Strategien
26. Oktober 2011

Sicherheit bleibt Anlagekriterium Nummer Eins

An Bedeutung gewonnen haben absolute Renditen. Laut der Union-Studie hat die Index-Benchmark als Ertragsziel ausgedient.

Sicherheit ist für institutionelle Investoren in Deutschland nach wie vor das wichtigste Kriterium bei der Anlageentscheidung. Dies geht aus der neuen Risikomanagementstudie von Union Investment hervor, die unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Lutz Johanning von der WHU – Otto Beisheim School of Management stand. Von den 42 befragten Großanlegern, darunter Banken, Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Corporates und Stiftungen, die zusammen Kapitalanlagen in Höhe von rund 300 Milliarden Euro verwalten, geben 69 Prozent an, dass Sicherheit bei der Anlageentscheidung die wichtigste Rolle spielt. Weitere 19 Prozent messen Liquidität die höchste Relevanz bei. Immerhin zwölf Prozent nennen Rendite als wichtigstes Anlagekriterium. Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2010, als sieben Prozent diesen Aspekt als wichtigsten bezeichneten, hat die Rendite bei den Anlegern offensichtlich wieder an Bedeutung gewonnen. 
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, hat der Stellenwert von absoluten Renditen zugenommen. Zwar geben 79 Prozent der befragten Investoren an, dass für sie die Vermeidung von Verlusten die größte Rolle bei Anlageentscheidungen spielt. Für 45 Prozent ist allerdings besonders wichtig, dass eine bestimmte Mindestrendite nicht unterschritten wird. Die Vermeidung einer Underperformance gegenüber einem Index nennen lediglich 17 Prozent als wesentlichen Aspekt. „Die Index-Benchmark hat als Ertragsziel ausgedient. Relative Renditen helfen den Inverstoren im derzeitigen Umfeld nicht weiter“, so Alexander Schindler, Vorstand von Union Investment. Vor diesem Hintergrund geht Johanning davon aus, dass Minimum-Varianz-Ansätze und dynamische Wertsicherungskonzepte künftig weiter an Bedeutung gewinnen. „Mit ihnen können die knappen Risikobudgets effizient ausgenutzt werden“, so Johanning.
Europa dominiert das Portfolio
Mit 83 Prozent bezeichnet sich die Mehrheit der befragten Investoren selbst als sicherheitsorientiert. Angesichts dessen überrascht es nicht, dass riskante Asset-Klassen weiterhin einen geringen Anteil an der Asset Allocation haben. Aktien machen durchschnittlich neun Prozent aus. Investitionen in Hedgefonds und Asset Backed Securities erfolgen derzeit so gut wie gar nicht. Mit 84 Prozent dominieren Rentenpapiere und Geldmarktinstrumente. Immobilien machen fünf Prozent des Anlagevolumens aus, Private Equity ein Prozent. 
Obwohl die Investoren mehrheitlich auf Sicherheit bedacht sind, nutzen sie Diversifikationseffekte in regionaler Hinsicht nur wenig. Europa ist die bevorzugte Anlageregion, das gilt sowohl für den Aktien- als auch Rentenbereich. Immerhin 93 Prozent der Rentenanlagen werden in Europa investiert, bei Aktien sind es 81 Prozent. „Die Zurückhaltung gegenüber einer breiteren Streuung der Anlagegelder auch in regionaler Hinsicht geht grundsätzlich zu Lasten von Diversifikationseffekten“, so Johanning.
portfolio institutionell newsflash 26.10.2011/kbe
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