Pensionsfonds
4. Oktober 2021

Standardisierung der ESG-Berichterstattung in Private Equity

Projekt zu Nachhaltigkeitsdaten mit namhaften LPs und GPs. Calpers und Carlyle federführend.

Das Reporting und die Messung von Nachhaltigkeit bereiten Investoren insbesondere bezüglich der alternativen Anlagen Kopfzerbrechen. Als Herausforderung gilt ein Mangel an Standardisierung und dass die Angebots-/Nachfragesituation der Anbieterseite die bessere Verhandlungsposition beschert. Um sich zu behelfen, hat nun eine Gruppe von namhaften, internationalen Investoren eine LP- und GP-Partnerschaft zur Standardisierung der ESG-Berichterstattung geschaffen. Das ESG Data Convergence Project will einen standardisierten Satz von ESG-Kennzahlen und einen Mechanismus für vergleichende Berichterstattung vorantreiben. Das Projekt steht für weitere Teilnehmer offen.

Vier Billionen Dollar AuM

Das California Public Employees‘ Retirement System (Calpers) und das globale Investmentunternehmen Carlyle leiteten die Zusammenarbeit, an der GPs und LPs beteiligt sind, die mehr als vier Billionen US-Dollar an Assets under Management repräsentieren. Die Gruppe umfasst folgende LPs: AlpInvest Partners, APG, Calpers, CPP Investments, Employees‘ Retirement System of Rhode Island, PGGM, PSP Investments, The Pictet Group und Wellcome Trust. Seitens GPs sind Blackstone, Bridgepoint Group Plc, Carlyle, CVC, EQT AB, Permira, und Tower Brook vertreten.

Ziel der Gruppe ist es, den in der Vergangenheit fragmentierten Ansatz der Private-Equity-Branche bei der Erhebung und Berichterstattung von ESG-Daten zu vereinheitlichen. Damit will man eine kritische Masse an wesentlichen, leistungsbezogenen und vergleichbaren ESG-Daten von Portfoliounternehmen schaffen. Dies wird es GPs und Portfoliounternehmen ermöglichen, ihre aktuelle Position zu vergleichen und den Fortschritt bei ESG-Verbesserungen zu beschleunigen. Dies führt nach Ansicht der Gruppe zu besseren finanziellen Ergebnissen. Zudem werde dies auch eine größere Transparenz ermöglichen und vergleichbarere Portfoliodaten für LPs liefern.

GPs reporten sechs Metriken

GPs werden ab dem Kalenderjahr 2021 sechs Metriken von ihren zugrunde liegenden Portfoliounternehmen verfolgen und berichten. Die Daten werden von den GPs direkt an die investierten LPs weitergegeben und von der Boston Consulting Group (BCG) für diesen ersten Zyklus zu einem anonymisierten Benchmark zusammengefasst. Die ersten sechs Metriken sind: Scope 1 und 2 Treibhausgasemissionen, Erneuerbare Energien, Vielfalt in der Unternehmensleitung, arbeitsbedingte Verletzungen, Netto-Neueinstellungen und Mitarbeiterengagement.

Marcie Frost, CEO von Calpers, sagte: „Nachhaltigkeit ist ein Eckpfeiler des Calpers-Investitionsprogramms. Dennoch haben wir festgestellt, dass es aufgrund der Vielzahl der von GPs und LPs verwendeten Rahmen und Definitionen schwierig ist, die Auswirkungen in unserem Private-Equity-Portfolio effektiv zu messen. Diese Initiative vereinfacht die Nachhaltigkeitsberichterstattung durch die Verwendung vergleichbarer Metriken, die uns einen Einblick in die Investitionsrisiken und -chancen in unserem Private-Equity-Portfolio ermöglichen. Das Management dieser Risiken und Chancen ist für die Erfüllung unserer treuhänderischen Pflicht, unseren zwei Millionen Mitgliedern eine sichere Altersversorgung zu bieten, von wesentlicher Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen der GP- und LP-Gemeinschaft ist die Grundlage, und wir freuen uns darauf, diese wichtige Arbeit weiter auszubauen.

Peter Branner, Chief Investment Officer bei APG Asset Management, sagte: „Im Namen unserer Kunden setzt sich APG seit langem für ESG-Transparenz bei Private Equity ein, um die Rechenschaftspflicht für eine verantwortungsvolle Anlageperformance in dieser Anlageklasse sicherzustellen. Wir erwarten, dass wir durch diese Zusammenarbeit eine vergleichbare ESG-Performance-Messung und eine breitere Akzeptanz von ESG als integriertes Ziel von PE-Investitionen erreichen werden. Die APG wird die Metriken bei ihren Gesprächen mit den Managern verwenden. Obwohl APGs Ambitionen über die sechs vom ESG Data Convergence Project identifizierten Metriken hinausgehen, freuen wir uns über die entstandene Dynamik, da die Datenerfassung durch PE-Manager bereits im Gange ist.“

Eric-Jan Vink, Head of Private Equity bei PGGM, sagte: „Seit 2020 erhebt PGGM aktiv Daten zu den Treibhausgasemissionen der Portfoliounternehmen, wodurch wir in der Lage sind, Scope-1-Emissionsdaten für 27 Prozent der Unternehmen in unserem Private-Equity-Portfolio zu melden. Durch die Unterstützung des ESG Data Convergence Project setzen wir uns für eine vollständige ESG-Transparenz ein. Die derzeit sechs Metriken sind ein guter Ausgangspunkt, und wir erwarten weitere, wenn sich das Feld weiterentwickelt. In Europa sind zusätzliche ESG-Angaben bereits im Rahmen der Verordnung über die Offenlegung von Informationen über nachhaltige Finanzen vorgeschrieben. PGGM wird als Mitglied der ESG Metrics Steering Group eine Rolle dabei spielen, den Private-Equity-Markt dazu zu bewegen, mehr und bessere ESG-Angaben zu machen.“

Autoren:

Schlagworte: |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.