Strategien
31. Oktober 2016

Smart Beta wird zum Mainstream

Mit wachsendem Verständnis nehmen die Allokationsquoten zu. Europaweite Studie von Invesco Powershares.

Unter europäischen Anlegern nimmt das Verständnis für Smart-Beta-Strategien und Ansätze zur Integration dieser Strategien in bestehende Portfolios zu. Dadurch dürften sich diese Strategien zunehmend durchsetzen, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, die von Invesco Powershares in Auftrag gegebenen wurde.
Von den befragten Nutzern erwarten 71 Prozent, dass Smart-Beta-Ansätze in den nächsten Jahren zunehmend breite Anwendung finden werden. 2015 lag der Anteil der Nutzer, die mit einem Mainstreaming von Smart Beta rechneten, erst bei 60 Prozent. Auf Länderebene war diese Erwartung in Frankreich (79 Prozent) und Großbritannien (78 Prozent) besonders ausgeprägt. So empfehlen inzwischen auch 73 Prozent der Smart-Beta-Nutzer ihren Kollegen und anderen Investmentprofis, diese Strategien ebenfalls einzusetzen.
Bryon Lake, Head of Invesco Powershares EMEA, kommentierte: „Für die Nutzer entwickelt sich Smart Beta zunehmend zum Instrument der Wahl, um bestimmte Anlageziele zu erreichen. In den europäischen Anlageportfolios spielen Smart-Beta-Strategien eine immer wichtigere Rolle. Investoren nutzen Smart-Beta-Strategien auf unterschiedliche Weise und heben insbesondere die Flexibilität des Ansatzes hervor. Gleichzeitig schätzen die meisten Smart Beta als möglicherweise effizienten Ansatz, um konkrete Anlageziele zu erreichen.“
Die Nutzer äußern sich laut der Studie nicht nur zunehmend positiv über Smart Beta, sondern gewichten diese Strategien in ihren Portfolios auch entsprechend höher: 71 Prozent der Nutzer geben an, dass sie einen schrittweisen Ausbau ihrer Smart-Beta-Allokation planen. In dieser Hinsicht ist in allen europäischen Ländern eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, wobei Großbritannien mit einem Anteil von 78 Prozent an Anlegern, die eine Ausweitung ihrer Smart-Beta-Allokation planen, an der Spitze steht. Keine der Umfrageteilnehmer aus Italien, Frankreich oder der Schweiz planen eine Rückführung ihrer Smart-Beta- Allokation.
Diversifikation – ein wesentliches Ziel von Anlagen in Smart-Beta-Strategien
Wie die Studie feststellt, ist die Diversifikation eines der Hauptargumente für eine Anlage in Smart-Beta-Strategien, da dies helfen soll, die risikoadjustierte Portfoliorendite zu verbessern. Der Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigenen Anlagen ist eine weitere Motivation. Smart-Beta-Nutzer in Frankreich bezeichneten eine bessere Steuerung der Risikofaktoren als wichtigste Motivation für die Anlage in Smart Beta. Insgesamt nennen die Nutzer mehrere Faktoren, die mit der Kontrolle über ihre Anlagen zusammenhängen. An erster Stelle wird die Transparenz genannt, an zweiter der systematische, regelbasierte Ansatz von Smart-Beta-Strategien. Die Frage, ob Smart-Beta-Ansätze Investoren mehr Kontrolle über die eigenen Anlagen geben als jeder andere Investmentansatz, wird von 63 Prozent der Nutzer bejaht. Aufgrund des systematischen Ansatzes funktionieren Smart-Beta-Strategien zudem zumeist wie erwartet und können so helfen, die angestrebten Anlageziele zu erreichen. 96 Prozent der Befragten – fünf  Prozent mehr als 2015 – geben an, dass ihre Smart-Beta-Investments ihre Erwartungen erfüllt haben.
Herausforderungen von Smart-Beta-Anlagen jetzt leichter zu meistern
Schließlich eröffnet das wachsende Angebot an Smart-Beta-ETF Anlegern Fertiglösungen, die sich leicht in bestehende Anlageportfolios integrieren lassen. Obwohl sich Investoren bei Anlagen in Smart- Beta-Strategien mit einigen besonderen Herausforderungen konfrontiert sehen, werten sie diese als relativ unbedeutend und zum Teil leichter zu bewältigen als noch vor einem Jahr. Im Vergleich zu 2015 bezeichnen deutlich mehr Investoren die Umsetzung von Smart-Beta-Ansätzen in ihren Portfolios als unproblematisch (52 Prozent 2015 gegenüber 67 Prozent 2016). Darüber hinaus meinen fast zwei Drittel der Nutzer, dass Smart-Beta-Strategien bestehende aktive und passive Strategien ergänzen können, was bedeutet, dass die Umsetzung von Smart-Beta-Strategien in bestehenden Portfolios keine grundlegende Portfolioneuordnung erfordert.
Bryon Lakes zieht das Fazit: „Die wohl wichtigste Erkenntnis dieser Untersuchung lautet, dass Smart-Beta-Strategien zunehmend positiv bewertet und immer häufiger eingesetzt werden – und dass sich dieser Trend weiter fortsetzen dürfte. Obwohl Investoren Smart-Beta-Ansätze unterschiedlich verwenden und die Flexibilität der Produkte hervorheben, ist der allgemeine Konsensus, dass über alle Strategien hinweg Smart Beta das Potenzial hat, Investmentziele zu erreichen. Die Anlagen sind deutlich einfacher geworden und die Hemmnisse, die das Wachstum dieses Marktes zuvor gebremst haben, werden immer weniger.”
Die Studie „Smart Beta a tool for precision and control“ wurde vom unabhängigen Finanzresearch-Unternehmen Core-Data zwischen März und April 2016 unter Investmentprofis in Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Italien und Deutschland durchgeführt. Befragt wurden sowohl Nutzer als auch Nicht-Nutzer von Smart-Beta-Ansätzen. Im Fokus standen die Treiber von Smart Beta, Herausforderungen für Anleger sowie die praktische Umsetzung von Smart- Beta-Strategien und das Potenzial für eine noch breitere Durchsetzung dieser Strategien am Markt. Die Umfragestichprobe umfasst unterschiedliche Branchenvertreter, vor allem Portfoliomanager, CIO, Gatekeeper und Fondsanalysten – sowohl Nutzer als auch Nicht-Nutzer von Smart Beta. Auf Basis eines Online-Fragebogens wurden 360 Interviews durchgeführt, 20 weitere Interviews wurden telefonisch durchgeführt. Im Rahmen der quantitativen Umfragephase wurden 270 Nutzer und 90 Nicht-Nutzer befragt, für die qualitative Phase 16 Nutzer und vier Nicht-Nutzer.
portfolio institutionell newsflash 31.10.2016/Patrick Eisele

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