Recht, Steuer & IT
18. November 2020

Raffelhüschen kritisiert Anlagevorschriften

Analyse für Union Investment. Union empfiehlt, globaler zu investieren.

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Kosten der Eindämmungsmaßnahmen werden die bereits heute absehbaren Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich verschärfen. Dies ist das Fazit einer Analyse von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, im Auftrag von Union Investment.

Vorschriften für die Finanzindustrie sind dringend zu reformieren

Vor diesem Hintergrund werde es immer dringlicher, die private Vorsorge in einem vernünftigen Rahmen weiterzuentwickeln, so Raffelhüschen. Stattdessen erschwere der Staat die Bildung privaten Vorsorgevermögens bei breiten Bevölkerungsschichten durch die strengen Vorschriften bei der Allokation der Anlage- und Refinanzierungsstrukturen des Finanzsektors. In Folge könnten viele Finanz- und Versicherungsunternehmen ihren Anlegern nur scheinbar sichere Anlagen anbieten, mit denen die Sparer jedoch kaum noch Rendite erzielen.

„Zwang zur nicht verzinsten Staatsanleihe“

In Kombination mit dem sinkenden Rentenniveau sei dies aber genau das falsche Signal. „Die Politik muss daher dringend handeln. Statt des Zwangs zur nicht verzinsten Staatsanleihe muss der Gesetzgeber die private Altersvorsorge reformieren und der Finanzindustrie die Freiheit zur Diversifikation eröffnen“, betont Raffelhüschen.

Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, ergänzt: „Wir werden bei den Zinsen in den nächsten Jahren keine Entspannung sehen. Daher ist es umso wichtiger und für unsere Volkswirtschaft zielführender, den Aufbau von Vorsorgevermögen für breite Bevölkerungsschichten über den Zugang zu den Kapitalmärkten zu erleichtern.“

Union plädiert für globalere Diversifikation

Zur Renditeverbesserung kann auch eine breitere, globale Diversifikation beitragen. Dies ist das Ergebnis einer Union-Studie mit Schwerpunkt auf Aktien und Anleihen. Laut der Studie investieren institutionelle Anleger in Deutschland noch immer überproportional in ihrem Heimatmarkt und im Euroraum. Dadurch lassen sie sich Renditechancen in anderen Regionen entgehen.

Was für Union Investment für Anlagen jenseits des Euroraums spricht: Zum einen bietet der europäische Anleihenmarkt weniger Ertragspotenzial als andere Regionen. Gleichzeitig weist der europäische Aktienmarkt im internationalen Vergleich Defizite bei digitalen Technologien auf. „Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung. Dadurch wird der Rückstand Europas im Technologiesektor für Anleger noch stärker ins Gewicht fallen“, sagt Philipp Brugger, Leiter Investment Strategy.

 

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