Immobilien
19. Oktober 2026

Reits unter Druck

Europäische Reits haben NAV-Abschlag von über einem Fünftel. M&A-Aktivitäten bieten Chancen für Aktionäre.

Das höhere Zinsniveau belastet auch den an der Börse gelisteten Immobilienmarkt. Wie dem aktuellen Listed Real Estate Report von Aventos zu entnehmen ist, blieben Immobilienaktien und Reits von Ende März bis Ende September 2026 hinter den breiten Aktienmärkten zurück. Laut dem Report erzielte der FTSE Epra Nareit Index über sechs Monate einen Total Return von 5,3 Prozent in Nordamerika (in US-Dollar) und −1,2 Prozent in Europa (in Euro). Der MSCI World, der S&P 500 und der Euro Stoxx 50 legten dagegen im selben Zeitraum um rund 15, 16 beziehungsweise zehn Prozent zu.

Zu den Gründen verweist Aventos auf die Immobilienunternehmen doppelt belastenden höheren Kapitalmarktzinsen: Sie erhöhen die Finanzierungskosten und setzen die Immobilienbewertungen unter Druck, weil Investoren höhere Renditen verlangen. Besonders betroffen sind Unternehmen mit hoher Verschuldung.

„Die Bewertungsabschläge an den Börsen machen Immobilienunternehmen für strategische Käufer und Finanzinvestoren interessant. Übernahmen können einen Teil der Lücke zwischen Börsenkurs und Immobilienwert schließen. Zusammenschlüsse bieten zudem die Chance, größere und liquidere börsennotierte Plattformen zu schaffen“, so Dr. Karim Rochdi, Managing Partner von Aventos.

Hoher NAV-Abschlag in Europa

Die Abschläge der Marktbewertungen zu den Net Asset Values (NAVs) liegen laut dem Report in Europa im Schnitt bei 20,9 Prozent. In Nordamerika gebe es umgekehrt eine geringfügige Prämie von 1,6 Prämie, was allerdings in erster Linie auf das Ausreißer-Segment „Medical“ zurückzuführen sei. In den meisten anderen Nutzungsarten gebe es auch dort NAV-Discounts.

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