Schlussspurt im Spezialfondsgeschäft
Das vierte Quartal 2025 war bei den deutschen Spezialfonds von einer signifikanten Beschleunigung des Nettowachstums geprägt. Das „Quarterly“ geht genauer darauf ein.
Ende gut, alles gut: Das Sprichwort passt hervorragend zum Geschehen, das der Spezialfondsmarkt 2025 an den Tag gelegt hat. Wie der neuen und mittlerweile 22. Ausgabe der Publikation „Spezialfondsmarkt Quarterly“ von Kommalpha zu entnehmen ist, war das vierte Quartal 2025 bei den deutschen Spezialfonds, dem beliebtesten Vehikel für indirekte Kapitalanlagen deutscher institutioneller Investoren, von einer signifikanten Beschleunigung des Nettowachstums geprägt. Zur Erinnerung: Das zweite Quartal war rabenschwarz.
„Das Nettoneugeschäft von Spezialfonds hat eine fulminante Jahresendrally hingelegt, sodass der Spezialfondsmarkt hinsichtlich des Jahresergebnisses noch einmal die Kurve gekriegt hat“, wie Clemens Schuerhoff, Vorstand der Kommalpha AG, metaphorisch erklärt. In Zahlen ausgedrückt: Das Nettomittelaufkommen – also der tatsächliche Kapitalzuwachs nach Abzug aller Rücknahmen – belief sich im Oktober zunächst auf 11,3 Milliarden Euro, bevor es im November mit 8,1 Milliarden Euro den niedrigsten Stand des Quartals erreichte. Zum Jahresabschluss im Dezember zeigte sich jedoch eine beeindruckende Dynamik: Mit einem Nettomittelaufkommen von 22,9 Milliarden Euro konnte das Ergebnis des Vormonats fast verdreifacht werden.
Damit leistete das Schlussquartal mit insgesamt rund 42,3 Milliarden Euro einen überproportionalen Beitrag zum gesamten Jahresaufkommen, heißt es seitens Kommalpha in der neuen Ausgabe des „Quarterly“. Demnach war das vierte Quartal 2025 in Bezug auf das Nettomittelaufkommen das stärkste Quartal seit dem Schlussquartal 2021.
Es geht um beträchtliche Brutto-Mittelzuflüsse
Hinter diesen Nettowerten stehen beträchtliche Brutto-Mittelzuflüsse, die im Oktober und November stabil bei rund 20 Milliarden Euro pro Monat gelegen haben. Auch hier markierte der Dezember mit 34,2 Milliarden Euro den monatlichen Jahreshöchstwert im zurückliegenden Jahr. In Summe wurden im vierten Quartal 2025 knapp 75 Milliarden Euro an frischen Mitteln in den Spezialfondsmarkt gepumpt.
Von diesen Mittelzuflüssen seien im Jahresabschlussquartal 56,5 Prozent netto in den Spezialfondsmandaten verblieben. Das sei ein überdurchschnittlich hoher Wert. Im Umkehrschluss bedeutet dies laut Kommalpha einen vergleichbar moderaten Liquiditätsentzug, was naturgemäß ein gutes Zeichen sei. Der langfristige Durchschnitt des Verhältnisses von Mittelzuflüssen und Nettomittelaufkommen in den letzten fünf Jahren liegt bei exakt 25 Prozent. Insofern war die Anteilsschein- und Allokationsdynamik im vierten Quartal 2025 recht verhalten – „ein Zeichen für Stabilität und konstruktive Ruhe im Spezialfondsmarkt“, wie sie bei Kommalpha feststellen.
Altersvorsorger und Versicherungen treiben das Neugeschäft
Treiber des starken Neugeschäfts waren die beiden großen Investorensegmente der Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungen. Doch das war nicht in jedem Quartal der Fall. Altersvorsorgeeinrichtungen wiesen in Summe ein Nettomittelaufkommen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro im Schlussquartal 2025 auf, was ihnen den unangefochtenen ersten Platz bescherte.
Versicherungen folgten auf dem zweiten Platz mit einem Nettomittelaufkommen von 8,4 Milliarden Euro. „Spezialfonds beider Kundensegmente profitierten dabei von einem enorm starken Dezember, was entsprechende bilanzielle Aspekte als Begründung vermuten lässt“, heißt es im „Quarterly“.
Private Organisationen ohne Erwerbszweck lagen im vierten Quartal 2025 in Sachen Nettoneugeschäft von Spezialfonds auf dem dritten Platz. Sie dotieren in Summe 5,8 Milliarden Euro netto in ihre Mandate.
Sozialversicherungen und öffentliche/kirchliche Zusatzversorgungseinrichtungen folgten mit 5,4 Milliarden Euro knapp dahinter auf Platz vier, gefolgt von Corporates mit 4,4 Milliarden Euro. Letztere wiesen als einzige Investorengruppe in einem Monat des Berichtsquartals ein negatives Nettomittelaufkommen auf.
Kreditinstitute liegen mit einem Nettoneugeschäft von 2,9 Milliarden Euro auf dem sechsten Platz, während die sonstigen Investoren mit 1,8 Milliarden Euro das Schlusslicht in Sachen Nettomittelaufkommen im vierten Quartal 2025 bildeten.
2025 war ein mittelmäßig erfolgreiches Jahr für Spezialfonds
Im Hinblick auf das Nettoneugeschäft war 2025 – nun von Januar bis Dezember betrachtet – ein mittelmäßig erfolgreiches Jahr für Spezialfonds, konstatieren sie bei Kommalpha. Insgesamt betrug das Nettomittelaufkommen 69,7 Milliarden Euro.
Damit wurde nach den Jahren 2023 und 2024, in denen das Nettoneugeschäft erheblich gestottert hatte, das Niveau des Jahres 2022 erreicht, wie die Abbildung vor Augen führt. Von dem Rekordjahr 2021 mit einem Nettomittelaufkommen von 116,8 Milliarden Euro ist der Markt allerdings noch weit entfernt und es sei tatsächlich fraglich, ob ein solches Niveau jemals wieder erreicht werde.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Spezialfonds
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