Alternative Anlagen
7. Juni 2022

Signal Iduna sichert sich größten Solarpark Europas

Energiepark Witznitz bei Leipzig soll ab 2023 650 Megawatt leisten. Landwirtschaftliche Parallelnutzung geplant.

Europas größter Solarpark ist nun im Besitz der Signal Iduna. Die Versicherung und ihre Finanztochter Hansainvest erwerben die am Hainer See bei Leipzig gelegene Anlage Witznitz für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Der Projektentwickler und Generalunternehmer Moveon Energy plant bis zum zweiten Quartal 2023, insgesamt mehr als 1,1 Millionen Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 650 Megawatt zu installieren. Hiervon will Moveon 45 Megawatt im eigenen Bestand betreiben. Die Betriebsführung für den Solarpark übernimmt ebenfalls Moveon. Die erzeugte Solarenergie kommt ohne staatliche Förderung aus und soll mittels langfristiger Stromabnahmeverträge (PPAs) Großabnehmern zur Verfügung stehen.

Bislang galt der spanische Photovoltaikpark Núñez de Balboa als größte Anlage in Europa. Sie leistet 500 Megawatt, ist im Besitz von Iberdrola und ging 2020 ans Netz.

Agri-PV im Probebetrieb

Genutzt werden für die Anlage in Sachsen im ehemaligen Braunkohletagebau Witznitz II rund 500 Hektar zusammenhängende Fläche sowie 150 Hektar weitere Ausgleichsflächen. Als Besonderheiten erwähnt die Signal Iduna, dass die Schaffung neuer Rad- und Reitwege die touristische Nutzung der Region unterstützen. Entlang der Zaunanlagen sollen Hecken wachsen. Zudem soll auch eine landwirtschaftliche Parallelnutzung auf der Fläche unterhalb der Solarmodultische erprobt werden. Hierfür stehe in einem ersten Schritt eine Testfläche von fünf bis zehn Hektar zur Verfügung. Ferner ist eine Kopplung der erneuerbaren Energieerzeugung mit Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff angedacht. Schon jetzt sei vorgesehen, einen Wasserstoff-Feststoffspeicher für den Eigenstrombedarf sowie Schnellladestationen für PKW und Fahrräder zu errichten.

„Die Investition in Erneuerbare Energien ist ein strategisches Ziel unserer Kapitalanlage. Das ohne jegliche staatliche Förderung realisierte Projekt leistet einen signifikanten Beitrag zur Erzielung einer attraktiven Rendite für unsere Kundinnen und Kunden im Niedrigzinsumfeld“, ergänzt Martin Berger, Vorstandsmitglied der Signal Iduna Gruppe, unter anderem zuständig für die Kapitalanlagen.

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