrnehmung der Dinge damit zu verbürgen, dass er, wie Bill Clinton behauptet, zwar geraucht, aber nicht inhaliert habe. Wenn die Performance aber ganz schlecht ist, dann könnte sich der aktive Manager an passiven Rauchern orientieren – speziell an beim Dopen erwischten Leistungssportlern. Die behaupten nämlich gern, inhaliert, aber nicht geraucht zu haben.

Auf der Käuferseite sind womöglich immer noch Medtech-Fonds oder Impact Investoren, denen das SDG-Ziel Nummer 3 am Herzen liegt: „Gesundheit und Wohlergehen“. Die Faktorprämie Momentum realisieren aber wohl eher die Nutzer als die Käufer. Gegen die von der Anbieterseite verkündeten Wachstumsprognosen spricht aber vor allem eines: Das Zeug verliert stark an Reiz, wenn es nicht mehr verboten ist.

Tja, was bleibt dann noch als Lösungsanbieter in diesen traurigen Tagen? Alkohol! Besonders zu empfehlen: zum Beispiel ein Grand Cru Miserable, Appellation d’Origine Tristesse, oder einen Grand Vin de Malaise vom Château Migraine. Jemand, der zweifellos dank jahrzehntelangem Eigengebrauch über viel Erfahrung mit Stimmungsaufhellern verfügt, ist Keith Richards, Gitarrist, Co-Gründer und Partner der Rolling Stones. Der Experte führt sein langes Leben darauf zurück, dass er immer auf die Qualität des Stoffs geachtet hat: „Nur das Beste ist das Beste.“

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen Ihre Redaktion von portfolio institutionell!

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