Schwarzer Schwan
4. Mai 2018

So klappt’s mit der Wohnung

Der Schwarze Schwan unterstützt in dieser Woche einen Immobilien-Kulturaustausch zwischen Griechenland und Deutschland.

Eine Anti-Airbnb-Regel beschloss vergangene Woche der Stadtrat von Palma de Mallorca. Der privaten Vermietung von Wohnungen an Touristen ist nun ein Riegel vorgeschoben. Mieten auf Malle soll damit für die Einheimischen wieder erschwinglich werden und nicht nur für deutsche und britische Touris, die sich ihren verdienten Sauf-Urlaub auf den Balearen genehmigen. So lassen sich Mietzuschüsse für Mallorquiner vermeiden. 
Gute Erfahrungen mit Mietzuschüssen machten dagegen Dimitrios Papadimitriou und Rania Antonopoulou, die als Volksvertreter im griechischen Parlament – er als Wirtschaftsminister und sie als stellvertretende Arbeitsministerin – schauen müssen, wie sie über die Runden kommen. Und wenn das Vermögen des Ehepaars nur knapp drei Millionen Euro beträgt – zumindest laut veröffentlichten Steuerangaben –, nimmt man einen staatlichen Mietzuschuss von jährlich 12.000 Euro natürlich gern in Anspruch. Trotz des damit nachgewiesenen wirtschaftlichen Sachverstands von Papadimitriou akzeptierte Ministerpräsident Tsipras dessen Rücktrittsgesuch.
Von der griechischen Bonnie-und-Clyde-Version nun nach Deutschland. Diskussionen, wie diejenige auf Mallorca, ließen sich vermeiden, wenn man sich wie der damalige Bundespräsident Christian Wulff besser nur einladen lässt. Mieten zu zahlen, versuchte Wulff konsequenterweise auch durch seine Aktivitäten als Bauherr einer Immobilie in Großburgwedel zu vermeiden. Das dabei gewählte Finanzierungsmodell „Kredit von Edith“ sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit.
Ansonsten bleiben die Deutschen ein Volk von Mietern – selbst wenn man Bundesvorsitzender der FDP ist. Christian Lindner mietet nämlich laut Bild eine Wohnung des CDU-Bundesgesundheitsministers Jens Spahn. Wenigstens auf dem Berliner Wohnungsmarkt kam es also zu einer Schwarz-Gelben-Koalition. Lindner dürfte ohne Mietzuschuss auskommen. Er kann nun aber auch als oberster Liberaler von der Mietpreisbremse profitieren, falls Spahn sich so über die FDP ärgern sollte, dass für ihn eine Mieterhöhung alternativlos wird.
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