Pensionskassen
8. September 2021

Schweizer Pensionskassen trotz Corona im Plus

Durchschnittlicher Deckungsgrad bei 116,3 Prozent. Renditen 2020 bei 4,5 und 2021 bisher bei 7,1 Prozent.

Für die Schweizer Pensionskassen hat die Corona-Pandemie bisher keine finanziellen Einbußen gebracht, im Gegenteil konnten sie das vergangene Geschäftsjahr positiv abschließen. Dies ist eines der Ergebnisse der von der Beratungsgesellschaft Complementa jährlich durchgeführten Risiko Check-up-Studie. Auch das Jahr 2021 verlieft bisher erfreulich. Die Kapitalanlagen der Pensionskassen verbuchten bis Ende August eine Rendite von 7,1 Prozent. Dadurch stieg der durchschnittliche Deckungsgrad von 110,2 Prozent auf 116,3 Prozent und liegt damit so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Vorsorgekapital der Arbeitnehmenden wurde 2020 mit durchschnittlich 1,8 Prozent verzinst. Dieser Wert liegt deutlich über der BVG-Mindestverzinsung von 1,0 Prozent. Ein neuerlicher Tiefstwert wird hingegen beim Umwandlungssatz gemessen. Der durchschnittlich angewendete Satz liegt mit 5,50 Prozent nochmals um fast ein Zehntel Prozentpunkt tiefer als im Vorjahr. Für die kommenden Jahre planen die Pensionskassen wegen des tiefen Zinsniveaus sowie der steigenden Lebenserwartung weitere Senkungen des Umwandlungssatzes.

Die Schweizer Pensionskassen setzen demnach auf einen globalen und breit diversifizierten Anlagemix. Bedingt durch das tiefe Zinsniveau wurden in den letzten zehn Jahren Anleihebestände stark abgebaut. Während 2010 noch rund 48 Prozent in festverzinslichen Anlagen oder als Liquidität gehalten wurde, waren es Ende 2020 mit 38,7 Prozent deutlich weniger. Die freiwerdenden Anteile verteilten sich auf Aktien, ausländische Immobilien und Alternative Anlagen wie Private Equity, Infrastrukturanlagen und Private Debt. Infrastrukturinvestments werden in Zukunft an Attraktivität gewinnen, da sie seit dem 01.10.2020, gemäss gesetzlicher Klassifizierung (BVV2 Artikel 53 und 55), nicht mehr als «Alternative Anlage» eingestuft werden, so Complementa. Dadurch sei es Vorsorgeeinrichtungen erlaubt, bis zu zehn Prozent des Gesamtvermögens in Infrastrukturanlagen anzulegen. Die Immobilienquote liegt bereits das dritte Jahr in Folge über 20 Prozent (aktuell 20,6 Prozent) und Alternative Anlagen schwankten in den vergangenen Jahren zwischen neun und zehn Prozent (aktuell 9,4 Prozent). Die Aktienquote lag per Ende 2020 mit 31,2 Prozent nahe dem historischen Mittel.

4,5 Prozent Rendite annualisiert über zehn Jahre

Die Corona-bedingten Markteinbußen ließen im Frühling 2020 den durchschnittlichen Deckungsgrad an die Grenze zur Unterdeckung abgleiten. Umso positiver ist das Ergebnis einzuordnen, dass heimische Pensionskassen per Ende 2020 durchschnittlich 4,5 Prozent Rendite verbuchen durften. Dies entspricht der jährlichen Rendite (4,5 Prozent annualisiert) für die vergangene Dekade. Complementa schätzt, dass Pensionskassen aktuell eine Rendite von mindestens 2,1 Prozent erwirtschaften müssen, um den Deckungsgrad konstant zu halten.

Autoren:

Schlagworte: |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.